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Der Sohn des Admirals von Riedel, Thomas (eBook)

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Der Sohn des Admirals

Westindien, Karibisches Meer, Mitte April 1747 Während einer Kaperfahrt überfällt der Bukanier El Banco Coronation El Banco Relámpago

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 100
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783746724133
    Verlag: epubli
    Größe: 251 kBytes
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Der Sohn des Admirals

"Und wenn er heimkommt,

ruft er seine Freunde und Nachbarn

und spricht zu ihnen:

Freuet euch mit mir,

denn ich habe mein Schaf gefunden,

das verloren war."

Lukas 15, 4-7

Kapitel 1

Mitte April 1747 wölbte ein blauer durchsichtiger Himmel seinen ewig heiteren Bogen über die leicht bewegte Flut des Karibischen Meeres. Unter der brennend heißen Sonne Westindiens segelte die britische Korvette ' Coronation ' mit westlichem Kurs. Auf mehrere Seemeilen durchdrang das Auge die klare und reine Luft so deutlich und sicher, wie sich in England kaum etwas auf eine halbe Meile erkennen ließ. Eine Landratte hätte an der ' Coronation ' wohl nichts Besonderes gefunden. Wahrscheinlich hätte sie sich gefragt, warum ein solches Aufhebens um dieses Schiff gemacht wurde? Es sei ja schließlich eine Korvette wie jede andere auch.

Aber die ' Coronation ' war keine Korvette wie andere! Sie war zwar nicht länger, mit ihren etwa achtundzwanzig Yards, aber wesentlich schlanker gebaut als üblich. Während die Masten einer Korvette normalerweise drei Rahsegel übereinander führten, hatte bei diesem Schiff jeder Mast fünf. Außerdem war die ' Coronation ' mit zwei Klüversegeln und einem Stagsegel am Bug ausgerüstet. Am Heck besaß sie zusätzlich einen dritten Mast für ein Gaffelsegel, der allerdings in der Regel nicht ' gefahren ' wurde, sondern zerlegt neben dem Achterdeck-Haus lag. Im Gegensatz zur herkömmlichen Bauweise stand auch der ungewöhnliche rundgattene Schluss des Rumpfes - das rundzulaufende Schiffsheck. Vor- und Hinterschiff erhoben sich nur wenig über das Mittelschiff und boten dem Wind auf diese Weise keine große Angriffsfläche, um das Schiff aus dem eingeschlagenen Kurs zu schieben.

Mit außerordentlicher Geschwindigkeit trieb die ' Coronation ' über das Wasser. Einem sachverständigen Auge wäre sofort aufgefallen, dass sich das Schiff in höchster Alarmbereitschaft befand, denn die je zehn Kanonen an Back- und Steuerbordseite waren ausgerannt, geladen und jederzeit schussbereit. Neben jedem Geschütz war ausreichend Ersatzmunition aufgeschichtet, und die Artilleriemannschaft schlief bei den Rohren.

Am Bug der Korvette lagen zwei Matrosen im Halbschatten, die sich flüsternd miteinander unterhielten.

"Man könnte meinen, wir zögen geradewegs in den Krieg", meinte der eine verächtlich.

Der andere warf einen Blick in die Runde, erhob sich ein wenig und spuckte seinen Priem geringschätzig über die Reling in die Gischt. "Captain Moore ist noch nie in Westindien gewesen. Die Gewässer scheinen ihm nicht recht geheuer zu sein. Vermutlich haben ihm gewisse Erzählungen über Piraten und Freibeuter den Kopf verdreht ..." Dabei deutete er mit seinem Zeigefinger eine drehende Bewegung auf Höhe seiner Schläfe an und gab dazu ein unterdrücktes spöttisches Lachen zum besten.

Der andere, ein junger, gut gebauter Bursche mit schwitzendem, blankem Gesicht, der um seinen Hals ein lose geschlungenes weißes Tuch trug, machte eine wegwerfende Handbewegung. Er war zwanzig Jahre alt und Vortoppsgast. Erst vor zwei Jahren war er in den Dienst der königlichen Marine Georg II. getreten - nicht freiwillig, man hatte ihn dazu gepresst und von einem heimkehrenden Frachtschiff auf ein aussegelndes Kriegsschiff übernommen. Das Schiff hatte in See gehen müssen, ehe seine Besatzung vollzählig war. Seit zwei Jahren diente er nun auf der ' Coronation ' , hatte es aber immer noch nicht bis zum Corporal gebracht. "Pah! Piraten!" Er legte die ganze Kraft jugendlicher Verachtung in diese zwei Worte. "Das ich nicht lache! Die große Zeit der Bukaniere und Filibuster ist längst vorbei! Die Meere sind sicher geworden. Mit eine

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