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Der Tod, der Hase, die Unsinkbare und ich Zwei schwungvolle Geschichten voller schwarzem Humor von Niedlich, Sebastian (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 26.03.2014
  • Verlag: dotbooks GmbH
eBook (ePUB)
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Der Tod, der Hase, die Unsinkbare und ich

"Hast du heute wieder deinen Klugscheißertag?", giftete ich den Tod an. Er grinste. "Stelle ich die dummen Fragen oder du?" Man kann sich seine Freunde nicht aussuchen. Das weiß niemand so gut wie Martin, denn sein bester Kumpel ist... der leibhaftige Tod. Nicht ganz einfach - aber was soll man machen? Immerhin lernt Martin so die interessantesten Orte der Welt und ihre Bewohner kennen. Beispielsweise auch den Osterhasen. Allerdings hat dieses Zusammentreffen für alle Beteiligten unerwartete Folgen. Noch überraschender ist, dass es eine Frau gab, die der Tod nicht vergessen kann. Dabei ist es schon über 100 Jahre her, dass er ihr an Bord der Titanic begegnete... Zwei schwungvolle Geschichten voller schwarzem Humor - und ein Lesevergnügen mit hohem Bildungsanspruch. Oder wussten Sie etwa schon, dass der Tod ständig Ob-La-Di Ob-La-Da pfeift? Jetzt als eBook: 'Der Tod, der Hase, die Unsinkbare und ich' von Sebastian Niedlich. dotbooks - der eBook-Verlag. Sebastian Niedlich, 1975 in Berlin geboren, war zum Zeitpunkt seiner Geburt schriftstellerisch untätig und nahm diese Profession erst später im Leben auf, nachdem er sich vorher an Drehbüchern versucht hatte. Er lebt in Potsdam und bereut es bisher nicht. Bei dotbooks veröffentlichte Sebastian Niedlich bereits die Romane 'Der Tod und andere Höhepunkte meines Lebens', 'Der Tod ist schwer zu überleben', 'Und Gott sprach: Es werde Jonas' und 'Dicker Teufel umständehalber in liebevolle Hände abzugeben' sowie die Erzählbände 'Der Tod, der Hase, die Unsinkbare und ich', 'Ein Gott, drei Könige und zwei Milliarden Verrückte' und 'Das Ende der Welt ist auch nicht mehr, was es mal war', die auch als Sammelband erhältlich sind: 'Am Ende der Welt gibt es Kaffee und Kuchen' Der Autor im Internet: www.sebastianniedlich.de und www.facebook.com/SebastianNiedlich.Autor

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 68
    Erscheinungsdatum: 26.03.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783955202484
    Verlag: dotbooks GmbH
    Größe: 746 kBytes
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Der Tod, der Hase, die Unsinkbare und ich

Der Tod und der Osterhase

Mein Freund Tod liebte es, mich ohne große Vorwarnung in die merkwürdigsten Ecken der Welt zu verschleppen. Und das meine ich nicht im übertragenen "Schickt meine Asche nach meinem Tod um die Welt"-Sinn, sondern ganz buchstäblich.

Als kleines Kind sah ich, wie meine Oma starb. Ich saß an ihrem Bett im Krankenhauszimmer, ohne zu wissen, was eigentlich passierte. Damals habe ich den Tod gesehen, als er den Schmetterling – oder sagen wir lieber die Seele – meiner Großmutter holte. Danach haben der Tod und ich uns angefreundet. Was übrigens nicht heißen soll, dass ich besonders begeistert über die Sache mit meiner Oma war. Wir haben uns angefreundet, obwohl er sie geholt hat. Seitdem haben wir uns schon fast überall auf der Welt mal sehen lassen, weil er sich und mich teleportieren kann.

Unsere Freundschaft ist gewissen Schwankungen unterlegen. Zum einen ist er natürlich immer sehr beschäftigt. Weltweit sterben pro Minute etwas über 100 Menschen. Das sind fast zwei pro Sekunde. Deswegen muss er sich buchstäblich zerteilen, um überall zu sein. Zum anderen hat er die Angewohnheit, in den unpassendsten Momenten zu erscheinen. Außerdem versucht er mich ständig davon zu überzeugen, dass ich nach meinem Tod seinen Job übernehmen soll, was natürlich gar nicht in Frage kommt.

Aber eigentlich will ich auch nicht so weit ausholen. Dies ist nur eine kleine Anekdote aus unserer gemeinsamen Zeit: Ich hatte mal wieder keine Ahnung, wo Tod mich hinschleppen würde. Als wir uns trafen, sagte er nur, dass wir unter Umständen jemandem begegnen würden, den ich interessant finden könnte. Und ich wollte lieber erst gar nicht darüber nachdenken, was das für eine Person sein könnte.

Als wir uns auf dem Linoleumboden materialisierten, war meine Reaktion, abgesehen von dem schon gewohnten Anflug von Übelkeit, recht banal.

"Ein Krankenhaus? Wow. Mal was ganz anderes!"

Tod grinste. "Immer dieser Sarkasmus."

Ich hielt inne. Zwar war der Gang, der sich vor uns erstreckte, unverkennbar der eines Krankenhauses, aber die bunten Türen und Kinderzeichnungen an den Wänden verrieten mir, dass es sich nur um einen bestimmten Teil davon handeln konnte.

"Kinderkrebsstation?"

Tod nickte.

"Das verspricht ja ein lustiger Abend zu werden."

"In der Tat ist der Anlass nicht schön. Aber was soll's. Ob-La-Di, Ob-La-Da."

Ich rollte mit den Augen. Tods Vorliebe für die Beatles äußerte sich des Öfteren darin, dass er ausgerechnet Ob-La-Di, Ob-La-Da zitierte, einen der weniger intelligenten Songs des Quartetts, wie ich fand. Immerhin hatte er sich für einen freundlicheren Song entschieden und nicht etwa für Maxwell's Silver Hammer , der zwar fröhlich klang, aber von einem Mörder handelte, der seine Opfer mit einem Hammer umbrachte. Von der Handlung her hätte der sicher eher Tods Tätigkeit entsprochen.

Ich folgte ihm in eine Art Besucherzimmer, dessen große Fenster mit Bildern verziert waren, die ganz offenbar aus Kinderhand stammten. Etwas, das entfernt an eine Giraffe oder einen gelb angemalten Xenomorph aus den Alien -Filmen erinnerte, knabberte an einem grünen Etwas, das wohl eine Pflanze darstellen sollte. In einigen kleinen Schränken an der Wand waren Spielzeuge ordentlich in Kisten gestapelt, und eine Couch, die ihre besten Tage hinter sich hatte, stand ihnen gegenüber.

"Wenn du willst, kannst du gerne hier warten, bis ich meine Aufgabe erledigt habe", sagte Tod.

"Da frage ich mich nur, weshalb du mich überhaupt hergeschleppt hast."

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