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Der schweigsame Gentleman von Heyer, Georgette (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 31.07.2019
  • Verlag: beHEARTBEAT
eBook (ePUB)
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Der schweigsame Gentleman

England, 1815. Als Gervase Frant, Earl of St. Erth, unverhofft aus der Schlacht von Waterloo nach Hause zurückkehrt, sind seine Verwandten enttäuscht. Schließlich hatten sie das gesamte Erbe bereits unter sich aufgeteilt. Warum war der Earl auch so taktlos, sich nicht totschießen zu lassen? Der einzige Lichtblick inmitten der feindseligen Familie ist die unscheinbare, aber äußerst charmante Miss Drusilla Morville, die gerade zu Besuch auf dem Herrensitz ist und den Earl mit ihren gewagten politischen Ansichten amüsiert. Aber als ein Mordanschlag auf den Earl verübt wird, überschlagen sich die Ereignisse ... 'Der schweigsame Gentleman' (im Original: 'The Quiet Gentleman') besticht mit herzerfrischend skizzierten Figuren und einem spritzig pointierten Erzählstil. Ein romantischer Regency-Klassiker von Georgette Heyer - jetzt als eBook bei beHEARTBEAT. Herzklopfen garantiert.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 282
    Erscheinungsdatum: 31.07.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732573288
    Verlag: beHEARTBEAT
    Größe: 3032 kBytes
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Der schweigsame Gentleman

Kapitel 1

In Reisehandbüchern hieß es Schloss Stanyon; für die Dorfbewohner war es "das Schloss"; die gute Gesellschaft sprach von Stanyon ebenso wie von Woburn und Cheveley. Es lag in Lincolnshire, unweit von Grantham und eher näher zu Stamford, einem Ort, den Leute, die sich mehr für Jagd im Allgemeinen als für Naturschönheiten im Besonderen interessierten, bezaubernd fanden. Es durfte sich mit größerer Berechtigung "Schloss" nennen als der Wohnsitz so manchen Edelmannes. Laut verschiedenen, im Übrigen recht uninteressanten Urkunden im Schlossarchiv, das Mr. Theodore Frant jetzt als Arbeitsraum diente, hatte an jener Stelle ursprünglich eine mittelalterliche Festung gestanden. Was davon dem Lauf der Zeit getrotzt hatte, war dem Tudorschloss einverleibt worden, das der Festung gefolgt war. Spätere Generationen vergrößerten und verschönerten das Gebäude je nach Laune, wobei Schwierigkeiten, die sich bei der Vergrößerung ergaben, einfach durch die Anlage eines weiteren Hofes aus der Welt geschafft wurden. Jener Frant zum Beispiel, dem es gelang, eine Freundschaft mit dem gemütlichen König Heinrich VIII. zu überdauern, erregte das Ärgernis seiner Zeitgenossen durch eine maßlose Vorliebe für Eichentäfelungen; sein Enkel, durch ausgedehnte Reisen verfeinert, ließ einen neuen Flügel anbauen und zierte den alten mit Vergoldungen und Deckenfresken. Ein späterer Frant verfiel der herrschenden Mode, berauschte sich am Rokoko, ließ den Brunnenhof anlegen und wurde lediglich von seinem Tod daran gehindert, noch großartigere Pläne in Angriff zu nehmen. Sein Erbe, ein glühender Anhänger Mr. Walpoles, bekehrte sich zur Gotik, und als ein Sturz bei einem seiner regelmäßigen Ausritte mit dem "Old Club" seiner Laufbahn ein jähes Ende bereitete, gab es nirgends in England so schwere Eichentüren, so gewichtige Eisenklinken und so viele schmale Spitzbogenfenster wie in Stanyon.

Der Sechste Earl of St. Erth, möglicherweise der Ansicht, dass sich sein Stammsitz schon zu sehr in der Gegend ausbreitete, mit größerer Wahrscheinlichkeit aber von den harten Zeiten, in denen zu leben er das Missgeschick hatte, daran gehindert, einen Flügel im Stile Palladios anbauen zu lassen, begnügte sich damit, die Ställe neu aufbauen, eine große Zahl von Zimmern tapezieren und in der riesigen Küche einen Herd aufstellen zu lassen, der, nebenbei bemerkt, von einem erzürnten Diener als das einzige Anzeichen moderner Zivilisation in dem ganzen Gebäude bezeichnet wurde; aber der Oberkoch, der für moderne Errungenschaften nichts übrighatte, benutzte den neuen Herd ausschließlich dazu, um von einem seiner Untergebenen darauf Gemüse kochen zu lassen, während er selbst nach wie vor über seiner Feuerstelle mit ihren riesigen Spießen, eisernen Kesseln und veralteten Back- und Bratöfen das Zepter schwang. Mit den Örtlichkeiten unvertraute Gäste, die verstört in den schlecht erleuchteten Gängen umherirrten, Stiegen entdeckten, die in unerforschte Dienerschaftsregionen führten, und endlich, erhitzt und erschöpft, dort anlangten, wo man inzwischen stundenlang auf sie gewartet hatte, verliehen mitunter ihrem Erstaunen darüber Ausdruck, dass jemand, der zwei andere bequemere Landsitze besaß, aus freien Stücken in einem solchen Labyrinth wohnte. Keiner dieser zwei, das war wohl richtig, hatte Bankettsäle aufzuweisen, Galerien für Spielleute, Waffenkammern, Türme und Gräben; aber dafür pfiff die Zugluft nicht durch die Gänge, keine schleichende Kälte drang aus feuchten Mauern, und die Kamine rauchten nur selten.

Der Sechste Earl und seine zweite Frau fanden Stanyon vollkommen in Ordnung: der Earl, weil er hier seine Kindheit verbracht hatte, seine Frau, weil sie in einem noch weniger komfortablen Haus im rauen Norden aufgewachsen war. Abgesehen davon würde sie, wenn man ihr die Wahl gelassen hätte, Bequemlichkeit ohne mit der Wimper zu zucken gegen Prunk eingetauscht haben. Die erste Frau des Earl hatte

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