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Der Ritter vom See von Quinn, Paula (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.11.2018
  • Verlag: CORA Verlag
eBook (ePUB)
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Der Ritter vom See

Stolz steht Lady Brynna vor Avarloch Castle, den Blick gen Horizont. Mit wehendem Banner naht ein Ritter mit seinen Knappen: Es ist der mächtige Normanne Brand Risande, der ihren Vater besiegt hat. Ihm gehört nun die Burg, und will Brynna nicht heimatlos werden, muss sie den unbekannten Feind heiraten. Doch als Ritter Brand auf sie zuschreitet, traut sie ihren Augen kaum: denn fremd ist er ihr nicht! Verstohlen hat sie ihn bei einem Bad im See beobachtet, die Schönheit seines männlichen Körpers bewundert und sich nach seiner Leidenschaft gesehnt. Kann sie den Eroberer für sich gewinnen? Es heißt, er habe der Liebe für immer entsagt ...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 256
    Erscheinungsdatum: 01.11.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783733738075
    Verlag: CORA Verlag
    Größe: 894 kBytes
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Der Ritter vom See

PROLOG

Porthleven, England, Sommer 1064

D ie Kutsche kam am Wegesrand zum Stehen. Lady Brynna Dumont steckte den Kopf aus dem kleinen, mit einem Vorhang verzierten Fenster, um zu sehen, warum ihr Tross angehalten hatte. Ihre Hand, die den samtenen Vorhangstoff hielt, war zierlich, und ihre glatte Haut nahm sich vor dem edlen, hellroten Gewebe weiß aus.

"Derrick, warum halten wir an?"

"Da vorne versperrt ein umgestürzter Baum den Weg, Mylady. Wir müssen ihn erst wegräumen, ehe wir die Fahrt fortsetzen können. Doch ich fürchte, das dürfte eine Weile dauern."

Brynna legte die Stirn in Falten, aber da sie das Beste aus dem herrlichen Tag zu machen gedachte, stieß sie den Wagenschlag auf, nun neugierig darauf, die Umgebung zu erkunden. Blauer Leinenstoff fiel ihr über den zierlichen, flachen Schuh, ehe Brynna den Waldboden betrat. Sogleich ließ sie ihren Blick durch den Wald schweifen, der in der Sommerzeit dicht bewachsen war. Ihre Augen waren so grün wie die Blätter, die leise in der sanften Brise raschelten. Genüsslich sog sie den frischen Duft des noch taufrischen Grüns ein, als Sir Nathan auf seinem schnaubenden schwarzen Streitross heranritt.

"Begebt Euch wieder in die Kutsche", befahl er und brachte sein Pferd vor ihr zum Stehen. "Im Wald könnte es gefährlich sein."

Brynnas Augen wurden schmal, als sie das immerzu missgelaunte Gesicht des Wachmanns betrachtete, dem ihr Onkel Robert am meisten vertraute. Hoch und bedrohlich ragte Sir Nathans Gestalt im Sattel auf, und das Funkeln in seinem unerbittlichen Blick ließ den Schluss zu, dass der Ritter sie nur zu gern übers Knie legen und mit Hieben gefügig machen würde. Brynna gab einen unwirschen Laut von sich, als sie sich Sir Nathans Absicht vergegenwärtigte. Nein, dazu sollte es nicht kommen.

"Ich komme schon zurecht, Sir Nathan." Sie bedachte ihn mit einem frechen Lächeln. "Kümmert Ihr Euch nur um den Baum. Ich möchte bald nach Hause zu meinem Vater zurückkehren."

Sie glaubte, den sengenden Blick des Wachmanns im Rücken spüren zu können, als sie einfach fortging, Sir Nathan weiter keine Beachtung mehr schenkte und in die Baumkronen hinaufschaute. Mit geschlossenen Augen atmete sie tief durch. Wie herrlich, dachte sie bei sich, als eine leichte Brise über ihre Wange strich und ihr eine seidige Locke ihres kupferfarbenen Haars in die Stirn wehte. Mit einem langen, eleganten Finger strich sie die Strähne zurück und warf einen Blick über die Schulter auf Sir Nathan, der seinen Leuten in einem barschen Ton Befehle erteilte. Leichtfüßig setzte Brynna ihren Weg fort, und niemand achtete auf sie, als sie zwischen den Bäumen verschwand.

Ziellos wanderte sie durch den Wald, zog den Kopf ein, wenn alte, mächtige Äste im Weg waren, und drückte die Ranken zurück, die an ihrem Gewand hafteten. Irgendwo weiter hinten ließ sich immer noch Sir Nathans Stimme vernehmen, der den Männern laut erklärte, auf welche Weise sich ein umgestürzter Baum am besten aus dem Weg räumen ließ. Froh, endlich außer Sichtweite zu sein, begann Brynna zu summen. Solange sie denken konnte, stand der streitsüchtige Ritter in Diensten ihres Onkels Robert. Sir Nathan genoss hohes Ansehen, doch das änderte nichts an der Tatsache, dass Brynna sich bei jeder Gelegenheit mit ihm stritt. Natürlich war nicht sie es, die die Auseinandersetzung suchte. Sir Nathan war ein raubeiniger alter Krieger, der die strenge Ansicht vertrat, Damen dürften nicht reiten, keine Stiefel tragen und nur sprechen, wenn sie dazu aufgefordert wurden. Brynna war sich noch nicht ganz im Klaren darüber, ob der Sommer, der ihr manch einen Zwist mit dem Befehlshaber ihres Onkels eingebracht hatte, bislang furchtbar oder eher aufregend gewesen war. Als Tochter von Lord Richard Dumont, des mächtigsten Streiters in ganz England, war Brynna keiner Konfrontation abgeneigt, genau wie ihr Vater.

Doch all dies war jetzt nicht von Bedeutung. Brynna befand

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