text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Der kleine Strickladen in den Highlands Ein Familienroman. Mit kreativen Strickanleitungen von Oswald, Susanne (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 08.11.2019
  • Verlag: MIRA Taschenbuch
eBook (ePUB)
8,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Der kleine Strickladen in den Highlands

Eisige Winde fegen über den Loch Lomond, und die Hügel der Highlands glühen in den Farben des Herbstes. Erst seit Kurzem weiß Maighread, dass in dieser zauberhaften Landschaft ihre Wurzeln liegen, denn hier lebt ihre Großmutter. Vielleicht ist ein Ausflug in die Vergangenheit ihrer Familie genau die Ablenkung, die sie nach der Trennung von ihrem Freund braucht. Allerdings ist Maighreads Großmutter vorerst alles andere als begeistert vom Auftauchen ihrer Enkelin. Aber Maighread hat genug zu tun, schließlich hat der gemütliche Wollladen in dem kleinen Ort am Loch Lomond ihren heimlichen Traum von solch einem Strickparadies geweckt. Vielleicht ist es genau diese Leidenschaft für das Handarbeiten, die Maighread und ihre Großmutter näher zusammenbringt. Susanne Oswald lebt in Neuried in der Ortenau. Sie schreibt Kinder- und Erwachsenenromane, Krimis und Sachbücher. Neben dem Schreiben betreibt sie gemeinsam mit ihrem Mann eine Senfmanufaktur, die "Senferia". Fast immer an ihrer Seite: Mops Töps. Mehr zur Autorin unter www.susanneoswald.de

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 304
    Erscheinungsdatum: 08.11.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783745750447
    Verlag: MIRA Taschenbuch
    Größe: 2815 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Der kleine Strickladen in den Highlands

Kapitel 2

Joshua

Joshua McLoughlin kam frisch geduscht und zufrieden vor sich hin summend aus dem Bad. Die Vorfreude auf den Tag machte ihm gute Laune.

Die Probennahme auf dem Loch Lomond war immer wieder ein Vergnügen. Dieses Mal sicher noch mehr als im Hochsommer. Joshua liebte die Zeit auf dem Wasser außerhalb der Saison ganz besonders, denn dann hatte er den See meist für sich allein.

Barfuß durchquerte er sein Arbeitszimmer, trat an die in die Rundung des Turmzimmers eingelassene Fensterfront und warf einen prüfenden Blick nach draußen.

"Verflixtes Wetter", murmelte er. Plötzlich war er um einiges weniger gut gelaunt.

Callwell Castle lag nur einen kurzen Spaziergang vom See entfernt. Die dazugehörigen Ländereien erstreckten sich bis zum Fuße des Ben Lomond. Hier gab es Natur satt.

Wenn man Einsamkeit suchte, war man hier genau richtig, und dennoch hatte man auch die Möglichkeit, sich unter Menschen zu mischen. Besonders am Südufer des Lochs war immer etwas los.

Heute allerdings konnte Joshua nichts von all der Schönheit sehen, von der er wusste, dass sie sich zu seinen Füßen ausbreitete. Die Wolken hingen so tief, dass sie die von blühender Heide überzogenen Hügel berührten. Noch nicht einmal die Auffahrt zum Castle, die links unterhalb seines Fensters lag, war durch den Nebel erkennbar.

Joshua seufzte ein wenig frustriert. Er liebte das raue Wetter, und auch der häufige Regen, wie er für Schottland typisch war, störte ihn nicht. Wenn aber so wie heute aus den Regenschauern Sturzbäche wurden und der Wind dafür sorgte, dass das Wasser von allen Seiten gleichzeitig kam, dann verlor selbst er die Lust am Draußensein. Das war kein Regenwetter mehr, es glich eher einer Sturmflut. Noch ein bisschen mehr, und er müsste beginnen, eine Arche zu bauen.

Der Herbst hatte es in diesem Jahr eilig. Es war erst Ende September, und er präsentierte sich schon jetzt von dieser rauen Seite.

Hier drinnen allerdings knisterte das Kaminfeuer und schenkte dem Raum Behaglichkeit, die Hunde lagen dösend davor und ließen sich das Fell wärmen.

Mit Blick auf den Holzstapel neben der Feuerstelle rieb Joshua sich über seinen frisch gestutzten Bart. Er würde noch einmal für Nachschub sorgen müssen, damit sie Callwell Castle warm durch den Winter brachten. Der Vorrat im Schuppen war schnell verbraucht, wenn es so früh mit der Kälte losging.

Die Jogginghose saß locker auf Joshuas Hüfte, und auf seiner nackten Brust schimmerte die Haut noch feucht von der Dusche. Gedankenversunken rubbelte er sich die rotbraunen Haare trocken. Eigentlich müsste er sie mal wieder schneiden lassen, aber mit dem Winter vor der Tür kam ihm die Wolle auf dem Kopf gerade recht. Die Schafe scherte man schließlich auch nicht mehr, wenn es bereits kalt wurde.

Damit argumentierte er auch immer, wenn Eilidh ihm wieder einmal durch die Haare fuhr und dabei ihren tadelnden Blick aufsetzte, als wäre er ein unerzogener Lausbub. Sie hatte nie akzeptiert, dass er kein kleiner Junge mehr war, und Joshua mochte sie viel zu gern, als dass er ihr deshalb böse sein könnte.

Eilidh gehörte quasi zur Familie. Sie war schon vor seiner Geburt Haushälterin auf Callwell Castle gewesen und würde wohl auch immer hierbleiben. Er konnte sich das Haus ohne sie nicht vorstellen. Sie war die gute Seele, die aufpasste, dass ihre beiden Männer nicht verhungerten und "immer frische Unterwäsche in der Schublade hatten". Letzteres betonte Eilidh bei jeder Gelegenheit mit einem Augenzwinkern. Sie liebte es, Joshua zu necken. Die Schmutzwäsche war zu einem Running Gag zwischen ihnen geworden.

Nach seinem Wiedereinzug hatte Joshua versucht, das Waschen selbst zu übernehmen, wie es sich seiner Meinung nach für einen modernen, unabhängigen Mann gehörte. Aber diese Rechnung hatte er ohne Eilidh gemacht, denn damit hatte er ihr fest verankertes Weltbild ins Wanken gebracht. Das konnte sie nicht duld

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen