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Der Tod des Jucundus Marcus Terentius ermittelt von Franke, Franziska (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 31.07.2020
  • Verlag: Edition Oberkassel
eBook (ePUB)
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Der Tod des Jucundus

Am Festtag der Anna Perenna begegnet der Freigelassene Marcus - der zusammen mit Respectus ein Weinkontor betreibt - seinem ehemaligen Mitsklaven Jucundus. Gemeinsam mit Marcus' Bruder Lucius begehen sie den Feiertag mit einem Besäufnis. Es heißt, dass man für jeden Becher Wein, den man am Tag der Anna Perenna trinkt, noch ein Jahr zu leben hat. Am nächsten Morgen liegt Jucundus erstochen am Ufer des Rheins. Lucius wacht mit einem Messer in der Hand neben dem Leichnam auf. Er beteuert seine Unschuld. Verzweifelt versucht Marcus aufzuklären, was wirklich geschah. Tags darauf erfährt Marcus, dass sich der Sklave des Jucundus im Nebenfluss Main ertränkt hat. Schnell wird dieser zum Täter am Mord von Jucundus erklärt. Doch Marcus will den Mord an seinem ehemaligen Mitsklaven ungesühnt lassen. Lucius hingegen verdächtigt den Geschäftspartner seines Bruders, etwas mit dem Verbrechen zu tun zu haben. Warum hätte der schließlich geheimnisvolle Kisten im Weinkontor lagern sollen?

Franziska Franke nimmt den Grabstein des Jucundus, der tatsächlich existiert, zum Anlass für einen spannenden Kriminalfall, in dem noch ein weiterer 'echter' Grabstein eine Rolle spielt. Der des Zosimus, des Vorstehers des kaiserlichen Vorkosters.

Franziska Franke wurde 1955 in Leipzig geboren. Nach ihrer Schulzeit, die sie in Essen, Schwetzingen und Wiesbaden verbrachte, studierte sie an den Universitäten Mainz und Frankfurt Kunstgeschichte, Klassische Archäologie, Kunstpädagogik und Biologie, wovon u. a. ihre wissenschaftliche Arbeit über 'Frühmittelalterliche Skulptur im Mainzer Raum', Frankfurt 1986, Zeugnis ablegt. Neben der Kunst des Mittelalters gilt seit damals ihre besondere Vorliebe der klassischen Antike und dem 19. Jahrhundert.
2011 erschien ihr historischer Kriminalroman 'Der Tod des Jucundus', dem zwei weitere in der Römerzeit angesiedelte Romane folgten. Im Jahr 2009 begann sie eine Reihe mit Kriminalromanen, in denen sie neue Fälle um den Detektiv Sherlock Holmes entwickelte. Franziska Franke ist Mitglied der Mörderischen Schwestern und bei Dostojewskis Erben in Wiesbaden.
Nach ihrer Hochzeit zog sie nach Mainz, wo sie noch heute lebt und freiberuflich in der Erwachsenenbildung tätig ist.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 250
    Erscheinungsdatum: 31.07.2020
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783958132276
    Verlag: Edition Oberkassel
    Größe: 1413 kBytes
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Der Tod des Jucundus

2. Der Tag nach dem Fest

Am nächsten Tag wurde ich kurz nach dem Morgengrauen unsanft aus dem Schlaf gerissen, denn es trommelte jemand an die Tür meines Gemachs. Mein Kopf fühlte sich an, als würde er gleich in tausende Stücke zerspringen und ich fragte mich, warum man mich nicht schlafen ließ.

Ich rief nicht »Herein«, sondern drehte mich verärgert mit dem Gesicht gegen die Wand und drückte mir das Kissen auf die Ohren.

