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Der Massai, der in Schweden noch eine Rechnung offen hatte Roman von Jonasson, Jonas (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 26.10.2020
  • Verlag: C. Bertelsmann
eBook (ePUB)
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Der Massai, der in Schweden noch eine Rechnung offen hatte

Eine abenteuerliche Reise, eine geheime Mission, eine fast perfekte Rache - ein echter Jonasson!
Wunderbar verrückt und respektlos komisch: Profitgieriger schwedischer Galerist, der für Geld über Leichen geht, trifft auf kenianischen Massai-Krieger, der nicht genau weiß, was Geld ist, dafür aber ein millionenschweres Gemälde besitzt, das von der deutsch-afrikanischen Künstlerin Irma Stern stammen könnte ...

In seiner einzigartigen Erzählweise beschreibt Jonasson einen Kultur-Clash der Extraklasse und hält den Menschen den Spiegel vor. Wie in seinen bisherigen Weltbestsellern umgarnt Jonasson seine Leserinnen und Leser mit überbordendem Ideenreichtum und zeichnet seine Figuren mit so viel Witz und Charme, dass es eine wahre Freude ist!


Jonas Jonasson, geboren 1961 im schwedischen Växjö, arbeitete nach seinem Studium in Göteborg als Journalist unter anderem für die Zeitungen »Smålandsposten« und »Expressen«. Später gründete er eine eigene Medien-Consulting-Firma. Doch nach 20 Jahren in der Medienwelt verkaufte er seine Firma und schrieb den Roman, über den er schon jahrelang nachgedacht hatte: »Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand«. Das Buch wurde zunächst in Schweden und später weltweit zu einem Bestseller. Auch die Verfilmung war international höchst erfolgreich. Auch Jonassons weitere Romane wurden gefeierte Bestseller, zuletzt »Der Massai, der in Schweden noch eine Rechnung offen hatte«.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 400
    Erscheinungsdatum: 26.10.2020
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641258429
    Verlag: C. Bertelsmann
    Originaltitel: Hämnden är ljuv AB
    Größe: 4544 kBytes
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Der Massai, der in Schweden noch eine Rechnung offen hatte

2. KAPITEL

Ole Mbatian der Jüngere erbte Namen, Vermögen, Ruf und Begabung von Vater und Großvater. In einer anderen Weltengegend hätte man dazu gesagt: Er wurde mit einem silbernen Löffel im Mund geboren.

Er erhielt eine gründliche Bildung, und zwar wie seine Altersgenossen auf Umwegen: über die Ausbildung zur Kriegskunst. Daher war er jetzt nicht nur Medizinmann, sondern auch ein hoch angesehener Massaikrieger. Niemand kannte sich besser aus mit den Heilkräften von Wurzeln und Kräutern, und kaum einer reichte im Umgang mit Speer, Wurfkeule und Messer an Ole heran.

Medizinisch hatte er sich auf die Behandlung von allzu ausuferndem Kindersegen spezialisiert. Unglückliche Frauen pilgerten zu ihm, von Migori im Westen bis Maji Moto im Osten, etliche Tagesreisen weit entfernt. Damit alle drankamen, hatte er als Bedingung mindestens fünf bereits geborene Kinder pro Hilfesuchender festgesetzt, mindestens zwei davon männlich.

Auch wenn der Medizinmann seine Rezepturen streng geheim hielt, ließ sich doch Bittermelone als ein aktiver Bestandteil der trüben Brühe herausschmecken, die die Frauen bei jedem Eisprung trinken sollten. Bei besonders feinem Gaumen war als weitere Komponente die Wurzel indischer Baumwolle zu erahnen.

An Reichtum übertraf Ole Mbatian der Jüngere alle, einschließlich Häuptling Olemeeli den Weitgereisten. Neben seiner großen Kuhherde besaß Ole drei Hütten und zwei Frauen. Beim Häuptling verhielt es sich genau umgekehrt: zwei Hütten und drei Frauen. Ole war schleierhaft, wie das gut gehen sollte.

Seinen Häuptling hatte der Medizinmann sowieso noch nie gemocht. Sie waren gleich alt und wussten schon von Kindesbeinen an, welche Rollen ihnen später einmal zugedacht waren.

»Mein Papa bestimmt über deinen Papa«, sagte Olemeeli, wenn er ihn ärgern wollte.

Auch wenn er damit theoretisch betrachtet recht hatte, verlor Ole junior doch nur ungern im Streit gegen ihn. Als Lösung bot sich an, dem künftigen Häuptling mit der Wurfkeule eins überzuziehen, worauf Oles Vater nichts anderes übrig blieb, als seinen Sohn vor aller Augen zu züchtigen, während er ihm gleichzeitig lobende Worte ins Ohr flüsterte.

Zu dieser Zeit war im Dorf Kakenya der Schöne an der Macht. Im Stillen quälte ihn das Wissen, dass sein Beiname zwar stimmte, aber genau genommen auch das einzig Beneidenswerte an ihm war. Nicht weniger bekümmerte es ihn, dass sein Sohn, der eines Tages sein Nachfolger werden sollte, offensichtlich bloß die Schwächen seines Vaters geerbt hatte, nicht dessen bemerkenswerte Schönheit. Außerdem gewann das Aussehen des jungen Olemeeli auch nicht eben dadurch, dass der Sprössling des Medizinmannes ihm zwei Schneidezähne ausgeschlagen hatte.

Kakenya der Schöne tat sich furchtbar schwer mit Entscheidungen. Hin und wieder konnte man das ja den Frauen überlassen, doch zu seinem Pech hatte er eine gerade Anzahl. Jedes Mal, wenn sie sich in einer Frage uneins waren (also so gut wie immer), stand er mit seinem Machtwort da und wusste nicht, wohin damit.

Auf seine alten Tage und mithilfe der ganzen Familie fasste Kakenya dann doch einen Entschluss, auf den er stolz sein konnte. Sein ältester Sohn sollte auf Reisen gehen, weiter als irgendwer je zuvor. Auf die Weise würde er voller neuer Eindrücke von der Welt da draußen wiederkehren. Die Weisheit, die er dabei ansammelte, würde ihn zu einem guten Mann machen, wenn es darum ging, die Nachfolge anzutreten. Auch wenn Olemeeli nie so schön wie sein Vater werden würde, konnte er doch ein energischer und zukunftsweisender Häuptling werden. So die Idee.

Leider kommt es ja häufig anders, als man denkt. Olemeelis erste und letzte weite Reise sollte auf väterlichen Befehl nach Loiyangalani führen. Nicht nur, weil es schon fast unvorstellbar weit weg lag, sondern auch, weil es hieß, dass man dort hoch im Norden neue Ideen zur Filterung von Meerwasser hatte. Erhitzter Sand und Vitamin-C-haltige Kräu

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