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Der Sommer der Blaubeeren Roman von Simses, Mary (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 21.04.2014
  • Verlag: Blanvalet
eBook (ePUB)
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Der Sommer der Blaubeeren

Ein Geheimnis aus der Vergangenheit. Ein Weg in die Zukunft... Kurz vor ihrer Hochzeit fährt die New Yorker Anwältin Ellen Branford in den abgelegenen Küstenort Beacon, um den letzten Wunsch ihrer Großmutter zu erfüllen. Sie soll einen Brief überbringen und hofft, die Angelegenheit schnell erledigen zu können. Doch schon bald ahnt sie, dass sich dahinter viel mehr verbirgt. Denn inmitten von Blaubeerfeldern wartet eine alte Geschichte von Liebe und verlorenen Träumen auf Ellen - die ihr zeigen wird, dass man manchmal all seine Pläne über den Haufen werfen muss, um das wahre Glück zu finden ... Mary Simses studierte Journalismus und Jura. Sie arbeitete zunächst als Anwältin und gab sich nur nach Feierabend ihrer Leidenschaft für das Schreiben hin. Bevor sie mit 'Der Sommer der Blaubeeren' ihren ersten Roman schrieb, der in zahlreiche Sprachen übersetzt wird, veröffentlichte sie bereits einige Kurzgeschichten. Gemeinsam mit ihrer Tochter und ihrem Mann, mit dem sie auch eine Anwaltskanzlei betreibt, lebt Mary Simses im Süden Floridas.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 416
    Erscheinungsdatum: 21.04.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641112370
    Verlag: Blanvalet
    Serie: Blanvalet Taschenbuch 38217
    Originaltitel: The Irresistible Blueberry Bakeshop and Café
    Größe: 1742 kBytes
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Der Sommer der Blaubeeren

1

Eine kalte Begrüßung

"Stehen bleiben, das ist gefährlich!"

Ich hörte jemanden schreien, aber es war zu spät. Die Holzplanken des Piers bogen sich erst unter mir und gaben dann nach. Bretter splitterten, morsches Holz brach, und ich stürzte drei Meter tief in den eisigen Golf von Maine.

Vielleicht hätte ich den Mann, der mir die Warnung zurief, auf den Kai laufen sehen können. Wenn ich mich bloß etwas nach rechts gedreht hätte, hätte ich bemerkt, wie er wild mit den Armen winkend über den Strand zum Pier gerannt kam. Aber ich hatte den Sucher meiner Nikon-Kamera ans Auge gepresst und zoomte gerade etwas jenseits des Wassers heran – die Statue einer Frau in einem vom Wind gebauschten Kleid, die einen Korb voller Trauben trug.

Noch während ich mich mit rudernden Armen, pochendem Herzen und vor Kälte klappernden Zähnen wieder nach oben kämpfte, merkte ich, dass ich abtrieb, und zwar ziemlich schnell. Eine starke, mächtige Strömung wirbelte mich herum und zog mich fort vom Kai. Ich kam hustend an die Oberfläche, das Meer um mich herum schäumte aufgewühlt und voller Sand. Ich trieb noch immer ab, bewegte mich weg vom Pier und dem Strand, Wellen schwappten über mir zusammen, füllten meinen Mund und meine Nase mit Salzwasser. Ich spürte, wie meine Arme und Beine allmählich taub wurden, ich konnte nicht aufhören zu zittern. Wie konnte das Meer Ende Juni bloß so kalt sein?

Ich versuchte, gegen die Strömung anzuschwimmen, legte meine besten Kraulkünste an den Tag, trat so fest ich konnte und schob das Wasser weg, bis meine Gliedmaßen schmerzten. Doch ich driftete weiter in tieferes Gewässer ab, die Strömung war noch immer zu stark.

Du warst eine gute Schwimmerin, als du noch in Exeter warst , versuchte ich, mir selbst Mut zuzureden. Du kannst es ans Ufer schaffen. Die kleine Stimme in meinem Kopf wollte zuversichtlich klingen, aber es gelang ihr nicht. Panik durchfuhr mich bis in meine Fingerspitzen und Zehen. Etwas hatte sich in den Jahren, die dazwischen lagen, verändert. Zu viel Zeit, die ich sitzend an einem Schreibtisch verbracht und mich um juristische Schriftstücke und Erwerbsverträge gekümmert hatte, Zeit, in der ich offenbar nicht den Schmetterlingsstil trainiert hatte.

Plötzlich ließ die Strömung, die mich erfasst hatte, abrupt nach. Ich war umgeben von schwarzen Wassermassen mit weißen Schaumkämmen. Vor mir erstreckte sich das offene Meer, dunkel und unendlich. Ich drehte mich um, und zuerst konnte ich nichts anderes als noch mehr Wasserhügel erkennen. Dann schaukelte ich auf einem Wellenkamm hoch, und der Strand mit dem Pier tauchte auf, weit weg und winzig. Ich fing wieder an zu kraulen, nahm Kurs Richtung Ufer – schnaufte, ruderte, schnaufte, ruderte. Es war schrecklich anstrengend und meine Beine fühlten sich so schwer an. Sie wollten nicht mehr weiterstrampeln. Sie waren einfach zu müde.

Ich hörte auf und trieb auf der Stelle, meine Arme waren so erschöpft, ich hätte weinen können. Ich spürte einen brennenden Schmerz am Kinn, und als ich mein Gesicht berührte, hatte ich Blut am Finger. Ich hatte mich an irgendetwas geschnitten, vermutlich beim Sturz.

Der Sturz. Ich wusste nicht einmal, wie es hatte passieren können. Ich wollte bloß die Stadt vom Wasser aus sehen, so wie Gran, meine Großmutter, sie gesehen haben musste, als sie hier in den 40er-Jahren aufgewachsen war. Also war ich über den Strand gelaufen, hatte ein Gatter geöffnet und den alten Bootsanlegesteg betreten. Einige Planken fehlten, und Teile des Geländers waren weggebrochen, aber alles schien in Ordnung, bis ich auf ein Br

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