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Der leuchtende Schuh von Gäßler, Heike (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 02.10.2015
  • Verlag: spiritbooks
eBook (ePUB)
3,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
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Der leuchtende Schuh

"Wenn ich ganz langsam und wenn ich ganz vorsichtig und wenn ich ganz weit hineingehe in den Herzbereich, wenn ich mich durch alle Windungen des Labyrinthes, das als Schutzzone das innere Herz umspannt, hindurch gewunden habe, dann - ja, was kommt dann? " Der leuchtende Schuh ist ein Qigong-Roman - die Geschichte einer spirituellen Erfahrung und zugleich eine Liebesgeschichte, die uns an Schauplätze in Taiwan, Indonesien, Singapur, China, Tibet und in die Mongolei führt. Soll Henriette den undurchsichtigen Anweisungen ihres Qigongmeisters Wu Xiang Fei folgen oder ihrer eben erwachten Liebe zu Marc? Als der Auftrag ihres Meisters sie in die mongolische Wüste führt, muss Henriette die Entscheidung ihres Lebens treffen ... Heike Gäßler ist freie Theatermacherin und Kulturjournalistin. Seit 1996 beschäftigt sie sich mit Kunst und Kultur in den Ländern Ost- und Südostasien, die sie auf zahlreichen Reisen kennengelernt hat. Der Roman ist inspiriert von ihrer Liebe zum Qigong und ihrem langjährigen Studium unter der Anleitung verschiedener Qigong- und Tai Chi-Meister. Heike Gäßler lebt in Berlin.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 280
    Erscheinungsdatum: 02.10.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783944587837
    Verlag: spiritbooks
    Größe: 3958 kBytes
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Der leuchtende Schuh

3 Die Aufgabe

Henriette schreckte vom Sofa auf. Es klingelte. Sie musste vor dem Fernseher eingeschlafen sein. Mühsam richtete sie sich auf, um nach dem Telefon zu greifen. Auf ihrer Wange zeichneten sich die Fingerabdrücke ihrer rechten Hand ab. Benommen setzte sie sich in eine aufrechte Position und drückte die Taste. Eine Frauenstimme dröhnte durch den Hörer. Die Sprecherin hielt sich nicht erst damit auf, ihren eigenen Namen zu nennen.

"Du hast wirklich großes Glück, Henriette. Es ist ganz erstaunlich. Aber Wu Xiang Fei hat deine Bitte entgegengenommen."

Henriette konnte es kaum glauben, es musste Nathalie, die Assistentin ihres Qigongmeisters sein.

"Es wird ein Treffen geben. Wenn Wu Xiang Fei deinen Vorschlag gutheißt, wird er dir die Aufgabe energetisch übertragen."

Augenblicklich war Henriette hellwach.

"Danke für deinen Rückruf, Nathalie. Ich habe bereits ein Buchkonzept ausgearbeitet", sprudelte sie hervor. "Ich möchte nicht nur einfach das chinesische Buch übersetzen. Ich will eine neue Version daraus machen, die mehr auf unsere deutschen Verhältnisse zugeschnitten ist. Kulturelle Unterschiede sollen berücksichtigt ..."

"Besprich das mit Wu Xiang Fei, Herzchen", sagte Nathalie mit ihrem gedehnten amerikanischen Akzent.

"Ja, du hast recht. Das ist sicher besser. Aber was verstehst du darunter, dass Wu Xiang Fei mir die Aufgabe energetisch übertragen wird?"

"Sag, Henriette, wie lange bist du jetzt bei uns? Bestimmt drei Jahre, oder? Und da weißt du immer noch nicht, wie Wu Xiang Fei seine Aufgaben überträgt? Sag, vielleicht bist du ja doch noch nicht so weit, um ein Buch über ihn schreiben zu können. Das ist absolutes Basiswissen!"

Henriettes glaubte sich verhört zu haben. Woher kam plötzlich dieser herablassende Ton? Nathalie war bisher immer nett zu ihr gewesen. Der Assistentin schien ihr Buchvorhaben nicht zu gefallen.

"Nathalie, sag mir bitte einfach, was das bedeutet", entgegnete Henriette verunsichert.

"Na schön. Also, wenn Wu Xiang Fei dir eine Aufgabe überträgt, dann gibt er dir ein hohes Maß an Qi, damit du diesen Auftrag perfekt erledigen kannst. Wie bei einer Fernübertragung pflanzt er die Information der Aufgabe in dich ein. Wenn du daran arbeitest, die Aufgabe zu erfüllen, regelt sich vieles von selbst. Du schwimmst auf einem kraftvollen Qi-Feld. Das Feld ist jedoch an die Aufgabe gekoppelt. Es ist überaus wichtig, Henriette, dass man seine Aufgabe erfüllt. Damit wird auch das Qi wachsen. Ansonsten geht es steil bergab mit deinem Energieniveau. Man sollte sich also vorher gut überlegen, ob man einer Sache gewachsen ist. Wir haben alle ein zu großes Ego. Und hinterher gibt es kein Zurück mehr. Deshalb wartet man, bis ein Meister auf einen Schüler zukommt und ihm einen Auftrag erteilt und kommt nicht mit eigenen Ideen daher. Denn ich muss das sonst prüfen und ständig hinterherkontrollieren, ob die Aufgaben auch richtig erfüllt werden. Da erlebt man so einiges."

Unruhig trommelte Henriette mit den Fingern auf den Tisch, verzichtete aber auf eine Antwort. Einer so großen Überheblichkeit war sie nicht gewachsen. Zudem wollte sie den bevorstehenden Termin nicht wegen irgendwelcher Differenzen mit Nathalie gefährden. Das Treffen war einfach zu bedeutend.

Dann wartete Henriette und wartete. Zwei Termine wurden angesetzt und wieder verschoben. Ihr Buchprojekt wurde allmählich zu einer fixen Idee. Wann immer Henriette mit ihrer Arbeit unzufrieden war, dachte sie an diese neue Aufgabe. Und obwohl sich das Problem mit den linken Schuhen einfach nicht lösen wollte und in Peking durch immer neue Abteilungen wanderte, blieb Henriette gelassen. Es war, als hätte sie plötzlich etwas gefunden, das ihr wirklich entsprach. Ende Juli war es endlich so weit. Sie wurde für halb sechs zu einer Besprechung ins Berliner Qigong-Zentrum eingeladen.

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Etwas

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