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Der Sünde verfallen Erotischer Roman von Lovejoy, Charlotte (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 18.12.2014
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Der Sünde verfallen

England, 1800. Das Dienstmädchen Marianna wird von ihrem jungen Dienstherrn auf dem Speisetisch nach allen Regeln der Kunst verführt. Eine verhasste Nebenbuhlerin ertappt sie in flagranti. Doch statt sich entehrt zu fühlen, bricht Marianna in das verruchte London auf, um ihrem neu entdeckten Appetit nach sinnlichem Vergnügen zu frönen. Sie wird die begehrenswerteste Kurtisane Londons, weil sie keine Sünde scheut. Aber irgendwann spürt die junge Frau eine Sehnsucht - die Sehnsucht nach wahrer Liebe ...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 349
    Erscheinungsdatum: 18.12.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783838759753
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Originaltitel: Madame Bliss
    Größe: 1189 kBytes
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Der Sünde verfallen

Zweites Kapitel

In dem Mary über die amouröse Natur
der Schwäne erfährt,
was sie der selbstlosen
Unterrichtung von Mr. Lyon zu verdanken hat

Im Laufe der folgenden Tage nahm sich Mary vor, der Anziehungskraft von Mr. Lyon zu widerstehen; das war für sie selbst richtig, und auch für Mr. Lyon. In der kurzen Zeit, die sie miteinander verbracht hatten, war ihr bewusst geworden, wie sehr sie der Lust des Fleisches erlegen war. Sie hatte auch erkannt, dass ihr eigenes Fleisch sehr schwach und empfänglich war, was ihr deutlich wurde, als sie ihn so intensiv gestreichelt hatte. Deshalb würde es klüger sein, sich gar nicht in die Gefahr einer weiteren Begegnung zu begeben.

Dies war ein nobles Vorhaben, das sich auch leicht ausführen ließ, jedenfalls leichter, als man erwarten konnte. Obwohl Mary und Mr. Lyon beide unter dem breiten Schieferdach von Worthy Hall wohnten, hatten sie kaum eine Gelegenheit, sich tagsüber zu begegnen.

Als Küchenmädchen wurde von Mary erwartet, dass sie sich ausschließlich im Erdgeschoss aufhielt und sich niemals den Bewohnern oder den Gästen zeigte. Ebenso galt als selbstverständlich, dass Mr. Lyon als Gentleman - oder als jemand, der fast einer war - sich nie in der Nähe der Küche, der Vorratsküche oder irgendwo in den Räumen im Keller, in denen das Personal untergebracht war, sehen ließ.

Und wie Marys Tage und manchmal auch bis in die Nacht hinein von den Forderungen der Köchin beherrscht wurden, so war Mr. Lyon dazu verdammt, nach Lady Nestors Pfeife zu tanzen; er musste mal eine Stola holen, dann verlangte sie, dass er ihr laut vorlas oder das Fenster schloss, wenn sie über Durchzug klagte, oder sie wollte, dass er ihr einen Tee braute - jedenfalls lauter Dinge, die ihn davon abhielten, Mary zu suchen.

Doch wie die Dichter so klug geschrieben haben - die Liebe findet immer einen Weg. Und wenn zur Liebe noch die Sehnsucht kommt, wie es in diesem Fall zutraf, dann war kein Kraut dagegen gewachsen. Obwohl Mary und Mr. Lyon durch die Standesunterschiede und durch die Haustreppen voneinander getrennt waren, gelang es ihm trotzdem, ihr seine Verehrung zu beweisen.

Als er am Sonntagmorgen an der Bank des Dienstpersonals vorbeiging - Bewohner, Gäste und Gesinde trafen sich zum Morgengebet -, warf er Mary einen so feurigen, sehnsuchtsvollen Blick zu, dass es fast ein Wunder war, dass die kleine Kapelle nicht Feuer fing und abbrannte.

An einem anderen Morgen sah er von seinem Schlafzimmerfenster aus, wie Mary einen großen Kübel mit Spülwasser aus der Küche über den Hof trug. Er schrieb rasch einen Zettel mit den Worten 'Vergiss die Liebe nicht', faltete ihn und warf ihn hinaus aus dem Fenster. Der Zettel flatterte hinunter auf den Steinboden, auf dem sie stand.

Noch gefährlicher war ein weiterer Versuch, ihr seine ewige Liebe zu zeigen. Er hatte einen der Pferdepfleger als Helfer gewonnen, der einen kleinen Strauß mit Schlüsselblumen auf ihr Bett gelegt hatte, wo sie ihn abends finden würde.

Im Gegenzug unternahm Mary nichts, was ihn ermutigen könnte. Es wäre schön, wenn man daraus schließen möchte, dass ihr tugendhafter Entschluss über die Verlockung triumphiert hätte, die Mr. Lyon darstellte. Schön ja, aber es stimmte nicht. Denn trotz guter Absicht konnte Mary nicht aufhören, an Mr. Lyon zu denken, an sein Lächeln, an seine Küsse, sogar (schamloser Weise) an seinen zuckenden Penis.

Sie dachte an ihn, sobald Mrs. Able sie in der Stunde vor dem Einsetzen der Dämmerung weckte, und sie dachte an ihn, wenn sie Karotten schälte oder Zwiebeln hackte, und sie dachte natürlich jeden Abend an ihn, wenn sie sich schlafen legte und sich rastlos vor Verlangen von einer Seite des schmalen Betts auf die andere wälzte.

Ihre größte Angst wurde nicht von dem Gedanken ausgelöst, ob sie seiner Verführung würde bestehen können, sondern von der Möglichkeit, dass er gezwungen sein würde, Worthy Hall mit Lady Nes

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