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Der Klang unserer Herzen Roman von Cooper, Emma (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 18.03.2019
  • Verlag: Goldmann
eBook (ePUB)
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Der Klang unserer Herzen

Eine außergewöhnliche Familiengeschichte, herzzerreißend und doch lebensbejahend. Melody King hat ein seltenes Leiden, seit sie sich vor Jahren am Kopf verletzt hat: Sie singt, wenn sie in Stress gerät. Sie singt unkontrolliert und laut und in den unpassendsten Momenten - an der Supermarktkasse oder mitten während der Schulaufführung ihres Sohnes. Kein Arzt, kein Psychologe kann ihr helfen. Ihren beiden Kindern, Flynn und Rosie, ist das alles furchtbar peinlich, aber seit ihr Vater vor elf Jahren verschwand, hält die Familie liebevoll zusammen. Doch als die Kings auf eine Vermisstenanzeige stoßen, die auf Melodys Mann passt, werden sie mit einer Wahrheit konfrontiert, die ihr Leben komplett auf den Kopf stellt ... Emma Cooper ist ehemalige Lehrerin und wohnt mit ihrem langjährigen Lebensgefährten und vier Kindern in Shropshire, England. Nebst ihrer Familie und dem Schreiben, liebt sie Käse, Wein, Filme und Pizza. Mathe war noch nie ihre Stärke. 'Der Klang unserer Herzen' ist ihr erster Roman.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 528
    Erscheinungsdatum: 18.03.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641223267
    Verlag: Goldmann
    Originaltitel: The Songs of us
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Der Klang unserer Herzen

1

Melody

Unser Leben - ganz gleich, was in dessen Verlauf auch passiert - beginnt und endet mit einem Herzschlag: Es ist unser eigener persönlicher Rhythmus, unser eigenes Lied. Ein Lied kann sich heben und senken wie ein Atemzug. Es kann mit einem einzelnen Ton beginnen und zu einer Sinfonie werden: eine große, glückliche Familie aus Tönen und Klängen. Für mich allerdings haben Lieder eine noch viel tiefere Bedeutung.

"Das macht dann siebenundachtzig Pfund und sechsundsechzig Pence, bitte", sagt die Supermarktkassiererin, und mir wird angst und bange.

Ich kann verstehen, wenn Ihnen das nicht unbedingt wie eine Schreckensnachricht vorkommt. Eigentlich ein ganz normaler Preis für den Wocheneinkauf einer dreiköpfigen Familie. Schließlich hat die maskulin wirkende Supermarktmitarbeiterin mir ja nicht gerade eröffnet, ich hätte nur noch eine Woche zu leben oder dass ich mir versehentlich den Rock in die Unterhose gestopft habe. Das Problem ist mein Kontostand. Ich weiß nämlich, dass heute, am 21. Februar, mein Konto prekär am Abgrund von ziemlich genau acht Pfund Bareinlage balanciert.

Ich höre die ersten Takte von Can't Buy Me Love von den Beatles. Was zunächst recht undramatisch klingt. Überall auf der Welt läuft in Supermärkten Musik zur Hintergrundbeschallung, damit die Kunden in Kauflaune kommen. Ein etwas flotteres Tempo soll die schlafwandelnden Zombie-Kunden mit den leeren, toten Augen auf Trab bringen. Aber ich verrate Ihnen, warum die Worte der Kassiererin mich zum Schwitzen bringen: Ich versuche, ihr mein Cashflow-Dilemma zu erklären.

"Wie bitte?", fragt die Kassiererin mit dem teigigen Gesicht verdattert, was ich ihr nicht verdenken kann. Sie müssen wissen, ich erläutere meine Zwangslage nicht etwa mit hängenden Schultern und "Das Leben ist nicht fair"-Leichenbittermiene.

Nein. Ich höre nicht nur den altbekannten Beatles-Klassiker, sondern habe angefangen mitzusingen - lauthals und mit dem Brustton der Überzeugung. Sie werden sich vielleicht wundern, warum ich der Kassiererin derart inbrünstig einen Beatles-Song entgegenschmettere. Tja, die Antwort darauf lautet, ich weiß es leider selbst nicht. Tatsächlich bin ich in den vergangenen zwei Jahren bei verschiedenen Ärzten gewesen, von denen es mir auch keiner sagen konnte. Genauso wenig wie die Gutachter, Spezialisten und Psychiater (von denen es so einige gab).

Aber ich sage Ihnen, was ich weiß.

Eines stürmischen, kalten Januarmorgens wachte ich auf - so weit erst mal nichts Ungewöhnliches. Es war auch nichts Besonderes daran, dass es Graue-Tonne-Tag war oder dass ich in Gummistiefeln und marshmallowrosa Morgenmantel, den ich fest um den fülligen Weihnachtsbauch geschlungen hatte, draußen stand und versuchte, besagte Tonne die steile Einfahrt vor dem Haus hochzuzerren. Ich sage, daran war nichts Besonderes, weil mein Leben schon damals ziemlich chaotisch war. Unorganisiert. Ein einziges großes Durcheinander. Wäre ich ein ordentlicher, organisierter Mensch, der zu werden ich mir jedes Silvester aufs Neue fest vornahm, dann hätte die Tonne längst vor dem Haus gestanden wie ein tapferer kleiner Soldat, der wacker den Elementen trotzt und mit entschlossenem Stolz seiner bevorstehenden Ausweidung entgegensieht. Wäre ich so ein Mensch, wäre mir nicht einen Tag vorher der Enteiser ausgegangen, weshalb ich die Autoscheiben mit heißem Wasser vom Eis befreien musste. Und dann wäre da auch keine gefrorene Glatteispfütze gleich neben dem Bordstein gewesen. Ich wäre nicht ausgerutscht und rückwärts hingeschlagen und mit dem Kopf aufs Pflaster geknallt. Meine elfjährige Tochter hätte nicht geschrien wie am Spieß, als sie mich zwanzig Minuten später blutüberströmt und bewusstlos auf der Straße liegen sah. Mein völlig verstörter Sohn hätte nicht in Panik versuchen müssen, unbeholfen seine Pfadfinderkenntnisse an mir anzuwenden, um meinen schwachen Puls zu ertasten, und ich hätte - natürlich - nic

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