text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Der Kaiser (Historischer Roman) Die Römerzeit und das Aufkeimen des jungen Christentums in Ägypten von Ebers, Georg (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 04.10.2015
  • Verlag: e-artnow
eBook (ePUB)
0,49 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Der Kaiser (Historischer Roman)

Dieses eBook: 'Der Kaiser (Historischer Roman)' ist mit einem detaillierten und dynamischen Inhaltsverzeichnis versehen und wurde sorgfältig korrekturgelesen. Georg Ebers (1837-1898) war ein deutscher Ägyptologe und Schriftsteller. Mit seinen historischen Romanen und populärwissenschaftlichen Büchern trug er zur großen Popularität der Ägyptologie im ausgehenden 19. Jahrhundert bei. Beginnend mit Eine ägyptische Königstochter (1864) verfasste Ebers zahlreiche historische Romane, die auf großes Leserinteresse stießen. Neben Felix Dahn gilt er als der bedeutendste Vertreter des 'Professorenromans'. Die Themen der Romane wählte er teilweise aus dem Umfeld seiner wissenschaftlichen Arbeit, also der ägyptischen Geschichte, aber auch aus anderen Epochen (Mittelalter). Aus dem Buch: 'Einer der von den ptolemäischen Fürsten in Alexandria erbauten Königspaläste lag auf der Landzunge Lochias, die sich wie ein nach Norden weisender Finger in das blaue Meer hinausstreckte. Sie bildete die östliche Grenze des großen Hafens. Es fehlte ihm niemals an zahlreichen Fahrzeugen jeder Art, heute aber war er besonders reich besetzt und die mit geglätteten Steinplatten gepflasterte Kaistraße, die aus dem vom Meer bespülten Palastviertel der Stadt, dem sogenannten Bruchium, zu der Landzunge führte, war so überfüllt von neugierigen Bürgern zu Fuß und zu Wagen, daß diese, bevor sie den Privathafen der kaiserlichen Schiffe erreicht hatten, die Fahrt unterbrechen mußten.'

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 95
    Erscheinungsdatum: 04.10.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9788026845324
    Verlag: e-artnow
    Größe: 926 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Der Kaiser (Historischer Roman)

Zweites Kapitel
Inhaltsverzeichnis
Einer der von den ptolemäischen Fürsten in Alexandria erbauten Königspaläste lag auf der Landzunge Lochias, die sich wie ein nach Norden weisender Finger in das blaue Meer hinausstreckte. Sie bildete die östliche Grenze des großen Hafens. Es fehlte ihm niemals an zahlreichen Fahrzeugen jeder Art, heute aber war er besonders reich besetzt und die mit geglätteten Steinplatten gepflasterte Kaistraße, die aus dem vom Meer bespülten Palastviertel der Stadt, dem sogenannten Bruchium, zu der Landzunge führte, war so überfüllt von neugierigen Bürgern zu Fuß und zu Wagen, daß diese, bevor sie den Privathafen der kaiserlichen Schiffe erreicht hatten, die Fahrt unterbrechen mußten.

Es gab aber auch Ungewöhnliches an dem Landungsplatze zu sehen; denn da lagen, von hohen Molen geschützt, die prächtigen Dreiruderer, Galeeren, Lang- und Lastschiffe, die die Gattin des Hadrian und das Gefolge des Herrscherpaares nach Alexandria gebracht hatten. Ein mächtiges Fahrzeug mit einem sehr hohen Kajütenhause auf dem Hinterdeck und dem Kopf einer Wölfin am baumhohen, kühn geschwungenen Schnabel erregte die größte Aufmerksamkeit. Es war ganz aus Zedernholz gearbeitet, reich mit Bronze und Elfenbeinzierat geschmückt und hieß "Sabina". Ein junger Bürger wies mit dem Finger auf diesen am Stern des Schiffes mit goldenen Lettern angebrachten Namen, stieß seine Begleiter an und sagte lachend:

"Sabina hat den Kopf einer Wölfin."

"Ein Pfauenkopf würde besser passen. Sahst du sie gestern ins Cäsareum fahren?" entgegnete der andere.

"Leider," rief der erster", schwieg aber sogleich, als er dicht hinter sich einen römischen Liktor bemerkte, der ein schön zusammengeschnürtes Bündel von Ulmenruten, die Faszes, auf der linken Schulter trug und mit dem Stöcklein in der rechten Hand, unterstützt von seinen Genossen, die Menge zu zerteilen und Platz für den Wagen seines Gebieters, des kaiserlichen Präfekten Titianus, zu schaffen suchte, der ihm in langsamem Schritte folgte.

Der hohe Beamte hatte die losen Worte der Bürger vernommen und sagte, indem er sich an den neben ihm stehenden Mann wandte und das Ende der Toga mit einem raschen Wurfe in neue Falten brachte:

"Wunderliches Volk! Ich kann ihm nicht gram sein, aber ich ritte lieber auf einem Messer als auf einer alexandrinischen Zunge von hier nach Kanopus."

"Hörtest du, was der Dicke vorhin über Verus sagte?"

"Der Liktor wollte ihn fassen, aber mit Strenge kommt man bei ihnen zu gar nichts. Müßten sie für jedes giftige Wort nur einen Sesterz zahlen, ich sage dir, Pontius, die Stadt würde verarmen und unser Schatz bald voller sein als der des alten Gyges von Sardes."

"Laß sie reich bleiben," rief der andere, der Oberbaumeister der Stadt, ein Mann von einigen dreißig Jahren mit hochgewölbten, tatkräftig dreinschauenden Augen, und fuhr, indem er die Rolle, die er in der Hand hielt, kräftig zusammenfaßte, mit tiefer Baßstimme fort: "Sie verstehen zu arbeiten und Schweiß ist salzig. Beim Schaffen fördern, in der Ruhe beißen sie einander wie übermütige Rosse an der gleichen Stange. Der Wolf ist ein stattliches Tier, aber brich ihm die Zähne aus, so wird er zum garstigen Hunde."

"Mir aus der Seele gesprochen," rief der Präfekt. "Aber da sind wir. Ewige Götter, so schlimm hab' ich mir das Ding doch nicht gedacht. Von weitem sah es immer noch stattlich genug aus!"

Titianus und der Baumeister stiegen vom Wagen. Jener befahl einem Liktor, den Vorsteher des Palastes zu rufen, und besichtigte dann mit dem Begleiter zuerst die in den Palast führende Pforte. Sie bot mit den doppelten Säulen, die den hohen Giebel trugen, einen majestätischen Anblick, aber sie bot einen keineswegs freundlichen Anblick; denn der Stuck war an vielen Stellen von den Wänden gefallen, die Kapitäle der marmornen Säulen waren kläglich verstümmelt, und die hohen, mit Metall beschlagenen Türflügel hingen schief i

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen