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Der Sandmaler Roman von Mankell, Henning (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 21.08.2017
  • Verlag: Paul Zsolnay Verlag
eBook (ePUB)
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inkl. gesetzl. MwSt.
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Der Sandmaler

Stefan und Elisabeth treffen sich auf dem Flug nach Afrika kurz nach dem Abitur wieder. Gegen Ende der Schulzeit hatten sie eine flüchtige Beziehung. Während Stefan das Strandleben genießt, will Elisabeth das fremde Land in Afrika verstehen. Sie freundet sich mit einem Lehrer an, der ihr die historischen Hintergründe erklärt, und der einheimische Guide Ndou führt sie durch die ärmsten Viertel. Elisabeth lernt, die Welt und ihr eigenes Leben mit anderen Augen zu sehen. Bereits in Mankells erstem Afrika-Roman sind seine späteren großen Themen versammelt: die Schönheit der Natur, die Überlebenskunst der Einheimischen, die Gedankenlosigkeit der weißen Touristen und die Nachwirkungen des Kolonialismus.

Henning Mankell, geboren 1948 in Stockholm und aufgewachsen in Härjedalen, lebte als Theaterregisseur und Autor in Schweden und Maputo (Mosambik). Seine Romane um Kommissar Wallander sind internationale Bestseller. Zuletzt erschienen bei Zsolnay 'Treibsand. Was es heißt, ein Mensch zu sein' (2015), die Neuausgabe von 'Die italienischen Schuhe' (Roman, 2016), 'Die schwedischen Gummistiefel' (Roman, 2016) und der frühe Afrika-Roman 'Der Sandmaler' (2017). Im Herbst 2018 erscheint sein allererster Roman, 'Der Sprengmeister'.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 160
    Erscheinungsdatum: 21.08.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783552058675
    Verlag: Paul Zsolnay Verlag
    Originaltitel: Sandmaleren
    Größe: 1188 kBytes
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Der Sandmaler

Das Land, in das sie kamen

Stefan wohnte in einem Bungalow in einer Anlage. Sie war das Teuerste und Feinste, was das Land, das sie besuchten, zu bieten hatte. Der gesamte Hotelkomplex lag auf einem Hügel, ungefähr fünfzig Meter vom Atlantikstrand entfernt. Auf der Hügelkuppe ragte das Hauptgebäude mit seinen sieben Stockwerken empor, mit Speisesälen und Bars, Nachtclub und Rezeption. Die Bungalowreihen erstreckten sich in vier verschiedene Richtungen den Hügel hinab. Zwischen dem Hotel und dem Strand gab es zwei Swimmingpools, einen für Kinder und einen für Erwachsene. Die Anlage befand sich ungefähr eine Meile außerhalb der Stadt, wo Elisabeth wohnte.

Nachdem Stefan angekommen war, ging er nur kurz in seinen Bungalow. Er war müde von der nächtlichen Reise und dem Alkohol, den er wahllos in sich hineingeschüttet hatte, aber trotzdem zu rastlos, um sich ein wenig hinzulegen. Für Stefan war es wichtig, nichts zu verpassen. Nicht in erster Linie aus Neugier oder Interesse, sondern aus einer inneren Unruhe heraus.

Er zog die Badehose und ein weißes T-Shirt an, warf einen Blick in den Spiegel, fasste sich kurz in den Schritt, damit die Hose etwas mehr ausbeulte, und ging dann hinaus und hinauf zum Hauptgebäude. Nachdem er in der Rezeption Geld gewechselt hatte, schlenderte er zum Meer, setzte sich auf die Café-Terrasse und bestellte einen Gin and Grape. Es ging ein leichter Wind, der seine Frisur in Unordnung brachte. Stefan rauchte Kette und trank in großen Schlucken, um rasch einen weiteren Drink bestellen zu können.

Eine gute Stunde saß er mit seinem selbstsicheren Lächeln da, die Gesichtszüge ordentlich zurechtgelegt, und betrachtete alles, was rings um ihn geschah. Die Touristen, die Neuangekommenen, die noch ein bisschen verloren wirkten, und diejenigen, die schon seit ein oder zwei Wochen hier waren und jetzt rotbraune Gesichter hatten und die bleichen Neuankömmlinge ein wenig belächelten. Natürlich schaute er besonders auf die Mädchen und versuchte, irgendwo einen Blick zu erhaschen. Einen Blick, der nicht gleichgültig und flüchtig war, sondern etwas mehr versprach. Und dann dachte er zerstreut an Elisabeth. Es gefiel ihm, dass sie auch hier war, aber in einiger Entfernung. Wenn er kein besseres Mädchen fand, war ihm eine jedenfalls sicher. Auch wenn sie im Bett keine Rakete war, er hatte schon mit Langweiligeren geschlafen. Aber hauptsächlich musterte er natürlich die schwarzen Mädchen. Einige von ihnen arbeiteten im Hotel, und sie waren ziemlich attraktiv - abgesehen von ihren scheußlichen Haaren. Massenhaft Locken, die vom Kopf abstanden.

Er fühlte sich auf eine unverschämte Weise geil. Für einen weißen Typen mit reichlich Kohle gab es hier in den Nächten bestimmt genügend Abwechslung. Gut, dass ich den Bungalow habe, dachte er. Bei einem Hotelzimmer hätte ich vielleicht Probleme, ein Mädchen mitzunehmen.

Die Wärme und der Alkohol sorgten dafür, dass Stefan kurz vor dem Mittagessen gegen zwölf zu seinem Bungalow ging. Lust auf ein Bad hatte er nicht, aber er konnte seine Geilheit nicht mehr zügeln, und daher besorgte er es sich eben selbst. Und es gab viele Mädchen, an die er dabei denken konnte.

Nach einer raschen Zigarette ging er hinauf in den Speisesaal. Er fand einen leeren Tisch, und es gefiel ihm, dass schwedisches Essen serviert wurde und kein afrikanischer Fraß, jedenfalls für den Anfang. Es gab Ragout, das gut schmeckte, und er aß viel und trank Bier dazu. Man konnte sogar Pripps blå bekommen.

Er war gerade fertig mit dem Essen, als sich ein Paar an seinen Tisch setzte, ohne zu fragen, ob die Plätze noch frei seien.

Die beiden waren ganz in Weiß gekleidet und hatten je ein Glas Saft in der Hand. Der Mann wirkte etwas älter als die Frau. Stefan tippte auf achtundsechzig und fünfundsechzig. Er kippelte auf seinem Stuhl und schaute sie nur aus den Augenwinkeln an. Erst als si

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