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Der Keltische Ring Ein nautischer Thriller. Kriminalroman von Larsson, Björn (eBook)

  • Verlag: Unionsverlag
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Der Keltische Ring

Eine steife Brise fegt über die dänische Stadt Dragör hinweg, als ein finnischer Katamaran im Hafen anläuft. Der leidenschaftliche Segler Ulf hilft dem erschöpften Skipper Pekka beim Anlegen. Dieser übergibt ihm sein Logbuch, welches von einem mysteriösen Bund handelt: dem 'Keltischen Ring'. Ulf beschließt, dieses Geheimnis zu ergründen und die Route des Skippers nachzufahren. Er und sein Freund Torben brechen auf, Pekka wird indes ermordet und der waghalsige Törn entlang der schottischen Küste wird bald zu einer lebensbedrohlichen Gefahr für die beiden Segler. Björn Larsson, 1953 in Schweden geboren, ist Professor für Französisch, seine Leidenschaft ist aber das Segeln, das er mit der Schriftstellerei verbindet. Im Sommer lebt er auf einem Segelboot in Dänemark. Björn Larsson wurde u. a. 2004 mit dem schwedischen Literaturpreis Östrabopriset ausgezeichnet.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 384
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783293309548
    Verlag: Unionsverlag
    Originaltitel: De Keltiska ringen
    Größe: 2498 kBytes
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Der Keltische Ring

1

E s war der 18. Januar 1990. Eine steife Brise, die bisweilen Sturmstärke erreichte, fegte mit schweren Regenschauern von Südwesten heran.

Die Järnvägsgatan, eine Straße am Hafen von Limhamn auf der schwedischen Seite des Sunds, lag verlassen da, nur ab und zu spiegelte sich das Scheinwerferlicht eines Autos in Schaufensterscheiben und lag glänzend auf dem nassen Asphalt.

Mit dem Wind im Rücken ging es sich leicht. Die schwersten Böen schoben mich förmlich auf mein Ziel, den Fähranleger, zu. Nicht, dass ich es eilig gehabt hätte. An einem Donnerstagabend im ersten Monat des Jahres gab es keine Warteschlange, die Fähren legten halb leer ab. Und der Wartesaal war alles andere als einladend.

Obwohl mir Warten im Grunde nichts ausmachte. Ich hatte es allmählich gelernt, und manchmal gelang es mir zu vergessen, dass mir die Zeit ziemlich sinnlos durch die Finger rann. Ich war viel in Bewegung, aber das änderte nichts an dem Gefühl vergeudeter Zeit. Immer gab es etwas zu tun, etwas, was beendet werden musste und keinen Aufschub duldete. Und stets waren es andere, die mir Fristen setzten.

Meine Übersiedlung nach Dänemark war ein erster Versuch gewesen, dieser Tretmühle zu entkommen. Ich arbeitete aber weiter in Schweden, und nach wie vor war die Stechuhr das Maß meines Lebens. Ich pendelte nur immer hin und her, ich kam niemals irgendwo an.

Jahraus, jahrein war ich dreimal in der Woche über den Sund gefahren. Die einzige Abwechslung bestand in den unterschiedlichen Fährverbindungen, die ich benutzen musste, je nachdem, wo sich mein "Zuhause" gerade befand. Denn ich wohnte auf einem Segelboot, das in Häfen zwischen Helsingör im Norden und Dragör im Süden lag.

Den Winter über, wie jetzt, machte ich in Dragör fest, einem der wenigen Häfen, in denen das ganze Jahr über Leben herrschte. Lotsen, Fischer und Fähren, die zu jeder Jahreszeit fuhren, vertrieben mir die Einsamkeit. Im Sommer dagegen wechselten mein Schiff und ich ständig den Liegeplatz. Die Rustica, so hieß es, hatte keinen festen Heimathafen.

Für die Behörden hatte mein unstetes Leben mich zum "Grenzgänger" gemacht, zu einem, der in einem Land wohnt und in einem anderen arbeitet. Ich selbst hielt mich eher für einen Zugvogel, den man zu lange gefüttert hatte. Andere als Staatsgrenzen überschritt ich jedenfalls nicht. Dennoch hatten die tägliche Überfahrt und das Gefühl, ausgewandert zu sein, einen gewissen Reiz für mich, und gelegentlich ließ ich mich zu der Hoffnung verleiten, dass alles sich ein wenig verändert haben könnte, wenn ich die Fähre verließ und an Land ging. Natürlich wurde ich immer enttäuscht.

Immerhin war an diesem Abend eine kleine Neuigkeit zu erwarten. Die Fähre Ofelia war vollständig überholt und als Königin des Öresunds wieder in Dienst gestellt worden. Es war meine erste Fahrt auf dem umgebauten und in den Adelsstand erhobenen Schiff, und ich war neugierig darauf, wie es mir gefallen würde. Da ich vier dunkle Monate im Winterhafen von Dragör vor mir hatte, war das bei meinen ständigen Fahrten durchaus eine Frage von echtem Interesse. Wenn sich Eis bildete, konnte ich die Rustica nicht mehr in einen anderen Hafen mit einer anderen Fährverbindung über den Öresund verlegen.

Bis dahin hatten wir einen milden Winter gehabt. Im Dezember hatte es einige Tage geschneit, aber der Schnee war nicht liegen geblieben. Nur in einer Nacht war das Thermometer unter zehn Grad minus gefallen, sonst hatte es sich um null Grad bewegt. Grau war es gewesen, graue Luft mit viel Regen und Wind, und zweimal hatten wir Wind in Orkanstärke gehabt, der Flughafen Kastrup hatte 37 Sekundenmeter gemeldet. Am nächsten Tag waren die Anlegebrücken im Hafen überflutet gewesen, und ich konnte nicht an Land gehen. Kurz, wir erlebten einen typischen südschwedischen und dänischen Winter: feucht, rau, düster und trist.

Was sich ra

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