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Der Paradiesgarten Roman von Maaser, Eva (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 26.11.2014
  • Verlag: dotbooks
eBook (ePUB)
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Der Paradiesgarten

Ein prachtvoller Roman: Entdecken Sie 'Der Paradiesgarten' von Eva Maaser jetzt als eBook. Gibt es den Garten Eden wirklich - jenen Ort, an dem die Geschichte der Menschheit begann? Im Jahre 1200 wird die Suche nach dem Paradies auf Erden für den Benediktinernovizen Christoph zur heiligen Aufgabe, aber auch zur Obsession. Seine gefahrvolle Reise führt ihn nach Konstantinopel, nach Kairo und Bagdad ... und schließlich weit über die Grenzen des Vorstellbaren hinaus: Sein Verlangen ist so groß, dass er aus der Zeit gerissen wird. Christoph durchwandert die Jahrhunderte, die prachtvollen Gärten des Orients, das Versailles der Renaissance, das England des 18. Jahrhunderts - doch wird er dem Mysterium, das sein Leben bestimmt, jemals auf die Spur kommen? Jetzt als eBook kaufen und genießen: 'Der Paradiesgarten' von Eva Maaser. Wer liest, hat mehr vom Leben: dotbooks - der eBook-Verlag. Eva Maaser, geboren 1948 in Reken (Westfalen), studierte Germanistik, Pädagogik, Theologie und Kunstgeschichte in Münster. Sie hat mehrere erfolgreiche Krimis, historische Romane und Kinderbücher veröffentlicht. Bei dotbooks erschienen bereits Eva Maasers Kriminalromane 'Der Clan der Giovese', 'Das Puppenkind', 'Tango Finale', 'Kleine Schwäne' und 'Die Nacht des Zorns'. Eva Maaser veröffentlichte bei dotbooks außerdem ihre historischen Romane 'Der Geliebte der Königsbraut', 'Der Hüter der Königin', 'Der Moorkönig', 'Die Rückkehr des Moorkönigs', 'Der Paradiesgarten' und 'Die Astronomin'. Zudem erschienen bei dotbooks Eva Maasers Kinderbuchserien um Leon und Kim: 'Leon und der falsche Abt', 'Leon und die Geisel', 'Leon und die Teufelsschmiede' und 'Leon und der Schatz der Ranen', 'Kim und die Verschwörung am Königshof', 'Kim und die Seefahrt ins Ungewisse' und 'Kim und das Rätsel der fünften Tulpe'.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 868
    Erscheinungsdatum: 26.11.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783955208097
    Verlag: dotbooks
    Größe: 1133 kBytes
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Der Paradiesgarten

Kapitel 1

Tegernsee

1

Die Luft roch nach Schnee. Wie Rauchschwaden hingen dichte Wolken tief über den schneebedeckten Bergen, dunkler als die Wolken schimmerte der Tegernsee, die weite Fläche des Wassers lag eingebettet zwischen den Hängen. Träge stießen Eisschollen aneinander, erzeugten im Zusammenprall einen dumpfen Laut, der sich bis zum Ufer fortsetzte, an den Mauern des Klosters brach und gleichsam in der Kälte erstarrte. Die ungefügen Steinmauern erhoben sich seeseitig direkt aus dem Wasser, sie umzogen in einem großen, unregelmäßigen Bogen die Benediktinerabtei mit ihren weitläufigen Gärten. Ein Ort der Stille, des Schweigens, an dem sich nichtiges Geschwätz und Geplapper verbat, selbst das Zwitschern der Vögel war gänzlich verstummt. Noch am frühen Morgen war ein Vogel erfroren aus dem undurchsichtig grauen Himmel in den verharschten Schnee herabgefallen. Das Leben schien in der Eishand des Winters erstickt.

Wo ein paar Steine aus der Mauerbrüstung herausgebrochen waren, hoben sich die braunen Kutten zweier Mönche vom Schneegrau der Gartenbeete ab. Die Hände tief in die Ärmel gesteckt, verharrten sie, die Köpfe dem Mauerschaden zugewandt, einen Augenblick fügten sich die Männer in die Unbewegtheit der Gartenlandschaft, als hätte der Winter auch sie in Todesstarre versetzt.

Dann aber stampfte der eine mehrmals auf, um das Blut in den nackten, sandalenbeschuhten Füßen zirkulieren zu lassen. Bruder Melchior, der Prior des Klosters, war klein und mager, sein Gesicht prägten scharfe Züge, die auf Askese hindeuten mochten, noch schärfer wirkten die Augen, die eine mögliche Begründung der Askese mit Demut oder schlichter Frömmigkeit in Frage stellten. Melchior war gekommen, um den Schaden an der Mauerkrone zu besichtigen. Er zog die Kutte aus schwerem Wolltuch enger um sich, Ärger glomm in seinem Blick auf, als er den Bruder Gärtner neben sich musterte, den die Kälte augenscheinlich nicht im geringsten anfocht. Aus Anselmus' Sandalen stach Stroh hervor, das die Füße wärmte, der untersetzte Körper des Bruders wirkte trotz vorgeschrittenen Alters unverbraucht kräftig, von genug Lebensenergie durchglüht, um der unwirtlichen Witterung zu trotzen, der Atem wölkte vor dem derben Bauerngesicht. Der Mauerschaden war längst nicht mehr Gegenstand ihres Gesprächs.

"Gott schuf gen Osten einen Garten in Eden ..." Melchior bediente sich eines psalmodierenden Tones, um seiner dünnen Stimme Ausdruck und den Worten Nachdruck zu verleihen.

Eigentlich nur für den Mitbruder bestimmt, hallten die Worte in der stillen Luft, der Klang trieb über die Mauer hinweg. Von der anderen Seite her überragte sie eine Eberesche, einer ihrer Äste reichte an die bröckelige Stelle heran und konnte immerhin Wegelagerer und anderes Gesindel verleiten, ins Klostergelände einzudringen. Eventuell hätte den beiden Mönchen, wenn sie sich die Mühe gemacht hätten, über die Mauer zu spähen, auch das Lumpenbündel Sorge bereitet, das sich am Fuß des Baumes als dunkler Fleck im Schnee ausmachen ließ, der durch den Kontrast an dieser Stelle heller schimmerte als überall sonst unter dem wintertrüben Himmel.

Einem Wunder gleich belebte sich das Lumpenbündel durch Melchiors Stimme. Weiße Haut leuchtete auf, als sich aus dem Bettlergewand die mageren Arme eines Kindes ausstreckten. Der Knabe umfing den Stamm der Eberesche und begann sich langsam aufzurichten, während er lauschte.

"Vier Ströme durchzogen den Garten, Wasser floß in Fülle, es war süß und rein. Bäume pflanzte der Herr in seinem Garten, lieblich zum Anschauen und voll köstlicher Früchte", fuhr Melchior fort.

Es mußte wohl am Klang der Stimme liegen, am Auf- und Abschwellen der Laute, einem Gesang nicht unähnlich und damit für das Kind ebenso ungewöhnlich wie die Worte selbst, daß der Junge nach den unteren Ästen griff, um den Baum zu erklettern. Das blasse Gesicht wirkte eingefallen und wie durchschei

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