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Der Seewolf von London, Jack (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 08.03.2018
  • Verlag: EClassica
eBook (ePUB)
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Der Seewolf

Für die eBook-Ausgabe neu lektoriert und mit modernisierter Rechtschreibung. Voll verlinkt, mit eBook-Inhaltsverzeichnis und zahlreichen Worterklärungen Humphrey van Weyden, ein nachdenklicher junger Mann, wird bei einem Schiffsunglück über Bord gespült und treibt hilflos im Meer. Männer des Robbenschoners ?Ghost? retten ihn. Kapitän Wolf Larsen herrscht an Bord mit gnadenloser Härte. Auch den ?Weichling? van Weyden demütigt Larsen. Dennoch kann sich dieser nach einiger Zeit gewissen Respekt beim Käpt'n verschaffen und die Männer vertiefen sich öfters in Gespräche, wobei der hochintelligente Larsen seine Lehre des ?Überlebens des Stärkeren? propagiert. Als eine weitere Schiffbrüchige an Bord geholt wird, beginnt ein gnadenloser Überlebenskampf zwischen den Männern ... Kaum ein Schriftsteller hat in so kurzer Lebensspanne (1876-1916) so großen literarischen Ruhm erworben, wie Jack London. - Er schrieb nicht nur über Abenteuer, er führte auch ein abenteuerliches Leben. Schon im Alter von 15 Jahren kauft er sich von geborgtem Geld ein Schiff und wird Austernpirat in der Bucht von San Francisco, fährt dann mit Robbenjägern zur See und zieht als Goldsucher zum Klondike. Als er im Alter von 23 Jahren seine schriftstellerische Karriere beginnt, wird er binnen kürzester Zeit zum Bestseller-Autor.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 280
    Erscheinungsdatum: 08.03.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783963619649
    Verlag: EClassica
    Größe: 884 kBytes
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Der Seewolf

Zweiter Teil
20

Der Rest des Tages verging, ohne dass sich etwas ereignet hätte. Der frische Wind mit seinen Regenschauern legte sich. Der vierte Maschinist und die drei Heizer wurden nach einer heftigen Auseinandersetzung mit Wolf Larsen neu eingekleidet, erhielten ihre Plätze unter den Jägern in verschiedenen Booten und in den Schiffswachen angewiesen und wurden dann in die Back geschickt. Sie wagten nicht zu protestieren. Was sie von Wolf Larsen gesehen, hatte sie eingeschüchtert, und was sie in der Back über ihn hörten, benahm ihnen die letzte Lust zur Auflehnung. Miss Brewster - ich hatte ihren Namen von dem Maschinisten erfahren - schlief immer noch. Beim Abendbrot bat ich die Jäger, leiser zu sprechen, um sie nicht zu stören, und erst am nächsten Morgen kam sie zum Vorschein. Ich hatte ihr das Essen gesondert bringen lassen wollen. Aber Wolf Larsen durchkreuzte meine Absicht. Wer sie wäre, dass sie zu gut für den Kajütstisch und die Kajütsgesellschaft sei, hatte er gefragt.

Aber ihr Erscheinen bei Tisch hatte eine seltsame Wirkung. Die Jäger wurden stumm wie die Fische. Nur Jock Horner und Smoke ließen sich nicht einschüchtern, warfen verstohlene Blicke auf sie und beteiligten sich selbst an der Unterhaltung. Die vier anderen hoben nicht die Augen von ihren Tellern, sie kauten unaufhörlich mit nachdenklicher Gründlichkeit, und ihre Ohren bewegten sich im Takt mit ihren Kinnladen wie bei fressenden Tieren.

Auch Wolf Larsen sagte anfangs nicht viel; er antwortete nur, wenn man sich an ihn wandte. Nicht etwa, dass er verlegen gewesen wäre. Weit entfernt! Diese Frau war für ihn nur ein neuer Typ, völlig verschieden von dem Schlage, den er bisher kennengelernt hatte, und er war neugierig. Er studierte sie, seine Augen ließen kaum von ihrem Gesicht, es geschah denn, um die Bewegungen ihrer Hände und Schultern zu beobachten. Ich selbst studierte sie ebenfalls, und obwohl ich die Kosten der Unterhaltung trug, war ich doch ein wenig schüchtern. Er hingegen war die Ruhe, das unerschütterliche Selbstvertrauen selber; er fürchtete eine Frau nicht mehr als Sturm und Kampf.

"Und wann sind wir in Yokohama?" wandte sie sich an ihn und blickte ihm gerade in die Augen.

Das war die klare Frage. Die Kinnladen hörten zu arbeiten auf, die Ohren bewegten sich nicht mehr, und wenn auch die Augen weiter auf den Tellern haften blieben, lauschte doch jeder begierig auf die Antwort. "In vier Monaten, vielleicht auch in dreien, wenn die Jagdzeit früh vorüber ist", sagte Wolf Larsen.

Sie schnappte nach Luft und stammelte: "Ich - ich dachte - man ließ mich in dem Glauben, dass Yokohama nur eine Tagereise entfernt sei. Das ..." Sie machte eine Pause und blickte von einem auf das andere dieser unsympathischen Gesichter im Kreise, die fest auf ihre Teller starrten. "Das kann nicht richtig sein", schloss sie.

"Das ist eine Frage, die Sie mit Herrn van Weyden abmachen müssen", erwiderte er, indem er mir augenzwinkernd zunickte. "Herr van Weyden ist so etwas wie eine Autorität in Fragen des Rechtes. Ich bin nur ein einfacher Seemann und sehe die Situation daher etwas anders an. Für Sie mag es vielleicht ein Unglück sein, dass Sie hierbleiben müssen, aber für uns ist es sicher ein Glück."

Er sah sie lächelnd an. Ihre Augen senkten sich vor seinem Blick, aber sie hob sie wieder trotzig zu den meinen. "Was meinen Sie?" fragte sie.

"Dass es schlimm wäre, namentlich wenn Sie Verpflichtungen für die nächsten Monate übernommen hätten. Da Sie aber, wie Sie sagen, lediglich aus Gesundheitsrücksichten nach Japan reisen wollten, kann ich Ihnen versichern, dass Sie sich nirgends besser erholen können als an Bord der 'Ghost'."

Ich sah ihre Augen unwillig aufblitzen, und diesmal senkte ich den Blick und fühlte, dass ich unter dem ihren errötete. Ich war feige, aber was hätte ich tun sollen.

"Herr van Weyden ist Autorität auf diesem Gebiete", lachte Wol

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