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Der kleine Inselladen - 1 Neubeginn am Meer von Janssen, Fenna (eBook)

  • Verlag: Aufbau Verlag
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Der kleine Inselladen - 1

Spitzenköchin Jette eilt auf die Nordseeinsel Spiekeroog, um ihrer Großmutter beizustehen. Dort ist sie entsetzt über den Zustand von Großmutters altem Tante-Emma-Laden. Als sie dann noch auf Benno trifft, wird es kompliziert. Er war einst ihre erst große Liebe. Jette muss sich fragen, ob sie noch Gefühle für ihn hegt. Fenna Janssen wurde in Lübeck geboren und wuchs in Hamburg auf. Viele Jahre war sie als Journalistin für diverse Zeitungen tätig. Inzwischen arbeitet sie erfolgreich als Autorin und bleibt auch in ihren Büchern ihrer norddeutschen Heimat treu. Im Aufbau Taschenbuch ist bereits ihr Roman "Der kleine Inselladen" erschienen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 150
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783841215499
    Verlag: Aufbau Verlag
    Größe: 2189 kBytes
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Der kleine Inselladen - 1

1. Kapitel

"Hallo Schatz", sagte Jette und wischte sich mit einem Geschirrtuch über die Stirn. "Ist ein schlechter Moment."

"Das ist es bei dir ja meistens." Roberts Stimme klang leicht verzerrt durch das Smartphone, was jedoch auch am Brodeln, Köcheln und Dampfen um sie herum liegen mochte. "Aber diesmal kann es nicht warten. Ich werde befördert!"

Vor Schreck ließ Jette ihr schärfstes Messer auf das Schneidebrett fallen. Das Stück Thunfischfilet, das sie in dünne Scheiben schnitt, wurde in der Mitte aufgespießt, und als das Messer zur Seite kippte, klaffte ein Loch darin. Den konnte sie jetzt nicht mehr gebrauchen. Seufzend legte Jette das Filet beiseite.

Ihr passierte nur höchst selten ein Ungeschick in der Küche, und das wurde im italienischen Sternerestaurant "La Luna" auch nicht anders erwartet. In dem gut besuchten Lokal, nur einen Steinwurf entfernt vom Englischen Garten in München, arbeiteten nur absolute Spitzenköche, und Jette von Straten war stolz darauf, dass sie seit drei Jahren zur Mannschaft gehörte. Ihr Chef Pasquale Battelli hatte sie von Anfang an gefördert, aber wenn sie noch mehr von dem kostbaren japanischen Thunfisch verdarb, würde sie bald unten durch sein. So jovial Pasquale sich gern den Gästen gegenüber gab, so fröhlich er in seiner TV-Kochshow wirkte - Mitarbeiter, die Fehler machten, wurden bei ihm schneller gefeuert als sie einen schwarzen Trüffel kleinhobeln konnten.

"Bist du noch dran?", fragte Robert mit jenem Hauch von Gereiztheit, der seit einiger Zeit einfach nicht mehr aus seiner Stimme verschwinden wollte.

"Entschuldigung, ja." Jette überlegte, ob sie gefahrlos den Pistazienmantel für die Thunfischscheiben vorbereiten konnte, während sie telefonierte. Aber dann beschloss sie, lieber schnell das Gespräch mit Robert zu führen und sich dann wieder mit voller Konzentration ihrer Arbeit zu widmen.

Wenn Pasquale sie mit dem Smartphone in der Hand erwischte, war ohnehin die Hölle los.

"Du wirst befördert", presste Jette hevor. Ihr Herz geriet aus dem Takt, und sie musste sich mit der freien Hand an der Kante der Arbeitsfläche festhalten.

Plötzlich war er da, der Moment, vor dem sie sich seit mehr als einem Jahr fürchtete. Seit dem Tag, an dem Robert in einem ungewohnten Anfall von Abenteuerlust seine Stellung bei der Stadtsparkasse in München aufgegeben hatte, um für eine Privatbank aus Monaco zu arbeiten.

"Stell dir vor", hatte er damals gesagt. "Mit etwas Glück könnte ich eines Tages im Fürstentum leben, wenn dort bei der Bank eine Stelle frei wird. Wäre das nicht herrlich? Keine verregneten Sommer und keine kalten Winter mehr, nur noch Sonne, schöne Menschen und leckere französische Küche."

Jette mochte das Münchener Wetter eigentlich ganz gern, obwohl ihr manchmal der frische Wind über der Nordsee fehlte, ebenso wie der endlose Himmel ihrer flachen Heimat. Besonders an die Berge hatte sie sich noch immer nicht gewöhnt. Es war schwierig, wenn der Blick ständig gegen einen Gipfel knallte, anstatt frei in die Ferne zu schweifen. Die Leute hier fand sie eigentlich nicht besonders hässlich, nur der bayerische Dialekt bereitete ihr auch nach zehn Jahren noch immer Schwierigkeiten. Und die gehobene italienische Küche war ihr allemal lieber als französische Froschschenkel oder ähnliches Zeug. Da war sie stellvertretend für ihren Chef ganz italienisch-patriotisch. Aber sie hütete sich, ihre Meinung laut kund zu tun. Schließlich liebte sie Robert, und außerdem war eine Versetzung nach Monaco ja doch mehr als unwahrscheinlich, das jedenfalls sagte sie sich beides täglich aufs Neue.

Irrtum. Nun hatte sie den Salat. "Mit Stückchen von kalten Froschschenkeln an Vinaigrette, bestimmt."

"Was hast du gesagt?" Roberts Stimme klang um einiges gereizter.

"Äh - nichts." Sie wusste, jetzt wäre Jubel angebracht gewesen, aber sie hatte plötzlich einen Kloß im Hals. Jetzt mach mal hal

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