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Der rubinrote Thron Historischer Roman - Die drei Königinnen Saga 3 von Courtney, Joanna (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 15.07.2019
  • Verlag: Goldmann
eBook (ePUB)
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Der rubinrote Thron

Matilda wächst behütet mit ihrer geliebten Cousine Judith in Flandern auf. Doch als sie ins heiratsfähige Alter kommen, wird Judith mit dem illustren, englischen Grafen Torr vermählt, während Matilda William, den Herzog der Normandie, ehelichen soll. William ist als machthungriger, unerbittlicher Herrscher bekannt, aber Matilda entdeckt bald auch einen Mann von unerwarteter Güte, der ihr sein Herz schenkt. Unablässig verfolgt er jedoch ein Ziel: den englischen Thron zu erobern. Und so stehen Matilda und Judith plötzlich auf gegnerischen Seiten in einem erbarmungslosen Krieg um die Krone ... Joanna Courtney studierte mittelalterliche Literatur und Geschichte an der Cambridge University. Heute lebt sie mit ihrem Mann und vier Kindern in Derbyshire. Ihre mitreißende historische Drei-Königinnen-Trilogie handelt von drei großen Frauen im Mittelalter, die um den englischen Thron kämpften.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 560
    Erscheinungsdatum: 15.07.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641221515
    Verlag: Goldmann
    Originaltitel: The Conqueror's Queen
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Der rubinrote Thron

KAPITEL 1

Brügge, Juni 1049

I ch werde diesen Mann nicht heiraten."

Matilda stemmte die Hände in die Hüften. Ihr ganzer Körper bebte vor Zorn, aber sie zwang sich zur Ruhe, denn sie wusste aus jahrelanger Erfahrung, dass ihr Vater nichts für Wutanfälle übrig hatte. Die Haut um Graf Balduins sonst so freundlichen Mund spannte sich bereits, und seine Finger umklammerten den breiten Ledergürtel. Matilda machte hastig einen Schritt nach vorn, wobei sie allerdings den Kopf mit dem kupferfarbenen Haar bewusst züchtig senkte.

"Das heißt ..." Sie rang um Worte. "Ich dachte, Ihr hieltet nach einer 'hervorragenden Partie' für mich, Eure älteste Tochter, Ausschau?"

Balduins Augen wurden schmal. "Das ist eine hervorragende Partie, Matilda."

Ihr Kopf fuhr in die Höhe, so verblüfft war sie. "Aber Vater, wie kann das möglich sein? Er ist ein Bastard."

Matilda spürte, wie sich das Schweigen ihres Vaters in der warmen Luft des Familiengemachs unbehaglich ausdehnte. Sie sah zu der gebogenen Fensteröffnung hinauf, sehnte sich danach, in die hübsche Stadt Brügge zu entkommen, die direkt hinter den Palastgärten lag. Aber das Glas, das ihre Mutter im vergangenen Jahr hatte einsetzen lassen, verzerrte und verschleierte ihren Blick auf die Dächer und Türme da draußen. Sie zwang sich, Graf Balduin erneut anzusehen.

"Es stimmt doch, Vater, oder etwa nicht? Sicherlich können wir doch vernünftig über die Angelegenheit reden? Habt Ihr uns nicht so erzogen? Stell alles infrage - das habt Ihr mir stets eingeschärft."

"Alles außer mich ", erwiderte Balduin scharf. "Ich muss dich unter die Haube bringen, Tochter, bevor du unbesonnen handelst und es selbst in die Hand nimmst - noch einmal. Herzog William ist ein ebenso guter Kandidat wie jeder andere, ob er nun ein Bastard ist oder nicht. Vielleicht wird er dich ja irgendwann zähmen können, denn mir ist das offensichtlich nicht gelungen."

Matilda spürte, wie die verräterischen Tränen ihr in die Augen traten, und bemühte sich verzweifelt, sie zurückzuhalten. "Das alles geschieht also wegen ... wegen Lord Brihtric?"

"Nicht seinetwegen , Matilda, nein. Ich habe diese Partie gründlich überdacht, denn sie hat große politische und persönliche Vorteile, sowohl für Flandern als auch für dich. Auch der Zeitpunkt ist gut, wie dein unziemlicher Ausbruch mir gerade vor Augen führt. Du bist mittlerweile zu wild geworden, und ich kann nicht zulassen, dass du uns noch einmal zum Narren hältst."

"Ich habe nie ..."

"Schweig!"

Mit dem Fuß zerrieb Matilda die Binsen auf dem Eichenfußboden, wobei sie wütend einen Rosmarinzweig unter ihrem Zeh zertrat. Sie war nicht "wild" geworden. Es war nur ein Brief, nur ein Vorschlag gewesen. Sie hatte geschrieben, dass sie Lord Brihtric mit Freuden empfangen würde, falls er Flandern noch einmal besuchte. Sie hatte mit keinem Wort angedeutet, ihn heiraten zu wollen. Die Dummköpfe, die ihrem Vater als Spione dienten, hatten lediglich ihre Wortwahl fehlinterpretiert, das war alles. Sie wusste immer noch nicht, auf wen sie wütender sein sollte: auf die Handlanger ihres Vaters oder auf Brihtric, der zugelassen hatte, dass sie den verdammten Brief in die Finger bekamen. Und jetzt schien es, als werde sie wegen dieser kleinen Schwäche an irgendeinen ungehobelten Emporkömmling von normannischem Herzog gefesselt. Sie zerquetschte einen weiteren Rosmarinzweig und zwang sich, wieder aufzublicken.

"Ich stelle nicht Euch infrage, Vater. Ich bitte nur um ein paar weitere Einzelheiten. Ihr habt mir stets versichert, dass königliches Blut in meinen Adern fließt, das ich nicht mit einem Mann niederer Abstammung vermischen dürfte, und doch ..."

"Und doch, Matilda, kann Königtum genauso erstritten wie ererbt werden."

"Nein, das kann es nicht", widersprach Matilda. "Man kann vielleicht eine Krone er

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