Trotzdem wurde kurze Zeit später die Zimmertür lautstark aufgerissen. Ich rollte mich wutentbrannt zurück und sah das blasse, übernächtigte Gesicht meines Bruders durch den Türrahmen lugen. Schon wollte ich ihn mit einem Fluch zum Orcus schicken, als ich zu meinem namenlosen Schrecken bemerkte, dass sein Gewand mit Blutflecken besudelt war. Auch sonst sah er mit dunkel umschatteten Augen und kreidebleichem Gesicht schrecklich aus. Seine Locken waren mit Lehm verschmiert und seine Kleidung klebte ihm am Körper.

Trotz meiner Müdigkeit begriff ich, dass etwas Schreckliches vorgefallen sein musste.

»Was um der Götter Willen ist passiert?«, fuhr ich ihn an.

»Jucundus ist tot«, stammelte Lucius leise, während ich mir die brennenden Augen rieb und gähnte. »Ich bin vorhin am Rheinufer aufgewacht. Jucundus hat neben mir gelegen. Seine Augen waren ganz glasig und er hatte eine Wunde in der Brust. .... ich weiß wirklich nicht, wie ich dorthin gekommen bin ...« Meinem Bruder versagte für einen Augenblick die Stimme. Dann holte er tief Luft, schluckte und platzte dann los: »Und in der Hand hielt ich ein blutiges Messer.«

Ich schloss die Augen wieder um tief durchzuatmen. Dann massierte ich mir mit den Fingerspitzen die Schläfen. Noch immer quälte mich ein rasender Kopfschmerz. Also brauchte ich einen Moment, bis ich die volle Tragweite der Worte begriffen hatte. Mein ehemaliger Mitsklave, den ich schon seit meiner Kindheit kannte und mit dem ich erst vor wenigen Stunden in einer üblen Absteige gezecht hatte, war tot. Und als ob das noch nicht schlimm genug wäre: Mein Bruder hatte irgendetwas damit zu tun.

»Hast du ihn umgebracht?«, entfuhr es mir in hilfloser Wut.

»Nein«, rief mein Bruder empört aus. »Wie kannst du das nur denken! Aber ich habe leider keine Ahnung, wer es war!«

Jucundus ist tot, murmelte ich, aber mein benebeltes Hirn konnte noch immer den Sinn dieser Worte nicht fassen.

»Und was hast du mit dem Messer gemacht?«, wollte ich dann wissen. Noch immer hatte ich das Gefühl, die Zeit sei stehen geblieben. Eine Welle der Übelkeit stieg unvermittelt in mir hoch.

»Das habe ich natürlich in den Rhein geworfen.«

So natürlich fand ich das nicht, aber mein Bruder hatte sicherlich das Richtige getan, sich der Mordwaffe zu entledigen. Ich verkniff mir also einen boshaften Kommentar und forderte Lucius auf, mir alles so genau wie möglich zu erzählen. Aber mein Bruder erinnerte sich an gar nichts, außer daran dass er am Vorabend einen über den Durst getrunken hatte und dann am Rheinufer neben der Leiche des Jucundus aufgewacht war.

Tief in meinem Inneren fragte eine nagende Stimme, ob er den Viehhirten nicht doch im Suff erstochen hatte. Jucundus konnte eine ziemliche Nervensäge sein, aber eine derartige Gewalttat passte nicht zu meinem faulen Bruder.

»Hat dich jemand am Rhein gesehen?«, erkundigte ich mich bei Lucius, nachdem ich meine Gedanken wieder etwas geordnet hatte.

»Nur eine Frau. Sie hat mich mit ihren schrillen Schreien aufgeweckt. Als ich die Augen geöffnet habe, hat sie mich angestarrt. Dann ist sie davongerannt und ich habe mich ebenfalls aufgerappelt, bevor sie mit einem Beamten wiederkommen konnte.«

»Kanntest du sie?«, fragte ich meinen Bruder schlecht gelaunt, denn es gefiel mir gar nicht, dass es eine Zeugin gab. Warum musste mir Lucius immer soviel Ärger machen?

»Nein«, antwortete er, »aber so stark, wie sie geschminkt war, wird es sich um eine Prostituierte g

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