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Der Kampf im Spessart Vollständige Ausgabe von Schücking, Levin (eBook)

  • Verlag: Books on Demand
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Der Kampf im Spessart

"Es war am Ende des August im Jahre 1796. Die Tage begannen kürzer zu werden und die sinkende Sonne warf bereits lange Schatten in eine stille, weltentlegene Schlucht des Waldgebirges, das man den Spessart oder die Speßhardt nennt, den "Wald der Spechte", in dem bayrischen Kreise Unterfranken und Aschaffenburg. In dieser Schlucht, durch deren Grund ein schmaler und dürftiger Wasserfaden in einem tiefen, felsigen und mit Gerölle ausgepflasterten Bette niederschoß, standen unfern voneinander zwei Siedelungen, eine Mühle und ein Forst- oder Waldwärterhaus." Der Erfolgsautor Levin Schücking (1814-1883) verfasste zahlreiche historische Romane. Wie beim "Kampf im Spessart" griff er Themen der deutschen Geschichte auf und verarbeitete sie zu einer unterhaltsamen, oft auch humorvollen Romanhandlung.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 263
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783752862508
    Verlag: Books on Demand
    Größe: 978 kBytes
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Der Kampf im Spessart

Erstes Kapitel.

Es war am Ende des August im Jahre 1796.

Die Tage begannen kürzer zu werden und die sinkende Sonne warf bereits lange Schatten in eine stille, weltentlegene Schlucht des Waldgebirges, das man den Spessart oder die Speßhardt nennt, den "Wald der Spechte", in dem bayrischen Kreise Unterfranken und Aschaffenburg.

In dieser Schlucht, durch deren Grund ein schmaler und dürftiger Wasserfaden in einem tiefen, felsigen und mit Gerölle ausgepflasterten Bette niederschoß, standen unfern voneinander zwei Siedelungen - eine Mühle und ein Forst- oder Waldwärterhaus.

Die Mühle lag ein wenig tiefer, zwischen einem Stück Gartenland und einer kleinen Wiese; das Forsthaus lag einen Steinwurf höher - ein altes, in Bruchsteinen aufgeführtes Gebäude, dessen Schieferdach in der Mitte eingesunken war, so daß der hohe sich darüber erhebende Schornstein wie ein steifer Reiter im Sattel aussah. Vor dem Hause lag ein kleiner Garten, in dem einige abgeblühte Stockrosen und honigduftende Phloxbüsche sich über das verfallene und morsche Lattengitter erhoben, welches das Gärtchen umgab.

Die Eingangstür zu diesem Gärtchen fehlte; die Zeit hatte sie mit fortgenommen; vielleicht auch tat es jemand, der besser als die Zeit sie gebrauchen konnte, dem die alten Latten eben recht erschienen, sein Herdfeuer damit zu nähren. An der Stelle der alten Tür aber, zwischen den beiden schiefgesunkenen Holzständern, an welchen sie befestigt gewesen, saß ein anderes zerfallenes und morsches Etwas, eine alte Frau, auf einem niedrigen Schemel, ein abgenutztes Spinnrad neben sich.

Die Frau war jedoch weder mit ihrem Spinnrad noch auch mit dem hübschen Knaben beschäftigt, der zwischen ihren Knien stand und sich an ihre vorgebeugte Schulter zurücklehnte, um mit großen braunen Augen die zwei Männer anzuschauen, welche vor der Alten standen; sie sprach mit diesen Männern, von denen der eine in einer weißbestäubten Jacke steckte, und der andere, in einem abgeschabten grünen Rocke, eine weiße Filzmütze auf dem Kopfe und grüne Gamaschen an den Füßen hatte - es bedurfte des Hirschfängers an seiner Seite nicht, um einen Waldwärter oder Forstläufer in ihm erkennen zu lassen.

"Ich kann Euch nicht sagen, wann der Herr Wilderich heimkommt," sagte die Alte, den Forstmann ansehend; "wenn Ihr auf ihn warten wollt, so tretet ins Haus ein; wollt Ihr's nicht, so sagt mir, was Eure Botschaft ist, daß ich sie ihm ausrichte."

Der Mann mit dem Hirschfänger schüttelte den Kopf.

"Für Euch ist's nicht, Muhme!" rief er aus,

"So? Nicht für Mich? Nun meinethalb. Kann mir's schon denken," fiel die alte Frau ein; "bin auch nicht begierig darauf, denn die Neugier, die hab' ich mir längst abgewöhnt - Gott, sei gedankt - es ist gar gut, daß ich's habe - denn wen die Neugier plagte, für den war's hier nicht arg vergnüglich, bei solch einem wunderlichen Herrn, bei dem 'Herrn' Wilderich! Da kann ich eher von der alten Buche da erleben, daß sie mir die Tageszeit bietet, als von dem Heim ein offenes, ehrliches Wort! Man weiß nicht, wohin er geht, noch woher er kommt; und wenn er morgens die Büchse überwirft, dann mein' ich immer, der geht nicht in den Wald wie ein anderer ehrlicher Förster um der Bäume und um der Holzknechte und des andern wilden Getiers wegen, sondern um ganz anderer seltsamer Dinge Willen, das steht ihm ja beinahe im Gesicht geschrieben!" "Nun, um welcher andern Dinge willen sollte er denn in den Wald gehen, Nachbarin Margaret?" fiel lachend der mehlbestäubte Mann, der mit dem Forstläufer gekommen war und diesem mit kleinen pfiffigen Augen zublinzelte, ein. "Welche andere Dinge als das wilde Getier sollte er auf dem Korn haben?"

"Das weiß ich nicht, und Ihr, Gevatter Wölfle, werdet's auch nicht wissen, wenn Ihr auch noch so schlau den da anblickt, als hättet Ihr's Euch l

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