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Der magische Adventskalender Illustriert von Daniel Faller von Brandt, Jan (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 08.10.2018
  • Verlag: DuMont Buchverlag
eBook (ePUB)
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Der magische Adventskalender

Es ist Winter in Ravenhagen. Die Bewohner der kleinen Stadt sind schon früh unterwegs, alles wuselt frohgemut durch die Gassen. Ein Tag wie jeder andere, denkt Jonas Klaasen beim Blick aus dem Fenster. Jonas ist zu schüchtern, vielleicht auch zu melancholisch, um in die vorweihnachtliche Heiterkeit der anderen einzustimmen. Als er aber vor die Tür tritt, um in die Schule zu gehen, ändert sich alles. Er findet einen Holzkasten, der sich bei näherer Betrachtung als Adventskalender herausstellt. Doch seltsamerweise lassen sich seine Türchen nicht öffnen. Jonas geht dem Rätsel nach und entdeckt, dass der Kalender Hinweise enthält - auf Bewohner Ravenhagens, mit deren Hilfe die Schätze des Kastens zum Vorschein kommen. Der magische Adventskalender schickt Jonas auf eine abenteuerliche Reise, an deren Ende er nicht nur viele neue Freunde gewonnen, sondern auch das Geheimnis des Kalenders entschlüsselt haben wird. Der magische Adventskalender Gegen die Welt Tod in Turin Stadt ohne Engel Der magische Adventskalender Ein Haus auf dem Land/Eine Wohnung in der Stadt

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 208
    Erscheinungsdatum: 08.10.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783832184339
    Verlag: DuMont Buchverlag
    Größe: 11507 kBytes
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Der magische Adventskalender

1Jonas macht eine Entdeckung

Über den Dächern von Ravenhagen sprühten die ersten Sonnenstrahlen und tauchten die Stadt in ein weiches, milchiges Licht. Aus den Schornsteinen stieg Rauch in den Morgenhimmel. Die große Glocke des Kirchturms, des Totentäuferturms, schlug zweimal kurz an wie jede Viertelstunde, und ihr Klang hallte durch die engen Gassen bis zum Haus der Klaasens. Jonas achtete nicht auf die Zeit. Er saß in der Küche, vor ihm ein Stutenkerl und ein Glas Milch, neben ihm, in Reichweite, der Teller und das Glas seiner Schwester Sonja. Sie war noch im leeren Zimmer, er hörte ihre Schritte über sich, das Knarzen der Dielen. Jonas blickte aus dem Fenster. Gegenüber zog Herr Brombacher, der Uhrmacher, die Rollläden seines Ladens hoch. Kinder liefen, dick eingepackt, die Schulranzen geschultert, an ihm vorbei. Maik Mirscheidt spuckte im Gehen alle paar Meter vor sich aufs Pflaster. Spange, ein Punkmädchen, blieb vor einem Plakat stehen, auf dem »Die Schiefen Zähne spielen Schiefe Musik« stand. Zwei Lehrer, Herr Semrock und Herr Siemsglüß, beide in dicke Mäntel gehüllt, wiesen Spange auf die Zeit hin und forderten sie auf, weiterzugehen, bevor sie selbst weitergingen und ihr Gespräch fortsetzten. Alle strebten nur einem Ziel zu: der Schule. Jonas würde ihnen bald folgen müssen, wenn er nicht zu spät kommen wollte. Er musste an das Transparent denken, das vorm Rathaus hing: »Ravenhagen - Stadt der Frühaufsteher«. Damit hatte Bürgermeister Burma die Wahl gewonnen, zum wiederholten Mal.

Nachdem Jonas seine Milch getrunken und den Stutenkerl gegessen hatte, sah er sich im Raum um, horchte auf die Geräusche im Haus, der Vater unten in der Werkstatt, die Schwester auf der Treppe, und nahm sich Sonjas Portionen. Wie aus weiter Ferne hörte er den Vater drohend seinen Namen rufen. »Jonas! Wo steckst du denn? Mach dich endlich fertig.« Anstatt ihm zu antworten, wischte er sich mit dem Handrücken über den Mund.

Die Tür flog auf, Sonja stürmte herein und rief: »Er ist hier, Papa!« Als hätten sie Verstecken gespielt; als hätten sie ihn seit Stunden gesucht und endlich gefunden.

Sonja trat einen Schritt auf ihn zu, zum Tisch hin. »Hast du etwa«, sagte sie mit zitternder Stimme, links und rechts an ihm vorbeischauend, »meinen Stutenkerl genommen? Und meine Milch auch?«

Jonas nickte, weil der Vater ihnen verboten hatte, mit vollem Mund zu sprechen.

»Papa!«, rief Sonja, lauter und schriller als vorhin.

Und der Vater rief durch den Flur: »Ich komm ja schon.«

Aber bevor er hereinkam, war Sonja schon bei ihm. »Er hat meinen Stutenkerl genommen. Und meine Milch.« Jonas hörte ihr Weinen bis in die Küche hinein, ein helles Schluchzen, und wie der Vater seufzte und »Schon wieder« sagte, einfach nur »Schon wieder«. Damit war nicht nur die Milch gemeint oder der Stutenkerl, den gab es nur ein Mal im Jahr, sondern sein Verhalten: dass er beim Martinssingen die Süßigkeiten für sich behielt, dass er Mädchen auf dem Schulhof an den Haaren zog und Jungs Pferdeküsse gab, dass er im Unterricht Papierflieger faltete, Gummibänder durch die Gegend schoss, bei jeder Gelegenheit dazwischenrief und im Klassenbuch unter der Rubrik Betragen neben seinem Namen Blitze standen, Dutzende Blitze - und keine einzige Sonne, kein einziger Stern.

Während der Vater mit ihm schimpfte und Drohungen ausstieß, die er doch nie wahrmachte, wandte sich Jonas wieder dem Geschehen auf der Straße zu. In seinen Ohren dröhnten die Worte des Vaters, aber sie drangen nicht zu ihm durch, etwas anderes zog ihn in den Bann: Die alte Frau, deren Namen Jonas nicht kannte - manche nannten sie »die Eisnerin«, manche »die Eisige« - und von der er nicht wusste, woher sie kam, huschte am Haus vorbei. Was er wusste, war, dass sie neu war in der Stadt und im vierten Bezirk wohnte, weit weg von allen anderen. In der Schule hieß es, jemand habe sie hierhergeholt, um Rave

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