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Der Rathgeber vor bei und nach dem Beischlafe... von Becker (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 11.08.2015
  • Verlag: OTB eBook publishing
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Der Rathgeber vor bei und nach dem Beischlafe...

Gottfried Wilhelm Becker ( 22. Februar 1778 in Leipzig, 17. Januar 1854 ebenda), auch Godefroy Becker, Guillaume Boulanger oder ' r' war Arzt und populärwissenschaftlicher Schriftsteller. Becker gehörte zur Gruppe der medizinischen Volksaufklärer des 18. und 19. Jahrhunderts. Sie folgten der in der Aufklärung verwurzelten allgemeinen Tendenz zur Popularisierung in den Wissenschaften und in der Medizin, mit der die Aufklärer die gesellschaftliche Exklusivität des Wissens beenden wollten. (Auszug aus Wikipedia)

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 67
    Erscheinungsdatum: 11.08.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783956765728
    Verlag: OTB eBook publishing
    Größe: 444kBytes
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Der Rathgeber vor bei und nach dem Beischlafe...

Erster Abschnitt

Der Rathgeber vor dem Beischlafe.

Schon vor dem Beischlafe soll dein Rath nöthig seyn? Auch vor ihm die Diätetik ihre Gesetze vorschreiben?

Gewiß; wenn man auf die Wichtigkeit dessen achtet, bevor noch der Beischlaf überhaupt zu genießen ist; wenn man bei diesen Erinnerungen auf den einzelnen Moment des sich zu verschaffenden Genußes Rücksicht nimmt. In beiden Fällen wird so manches sich auffinden lassen, was für die Menschheit überhaupt, und für den Einzelnen gleich sehr wichtig ist.
1.

Man suche nicht zu früh einen Genuß, der erst mit der völligen Reife der Organisation unsers Körpers verbunden seyn soll. Es ist unglaublich, wie sehr die Natur in der Ausbildung des letztern gehindert wird, wenn Triebe befriedigt werden, die noch lange hätten schlummern sollen. Alles kündigt in ihren Geschöpfen es an, daß das ganze erste Viertheil des Lebens dazu bestimmt seyn soll, den Körper auszubilden, daß erst der ganz Ausgebildete für die Erzeugung neu erwachen soll. So verschieden die Lebensdauer der einzelnen Thiergattungen ist, so sehr stimmen doch alle in diesem Punkte überein; und wenn der Mensch hier gleichsam vor der Zeit reif wird, so wird er es nur dem Scheine nach, er wird es nur auf Unkosten seiner Gesundheit, auf Unkosten der schwächlichen Nachkommen, die ihr, vielleicht elendes, physisches Daseyn einer Stunde der Uebereilung verdanken; und schnell rächt sich an ihm die Natur, die nie ihre Gesetze von einem Zerstörer ungestraft verachten und übertreten läßt.
2.

Man sehe einen Mann, oder besser Greis, der schon im fünfzehnten Jahre im Schooße unkeuscher Buhlerinnen das verschwendete, was der reine Gatte dem Ehebette aufspart. Er wird nun in den Jahren durch Familienverhältnisse zu einer Heirath genöthigt. wo man in frühern Zeiten, in einem kraftvollen Zeitalter, erst in dieser Hinsicht eine dunkele Ahnung von dem Geheimnisse des erstem bekam, und er, der entkräftete, erschöpfte, aus Knochen und Haut zusammengesetzte Mann, für jeden Genuß, der ihm im keuschen Ehebette blühen konnte, schon abgestumpft ist. Man sehe eine Gattin, die schon in den Jahren Mutter wird, wo ihre Reize sich erst vollenden, ihre Körperkräfte den höchsten Grad erreichen sollten. Ihr zarter Körper kann nun den Beschwerden der Schwangerschaft nicht die Stirn bieten; er kann den Verlust an Säften, die Anstrengung nicht ertragen, welche mit der Niederkunft vereinigt sind; und so welken die Rosen schon, da sie noch nicht oder kaum der Knospe entblühet sind. Das widrigste Gerippe steht da, wo noch die blühendste Schönheit entzücken könnte wenn die Entwicklung und Befriedigung von Trieben nicht Statt gefunden hätte, welche noch Jahre lang ungestört hätten schlummern sollen. [Fußnote: Sehr richtig bemerkt ein Schriftsteller darüber: "Man hat behaupten wollen, daß es gut wäre, wenn Mädchen frühe Mütter würden. Ihre Bauchmuskeln, Becken. Knochen und Geburtstheile. sagt man sind noch weich, dehnen sich noch leicht aus. ihre Schwangerschaft und Niederkunft muß also minder beschwerlich seyn als bei Erwachsenen. Minder beschwerlich mag sie wohl seyn, aber auch desto gefährlicher, denn die schnellsten und leichtesten Geburten sind gerade die gefährlichsten. Ueberdies ist die leichteste Geburt schmerzhaft genug, um ein Mädchen von 16-18 Jahren Couvulsionen zu bringen, und die Sterbelisten beweisen, daß eben so viel Gebährende mit 16 18, als mit 43-45 Jahren sterben. Diejenigen, welche an den Folgen eines zu frühen Gebährens gestorben sind, kommen hier nicht in die Rechnung, und doch machen sie bei weitem den größten Theil aus. Wenn ferner diese jungen Mütter auch das seltene Glück haben, ihr erstes Kind auf die Welt zu bringen, so sind doch ihre nachfolgenden Schwangerschaften gewöhnlich eine Reihe von Mißfällen, Blutstürzen, und ihre Gesundheit ist selten ohne weißen Fluß. Ihre Geburtstheile werden bei der ersten Schwangerschaft so sehr ausgedehnt, geschwäch

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