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Der Tod und andere Höhepunkte meines Lebens Roman von Niedlich, Sebastian (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 30.12.2013
  • Verlag: dotbooks
eBook (ePUB)
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Der Tod und andere Höhepunkte meines Lebens

'Meine Gabe, den Tod anderer Leute voraussehen zu können, hat schon was. Gibt ein prima Partyspiel. 'Hey, ich sage euch, wer als Nächstes stirbt!' Spaß für die ganze Familie!' Freunde sind etwas Wunderbares. Und manchmal findet man sie an den ungewöhnlichsten Orten. Martin hätte allerdings darauf verzichten können, am Sterbebett seiner Großmutter die Bekanntschaft des leibhaftigen Todes zu machen. Dieser hat sich eingefunden, um die Seele der alten Dame sicher ins Jenseits zu befördern - und ist begeistert, dass ihn endlich jemand sehen und hören kann. Für ihn steht fest: Martin und er sind dazu bestimmt, beste Freunde zu werden. Schließlich ist er ein echt netter Typ! Und hey: Niemand kann so glaubhaft versichern, dass man weder an Langeweile, noch an einem gebrochenen Herzen sterben kann ... Im Laufe der Zeit gewöhnt Martin sich daran, dass der Leibhaftige stets bei ihm auftaucht, wenn er es am wenigsten gebrauchen kann. Doch als er eine ganz besondere Frau kennenlernt, muss er sich eine entscheidende Frage stellen: Macht es überhaupt Sinn zu leben, zu lieben und nach dem Glück zu suchen, wenn am Ende doch immer der Tod wartet? Schmunzeln und lachen, weinen und sich trotzdem wohlfühlen: DER TOD UND ANDERE HÖHEPUNKTE MEINES LEBENS ist eine schwarze Komödie mit Herz, die man so schnell nicht vergessen wird. Jetzt als eBook: 'Der Tod und andere Höhepunkte meines Lebens' von Sebastian Niedlich. dotbooks - der eBook-Verlag. Sebastian Niedlich, 1975 in Berlin geboren, war zum Zeitpunkt seiner Geburt schriftstellerisch untätig und nahm diese Profession erst später im Leben auf, nachdem er sich vorher an Drehbüchern versucht hatte. Er lebt in Potsdam und bereut es bisher nicht. Bei dotbooks veröffentlichte Sebastian Niedlich bereits die Romane 'Der Tod und andere Höhepunkte meines Lebens', 'Der Tod ist schwer zu überleben', 'Und Gott sprach: Es werde Jonas' und 'Dicker Teufel umständehalber in liebevolle Hände abzugeben' sowie die Erzählbände 'Der Tod, der Hase, die Unsinkbare und ich', 'Ein Gott, drei Könige und zwei Milliarden Verrückte' und 'Das Ende der Welt ist auch nicht mehr, was es mal war', die auch als Sammelband erhältlich sind: 'Am Ende der Welt gibt es Kaffee und Kuchen' Der Autor im Internet: www.sebastianniedlich.de und www.facebook.com/SebastianNiedlich.Autor

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 345
    Erscheinungsdatum: 30.12.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783955204501
    Verlag: dotbooks
    Größe: 615 kBytes
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Der Tod und andere Höhepunkte meines Lebens

Kapitel 2

Ich traf den Tod das erste Mal, als ich sieben Jahre alt war. Bis dahin hatte ich mein Leben einigermaßen normal verbracht, zumindest möchte ich das glauben. Ehrlich gesagt, kann ich mich nicht an viele Geschehnisse erinnern, die vor diesem Tag passiert sind. Fast kommt es mir vor, als hätte jemand mein Leben an diesem Tag angeknipst, während ein anderes ausgeknipst wurde. Bei Letzterem handelte es sich um das meiner Oma.

Soweit ich mich erinnern kann, war meine Oma eine sehr nette Frau. Zumindest meine ich, mich früher immer gefreut zu haben, wenn wir sie besuchten. Bis auf die Knutscherei. Die verwandtschaftliche Küsserei mochte ich als Kind schon nicht und bleibt mir bis heute ein Rätsel. Später habe ich mich über Besuche bei ihr dann nicht mehr so sehr gefreut, was wahrscheinlich daran lag, dass sie immer merkwürdiger wurde. Sie begann langsam alles zu vergessen, war allgemein ganz schusselig und wurde in der Küche zu einer Gefahr für sich und ihre Umwelt. Ihr Kassler Braten an Whiskey mit Schokolade bleibt unvergessen.

Zum Zeitpunkt ihres Todes hatte sie schon einige Zeit im Krankenhaus verbracht. Sie war abgemagert und sprach mittlerweile praktisch gar nicht mehr. Jeden Sonntag fuhren meine Eltern und ich zu ihr und verbrachten ein paar Stunden dort. Da das Krankenhaus am anderen Ende der Stadt war, gab es eine entsprechende Fahrzeit mit dem Auto. Für den kleinen Jungen von damals bedeutete dies, dass er für eine ganze Weile von seinen heißgeliebten "Star Wars"-Figuren getrennt war. Das klingt rückblickend wie eine arg herzlose Einstellung, aber meinem siebenjährigen Ich kann ich da keine Vorwürfe machen. Ich wollte meine Oma sehen, und ich habe sie auch wirklich gemocht, aber da die Gespräche zwischen meinen Eltern und ihr recht einseitig verliefen, in Anbetracht der Tatsache, dass sie mit Augen zurückstarrte, in denen kein Funke des Erkennens zu finden war, dann empfand ich meine Großmutter bereits als halb im Jenseits. Und verdammt noch mal, ich mochte meine "Star Wars"-Figuren.

Das dunkle Gemäuer des Krankenhauses machte auf mein junges Ich bereits einen etwas jenseitigen Eindruck. Tiefrote Backsteine, die fast schwarz hinter den knochigen Bäumen an der Straße hervorlugten, die Innenräume beherrscht vom Geruch nach Körperflüssigkeiten und Putzmittel, der sich über den kalten Linoleumboden fortzupflanzen schien. Bei einigen Besuchen hatte ich Leichenwagen vor diesem oder jenem der Häuser stehen sehen. Glücklicherweise bemerkten dies wohl relativ wenige Patienten, sonst hätten die Bestatter gleich noch mehr Kunden mitnehmen dürfen. Instinktiv wurde ich als Kind kein Fan von Krankenhäusern, was rückblickend betrachtet eine Ironie des Schicksals ist, wenn man bedenkt, wie viel Zeit ich später in ihnen verbringen sollte.

Die Station, auf der meine Oma lag, befand sich im ersten Stock und schien nur gebrechliche oder verwirrte ältere Menschen zu beherbergen. Die eingefallenen Gesichter, langen Ohrläppchen und überdimensionalen Nasen ließen bei mir im Geist eine Art Horrorversion der"Muppet Show" ablaufen. Für mich waren Krankenhäuser eher Horte des Sterbens statt des Lebens, obwohl sie wahrscheinlich mehr Leben hervorbrachten und -bringen, da die meisten Kinder in Krankenhäusern auf die Welt kommen.

An diesem Tag trottete ich hinter meinen Eltern die Treppe in den ersten Stock hinauf, wie wir es, so empfand ich es damals, schon Hunderte Male getan hatten. Als wir am Schwesternzimmer vorbeikamen, saßen dort die Kaffeevernichter in ihren weißen Kostümen und begingen den täglichen Genozid an Kaffeebohnen und ihren Lungenbläschen in Form von besonders qualmigen Zigaretten. Aus dem Rad

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