text.skipToContent text.skipToNavigation

Der Maskenball in der Ca' Torcelli von Adlersfeld-Ballestrem, Eufemia von (eBook)

  • Erschienen: 11.08.2015
  • Verlag: OTB eBook publishing
eBook (ePUB)
1,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Der Maskenball in der Ca' Torcelli

Anna Eufemia Carolina von Adlersfeld-Ballestrem ( 18. August 1854 in Ratibor, 26. April 1941 in München) war eine deutsche Schriftstellerin. Um 1900 zählte sie zu den beliebtesten deutschen Unterhaltungsschriftstellerinnen. In dem Roman 'Der Maskenball in der Ca' Torcelli' soll der Fürst Angelo Torcelli, seine etwas zu lebhafte Cousine Daphne heiraten, zu der er jedoch eher geschwisterliche Gefühle verspürt. Auf einmal erscheint die schüchterne Zoe auf der Bildfläche. Nun muss er sich zwischen zwei wunderschönen aber sehr unterschiedlichen Frauen entscheiden...

Produktinformationen

    Größe: 616kBytes
    Herausgeber: OTB eBook publishing
    Sprache: Deutsch
    Seitenanzahl: 172
    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Unterstützte Lesegerätegruppen: PC/MAC/eReader/Tablet
    ISBN: 9783956768453
    Erschienen: 11.08.2015
Weiterlesen weniger lesen

Der Maskenball in der Ca' Torcelli

Der Maskenball in der Ca' Torcelli

Roman


"Angelo!"

Keine Antwort. Draußen flimmerte und schimmerte der glorreiche Spätsommersonnenschein auf dem breiten Wasserstrom des Kanals Grande und überzog die ihn einsäumenden Paläste mit dem eigentümlichen, silbernen, schleierartigen Licht, das man nur in Venedig sieht und ganz besonders auffallend um die Mittagsstunden beobachten kann. Mit leisem, kaum hörbarem Ruderschlag zogen Gondeln und Barken den Kanal herauf und herab; dann und wann schnob und pustete ein Motorboot vorbei, ertönte ein Zuruf sich begegnender Ruderer, und das war das ganze Geräusch der Großstadt Venedig, das der Fremde, in dessen gemarterten Ohren der Höllenlärm seiner Städte widerhallt, als die Totenstille empfindet, die ihn glauben läßt, daß die ehemalige Königin der Meere eine tote Stadt wäre, die ihrem Untergang entgegensähe.

Die leichte Seebrise, die wie eine leis streichelnde Hand über den Kanal wehte, flüsterte in den Weiden, Zypressen, Steineichen, Hex- und Lorbeerbäumen, deren wunderbar frisches Grün die hohe, lanzenförmig gezinnte Mauer des Gartens am Palazzo Torcelli dal Giglio überragte; sie raunte leiser noch in den Ranken der wilden, virginischen Weinrebe, die an der Gartenseite den Palast bis hinauf zu den Spitzbogenfenstern des zweiten Stockwerkes überzog.

An einem dieser Fenster, hinter der halb zugestellten Markise war dies scharfe, ungeduldige "Angelo!" erklungen, das unbeantwortet geblieben war. Vielleicht absichtlich, denn der Angerufene saß in demselben Raum, doch schien er so in seine Lektüre versenkt und konnte ebensogut den Anruf überhört haben. Es war der derzeitige Besitzer des Palastes, Principe oder zu deutsch Fürst Angelo Torcelli dal Giglio, ein 30jähriger Mann mit einer wahren Antinoosgestalt und einem Rassekopf, in dem die venezianischen Eigentümlichkeiten durch ein paar römische Züge zu einem Ganzen zusammengeschmolzen waren, an dem des aufmerksameren Beobachters Blick sicher nicht ohne Verwunderung vorüberschweifte. Den römischen Einschlag hatte Angelo Torcelli von seiner Mutter, der verwitweten Principessa, die eine Römerin aus dem feudalsten Blut der Ewigen Stadt, den Corleone war. Donna Fabiola war einst eine berühmte Schönheit gewesen, stolz, wie nur eine römische Aristokratin sein kann, arm wie eine Kirchenmaus. Jugendlich schlank und schön, wenn auch vielleicht nur für den Liebhaber dieses Typs, war sie noch heute, trotz ihrer achtundvierzig Jahre. Ihr Stolz war durch ihre Verbindung mit einem der ältesten Geschlechter des venezianischen Uradels noch gewachsen, und ihre Verschwendungssucht hatte zuwege gebracht, die vorher sehr soliden, wenn nicht gar brillanten Finanzen des Hauses Torcelli zugrunde zu richten.

"Angelo!" Der zweite Anruf Donna Fabiolas hatte zur Schärfe und Ungeduld noch eine Gereiztheit im Ton, die den anscheinend so sehr in sein Buch vertieften Leser wie ein Peitschenschlag traf, daß er in die Höbe fuhr und fragend aufsah. Mit einem kleinen Seufzer der Resignation, der nicht viel mehr als ein tieferer Atemzug war, legte er das Buch auf das kleine Tischchen, an dem er saß, und machte mit seinem Kopf eine verbindliche Bewegung nach der Sprecherin.

"Du befiehlst, liebe Mama?"

"Ja, ich befehle", kam es noch um einen Grad gereizter zurück. "Ich will heute ein für allemal wissen, was du zu tun gedenkst!"

"Was ich - oh, wegen des Verkaufs der Villa am Brentakanal? Ja, der Intendant meint, da doch niemand dort wohnt und die Erhaltungskosten sehr groß sind, wäre es wohl angezeigt, dem Wiener Bankier den Zuschlag auf sein Angebot zu erteilen - -"

"Dieser Hebräer besitzt schon zwei Paläste des Uradels in Venedig; auf dieses Haus hat er längst sein Auge geworfen", fiel Donna Fabiola heftig ein. "Aber wenn es dir so leichtfällt, diesen Besitz in solche Hände gelangen zu lassen, der noch dazu von deinem Vater als mein Witwensitz bestimmt wurde -"

Ein ausdrucksvoll

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen

    ALDI life eBooks: Die perfekte App zum Lesen von eBooks.

    Hier finden Sie alle Ihre eBooks und viele praktische Lesefunktionen.