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Der Sommer der Sternschnuppen Roman von Simses, Mary (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 18.04.2016
  • Verlag: Blanvalet
eBook (ePUB)
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Der Sommer der Sternschnuppen

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Manchmal liegt der Weg zum Glück in der Vergangenheit
Grace Hammond liebt Ordnung über alles. Als sie ihren Job, ihren Freund und auch noch ihre Wohnung verliert, kehrt sie kurzerhand nach Dorset zurück, in die charmante Kleinstadt an der Küste Connecticuts, in der sie aufwuchs. Hier gibt es den besten Apfelkuchen der Welt, einen weiten Himmel voller Sternschnuppen - und die Ruhe, in der Grace hofft herauszufinden, wie es mit ihrem Leben weitergehen soll. Doch schon bald holt sie etwas ein, was sie für immer vergessen wollte. Denn in Dorset erlitt Grace einen Verlust, den sie nie verwunden hat. Und hier verliebte sie sich einst in Peter Brooks. Als Grace nun erfährt, dass er ebenfalls zurück in der Stadt ist, treffen Vergangenheit und Gegenwart aufeinander ...

Mary Simses studierte Journalismus und Jura. Sie arbeitete zunächst als Anwältin und gab sich nur nach Feierabend ihrer Leidenschaft für das Schreiben hin. Bevor sie mit 'Der Sommer der Blaubeeren' ihren ersten Roman schrieb, der in zahlreiche Sprachen übersetzt wird, veröffentlichte sie bereits einige Kurzgeschichten. Gemeinsam mit ihrer Tochter und ihrem Mann, mit dem sie auch eine Anwaltskanzlei betreibt, lebt Mary Simses im Süden Floridas.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 448
    Erscheinungsdatum: 18.04.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641169251
    Verlag: Blanvalet
    Originaltitel: The Rules of Love and Grammar
    Größe: 3196 kBytes
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Der Sommer der Sternschnuppen

1

Ein Nomen ist eine Person, ein Ort oder ein Ding.

Ein Unglück kommt meistens zu dritt.

Ich werde von lautem Gehämmer auf dem Dach wach, und für einen Moment weiß ich nicht, wo ich bin. Ich blicke auf die weiße Bettdecke, die zarten Rosenknospen auf der Tapete, den Krug aus meergrünem mattiertem Glas auf der Kommode, und da fällt mir wieder ein, dass ich nicht in meiner Wohnung in Manhattan bin. Ich bin in meinem alten Jugendzimmer in Dorset, Connecticut, in einem Bett mit einer für meinen Geschmack viel zu harten Matratze.

Es ist Donnerstag, und wenn es ein normaler Donnerstag wäre, wäre ich gerade dabei aufzustehen und mich für die Arbeit fertig zu machen. Aber mein Arbeitsplatz der vergangenen vier Jahre wurde letzten Freitag im Zuge einer betrieblichen Umstrukturierung abgeschafft. Wenn es ein normaler Donnerstag wäre, würde ich mich darauf freuen, das Wochenende mit Scott zu verbringen, vielleicht in den Hamptons. Aber Scott ist auch weg. Er hat sich von mir entliebt und in eine Anwaltsgehilfin aus seinem Büro verliebt - eine weitere Umstrukturierung. Ich sollte eigentlich in meiner Wohnung sitzen und meine Wunden lecken, aber nicht einmal das kann ich. Gestern kam aufgrund eines Wasserschadens ein gutes Stück von der Decke runter, und ich musste die Wohnung räumen, wahrscheinlich für drei ganze Wochen. Also bin ich jetzt hier - arbeitslos, wohnungslos und Single. Alles, was ich vom Leben noch will, ist, den Rest meiner Tage verschlafen. Doch irgendwer prügelt auf das Dach ein.

Ich gehe über die Hintertreppe nach unten in die Küche, wo die kupfernen Töpfe und Pfannen über der Kochinsel hängen und das blau-weiße Staffordshire-Porzellan meiner Mutter in der Eckvitrine glänzt. Durch die Fensterfront sehe ich den weitläufigen Rasen, der sanft zu den Felsen und den buschigen Riedgräsern hin abfällt. Das Wasser des Long Island Sound blitzt und funkelt in der Sonne, und eine salzige Brise kommt durchs Fliegengitter. Ein einsamer Kajakfahrer gleitet vorbei und zieht rhythmisch sein Paddel durch die Wellen.

»Ist jemand da?«

Das Haus ist leer.

Ich werfe einen Blick auf die hölzerne Arbeitsplatte, wo sich das übliche Durcheinander aus Zeitungen, Magazinen und ungeöffneter Post stapelt. Am Toaster lehnt eine Notiz von Mom, in ihrer ausladenden, nach links geneigten Architektinnenhandschrift: Grace, bin schon los, will noch die Blumen und die Torte bestellen. Wir sehen uns nach der Arbeit. Die Blumen und die Torte sind für die Feier zum 65. Geburtstag meines Vaters, die hier in zwei Wochen stattfindet, und so wie es aussieht, wird es ein Großereignis.

Das Hämmern geht unterdessen weiter und treibt mich über die knarrenden alten Kieferndielen zum Vordereingang. Ein kleiner Stapel Bücher thront unten auf dem Treppengeländer, wo der Handlauf aus Mahagoni in einem geschnitzten Wirbel endet. Wallace Stevens, W. H. Auden, E. E. Cummings, Emily Dickinson. Dad gibt diesen Sommer offenbar wieder seinen Meisterkurs in Moderner Lyrik.

Jedes Jahr schwört er, dass es sein letztes an der Universität sein wird, aber dann lässt er sich doch wieder breitschlagen. Ich glaube nicht, dass die Uni ihn je wird gehen lassen. Schon vor fünf Jahren gab es ein Riesentheater, als er seine Stelle als Leiter des Instituts für Englische Philologie aufgeben und wieder ganz normal als Professor arbeiten wollte. Angesichts der schockierten Reaktionen hätte man meinen können, er hätte verkündet, einen Stripclub eröffnen zu wollen.

Der Junimorgen draußen ist warm, und als ich über den Rasen laufe, sind meine Fußsohlen feucht vom Tau. Die Luft riecht nach Seetang, Austern und Miesmuscheln, der typische Geruch der Küste Neuenglands.

Zwei Männer mit Werkzeuggürteln um die Hüften stehen auf dem Dach. »Entschuldigung!«, rufe ich hoch. Sie spähen zu mir runter, und mir fällt ein, dass ich noch nicht einmal mein Haar gebürstet

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