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Der Lange Kosmos Lange Erde 5 - Roman von Pratchett, Terry (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 13.11.2017
  • Verlag: Goldmann
eBook (ePUB)
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Der Lange Kosmos

2070-71: Fast sechs Jahrzehnte nach der Entdeckung des Wechslers, der erstmals das Pendeln zwischen Parallelwelten ermöglichte, floriert auf der Langen Erde eine neue posthumane Gesellschaft. Doch gerät diese in Aufruhr, als eine geheimnisvolle Botschaft aus der Mitte der Galaxie eingeht: MACHT MIT. Die superintelligenten Next entdecken darin die Baupläne für eine künstliche Intelligenz von gewaltigen Ausmaßen. Einmal gebaut, könnte der Computer nicht nur die Position der Langen Erde im Kosmos für immer verändern, sondern auch Antwort geben auf die Frage aller Fragen: Was ist der Sinn des Lebens? Doch niemand kennt den Sender der Botschaft, und niemand weiß, ob seine Absichten friedlich sind. Terry Pratchett, geboren 1948, schrieb 1983 seinen ersten Scheibenwelt-Roman - ein großer Schritt auf seinem Weg, einer der erfolgreichsten Autoren Großbritanniens und einer der populärsten Fantasy-Autoren der Welt zu werden. Von Pratchetts Romanen wurden weltweit 85 Millionen Exemplare verkauft, seine Werke sind in 40 Sprachen übersetzt. Für seine Verdienste um die englische Literatur verlieh ihm Queen Elizabeth sogar die Ritterwürde. Terry Pratchett starb am 12.3.2015 im Alter von 66 Jahren.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 480
    Erscheinungsdatum: 13.11.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641205683
    Verlag: Goldmann
    Serie: Die Lange Erde .5
    Originaltitel: The Long Cosmos
    Größe: 1262 kBytes
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Der Lange Kosmos

1

MACH MIT

W enn man unterwegs war, bedeutete "nach unten" immer in Richtung der Datum-Erde. Hinab zu den geschäftigen, trubeligen Erden. Hinab zu den Millionen von Menschen. "Nach oben" bezeichnete die Richtung zu den stillen Welten und der sauberen Luft der Hohen Megas.

Fünf Schritte westlich von Datum-Madison, Wisconsin, stand Joshua Valienté an einem bitterkalten Märztag auf einem kleinen Friedhof neben einem Kinderheim vor dem Grabstein seiner Frau. So weit "unten" war er schon lange nicht mehr gewesen, so niedergeschlagen und betrübt. Helen Green Valienté Doak. "Was ist passiert, Liebes?", fragte er leise. "Wie konnte es nur so weit mit uns kommen?"

Er hatte keine Blumen dabei. Was auch nicht nötig war, die Kinder pflegten das kleine Grab ausgezeichnet, vermutlich unter der liebevollen Anleitung von Schwester John, einer alten Freundin Joshuas, die das Heim inzwischen leitete. Es war auch Schwester Johns Idee gewesen, diesen Stein aufzustellen als Trost für Joshua, wenn er hierher zu Besuch kam. Helen hatte darauf bestanden, auf der Datum begraben zu werden, an einem viel weniger gut erreichbaren Ort.

Auf dem Stein stand Helens Todesdatum im Jahre 2067. Jetzt, drei Jahre später, stellte Joshua fest, dass er mit dieser grausamen Tatsache immer noch zu kämpfen hatte.

Er war seit jeher gern allein gewesen, zumindest über große Abschnitte seines Lebens hinweg. Sogar seine Erfahrungen am Wechseltag hatte er diesem Verlangen nach Einsamkeit zu verdanken. Inzwischen war es über ein halbes Jahrhundert her, dass ein unverantwortliches Genie namens Willis Linsay die Bauanleitung für einen einfachen, von jedermann ohne große Mühe zu bastelnden Apparat namens "Wechsel-Box" online gestellt hatte. Sobald man sich eine solche Box gebaut und an den Gürtel geschnallt hatte, konnte man, indem man den Schalter auf ihrem Deckel betätigte, wechseln , das heißt, von der alten Welt, die von allen mittlerweile nur noch die Datum-Erde genannt wurde, mit einem Schritt in eine andere Welt hineingehen. In eine stille, von dichtem Wald bedeckte Welt, falls man wie der damals dreizehnjährige Joshua von einem Ort wie Madison, Wisconsin, aus wechselte. Drückte man den Schalter in die andere Richtung, kehrte man an den Ausgangspunkt zurück. Man konnte aber auch, wenn man wie der junge Joshua mutig genug war, noch weiter gehen und Schritt für Schritt von einer Welt in die nächste gelangen ... Mit einem Mal stand allen Menschen die Lange Erde offen - eine schier endlose Kette paralleler Welten, einander ganz ähnlich, aber nicht identisch, und alle, bis auf die ursprüngliche Erde - die Datum-Erde - völlig menschenleer.

Für einen Einzelgänger wie den jungen Joshua Valienté war die Lange Erde ein perfekter Zufluchtsort. Aber wohin man auch floh, irgendwann musste man wieder zurückkommen. Und jetzt war er siebenundsechzig, seine Frau war tot und Sally Linsay schon lange verschollen - jene beiden so gegensätzlichen Frauen, die sein Leben bestimmt hatten -, und nachdem sich sein einziger Sohn mehr oder weniger von ihm entfremdet hatte, blieb Joshua überhaupt nichts anderes mehr übrig, als allein zu sein.

Mit einem Mal verspürte er einen stechenden Kopfschmerz, der ihm wie ein Stromschlag durch die Schläfen fuhr.

Und während er noch so dastand, glaubte er, etwas zu hören. Es ähnelte dem Unterschallgrummeln eines tiefen Bebens mit so gewaltigen und dichten Klangwellen, dass man sie eher spüren als hören konnte.

Joshua versuchte, sich auf das Hier und Jetzt zu konzentrieren - den Friedhof, den Namen seiner Frau auf dem Stein, die Plattenbauten auf dieser Nahen Erde, die sämtlich aus Holzwänden und Sonnenkollektoren bestanden. Doch dieses ferne Geräusch ließ ihn nicht los.

Etwas rief ihn. Etwas, das aus den Hohen Megas herüberhallte.

MACH MIT

Und noch viel weiter von der Datum entfernt, in einem leeren, mit Ster

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