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Der italienische Geliebte Roman von Lennox, Judith (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 10.01.2011
  • Verlag: Piper
eBook (ePUB)
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Der italienische Geliebte

Italien in den frühen 1930ern: In der Villa Millefiore bei Fiesole erleben die englischen Schwestern Tessa und Freddie Nicolson eine ungetrübte Jugend. Nach dem unsteten Künstlerdasein und dem frühen Tod des Vaters hat die Mutter mit ihren beiden Töchtern hier eine Heimat gefunden - und in der gut situierten Familie Zanetti enge Freunde. Als die 17-jährige Tessa sich zum ersten Mal verliebt und eine leidenschaftliche Beziehung mit Guido Zanetti eingeht, werden die Mädchen nach England ins Internat geschickt. Jahre vergehen, in denen die beiden Frauen ihren Weg machen: Freddie fasst als Redakteurin bei einer Zeitschrift in London Fuß, die anziehend schöne Tessa kann sich als Mannequin ein ausgelasseneres Leben leisten. Anders als ihre Schwester weiß Tessa, dass sie eines Tages nach Italien zurückkehren will. Sie scheut sich jahrelang vor einer festen Bindung und droht darüber alles zu verlieren, was sie liebt. Als Italien sich im Zweiten Weltkrieg Deutschland anschließt, wird Tessas lange erträumte Rückkehr zu einem gefährlichen Unterfangen. Und auch Freddie begräbt ihre Sehnsüchte viel zu lang ... Judith Lennox, geboren 1953 in Salisbury, wuchs in Hampshire auf. Sie ist eine der erfolgreichsten Autorinnen des modernen englischen Gesellschaftsromans und gelangt mit jedem neuen Buch auf die deutschen Bestsellerlisten. Judith Lennox liebt Gärtnern, ausgedehnte Wanderungen, alte Häuser und historische Stätten. Sie lebt mit ihrem Mann in Cambridge. Die beiden sind Eltern dreier erwachsener Söhne.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 560
    Erscheinungsdatum: 10.01.2011
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783492950367
    Verlag: Piper
    Originaltitel: Catching the Tide
    Größe: 3067 kBytes
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Der italienische Geliebte

Für Luke und Ethan: willkommen im Leben Prolog Sommer in der Villa Millefiore 1933 EIGENTLICH SOLLTEN SIE RUHEN. Mama und Mrs. Hamilton waren der Meinung, es sei gesund, sich nach dem Mittagessen hinzulegen. Tessa hielt es für reine Zeitverschwendung. Sie nahm ihren Strohhut und ging hinaus. Die Villa Millefiore war zu Beginn des neunzehnten Jahrhunderts erbaut worden. Der Verputz auf ihren Mauern war zu einem weichen Ocker verblasst; hinten überrankten Glyzinien und wilder Wein die Hauswand. Im Vestibül mit dem Marmorboden war es selbst an den heißesten Tagen dunkel und kühl. Seine Türen standen im Sommer stets offen, damit die Luft zirkulieren konnte. Tessa war siebzehn. Sie lebte mit ihrer Mutter Christina und ihrer zwölfjährigen Schwester Frederica seit vier Jahren in der Villa, seit dem Tod ihres Vaters, Gerald Nicolson. Nie hatten sie länger an einem Ort gewohnt. Gerald Nicolson war Künstler gewesen, Maler, und seine ewige Jagd nach Anerkennung und Erfolg hatte die Familie von Ort zu Ort getrieben. Nach seinem Tod hatte Mrs. Hamilton ihre wesentlich jüngere Freundin Christina mit ihren Töchtern zu sich in die Villa eingeladen. Und irgendwie waren sie geblieben. Bei ihrer Ankunft fanden Tessa und Freddie die massigen dunklen Schränke, die kleinen vergitterten Fenster und die Schreie der Eulen aus dem nahe gelegenen Wald so gruselig, dass sie sich für ein gemeinsames Zimmer entschieden. Mrs. Hamilton war Engländerin und mittlerweile gut über sechzig. Es wurde gemunkelt, dass ihr Mann England nach einem Fehltritt mit einem gut aussehenden Kammerdiener verlassen musste. Die Ehe der Hamiltons war eine sogenannte weiße Ehe gewesen, einzig geschlossen, um den Schein zu wahren, und das Paar hatte keine Kinder. Nach dem Tod ihres Mannes war Mrs. Hamilton in der riesigen, weitläufigen Villa an einem Hügelhang mit Blick auf Fiesole geblieben und gab Lunchgesellschaften für die in Florenz ansässigen Engländer, bei denen eine dünne Suppe gereicht wurde und hinterher ein Eintopfgericht zweifelhaften Ursprungs. Der verstorbene Mr. Hamilton war Kunstsammler gewesen, zum Nachteil seiner verarmten Witwe allerdings kein kluger. Die Villa steckte voll bizarrer Schätze, die sich nicht zu Geld machen ließen, unter anderem gab es da die überlebensgroße Marmorbüste eines Jünglings mit abgebrochener Nase, das Porträt eines jungen Mandolinenspielers, dessen Instrument mit bunten Bändern geschmückt war, die gerahmte Fotografie eines Papageis, auf die jemand mit verblassender Tinte ?Darling Bobo, ein Freund in widrigen Zeiten? geschrieben hatte. Die Repräsentationsräume der Villa zeigten sich in verblichener Pracht. Die Seidenbezüge der Sofas waren zerschlissen, die Damastvorhänge an den Fenstern von Motten durchlöchert, von den mit allegorischen Fresken geschmückten Wänden blätterte die Farbe. Ein Netz von Sprüngen zog sich über die hohen Zimmerdecken, und manchmal fielen, von einer Staubwolke begleitet, ganze Stuckbrocken herab. In den abgelegenen Teilen des Hauses hatte der Verfall schon über die Pracht gesiegt. Jahrelang unbenutzt und vom Hausmädchen übergangen, schienen die Räume sich mit der weichen Staubdecke, die sich über sie gelegt hatte, arrangiert zu haben. Von der Terrasse hinter dem Haus konnte Tessa die im Hitzedunst schimmernden Terrakottadächer und -kuppeln von Florenz erkennen. Später, gegen Abend, würde das Läuten der Kirchenglocken den Hang hinauf zur Villa getragen werden. Tessa lief die Steintreppe hinunter und schlug einen Fußweg ein, zu dessen Seiten Buchsbaum und Zypresse eine dichte Mauer bildeten. Auf der einen Seite des Parks waren der Gemüsegarten und eine Obstpflanzung; auf der anderen stand ein von Lorbeer umgürteter Steineichenwald. Hinter dem Park dehnten sich Weingärten und Olivenhaine, die früher zur Villa gehört hatten, inzwischen aber längst verkauft worden waren, um die Rechnungen zu bezahlen. Tessa liebte den Park der Villa Millefiore. Hinter jeder Bie

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