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Der Waschsalon des kleinen Glücks Roman von Morani, Simona (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 14.05.2018
  • Verlag: C. Bertelsmann
eBook (ePUB)
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Der Waschsalon des kleinen Glücks

Kaffeklatsch im Waschsalon
Rina, 62-jährige Witwe und Besitzerin eines Waschsalons, erlebt einen zweiten Frühling, als sie sich mit einem attraktiven Kunden namens Donato anfreundet. Dieser ist im Alter ihres Sohnes, was in ihrem Heimatstädtchen sofort zum Skandal wird. Aber Rina lässt sich in ihrer Schwärmerei nicht aufhalten und fühlt sich nach jeder Begegnung mit Donato verwandelt und verjüngt. Bis ihre Freundinnen einen Plan schmieden, um Rina wieder zur Vernunft zu bringen ... Ein humorvoller, bezaubernder, aber auch nachdenklicher Roman über die Macht der Gefühle, das Älterwerden und verpasste Chancen - mit liebenswerter Situationskomik und charmanter Italien-Atmosphäre.


Simona Morani, geboren 1982, wuchs in Canossa in der italienischen Provinz Reggio Emilia auf. Nach dem Literatur-Studium zog sie nach München, wo sie als Journalistin Sprachlehrerin und Übersetzerin im Filmbereich arbeitet. Ihr Debütroman Ziemlich alte Helden wurde in Italien zu einem Überraschungserfolg, sprang sofort auf die Bestsellerliste und erhielt ein begeistertes Presse-Echo. Ihr zweiter Roman Der Waschsalon des kleinen Glücks erscheint im Frühjahr 2018 bei C. Bertelsmann.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 176
    Erscheinungsdatum: 14.05.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641229184
    Verlag: C. Bertelsmann
    Originaltitel: Cuore delicato, lavare a mano
    Größe: 835 kBytes
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Der Waschsalon des kleinen Glücks

Ein neuer Kunde

Das Jahr war noch jung, es war noch nicht lange her, dass Rina die Weihnachtsdekoration entfernt hatte. Vom letzten Schneefall waren nur schmutzige Matschhaufen an den Bordsteinen und Rabatten geblieben. Noch ganz verschlafen stürzte Rina ihren Kaffee hinunter, bevor sie mit strubbligem Haar und in rosa Pantoffeln in den Laden eilte. Sie war spät dran mit den Tischdecken und Servietten für die Trattoria um die Ecke, die eine der Kellnerinnen vor halb zehn abholen wollte.

Rina schaltete das kleine Radio auf der Konsole ein und suchte den Sender, der rund um die Uhr klassische Musik spielte. Sie kannte sich nicht groß aus, aber beim Bügeln konnte sie dazu wunderbar mit offenen Augen träumen. Wenn das Bügeleisen seine dampfenden Bahnen zog und sie sich ganz darauf konzentrierte, Falten zu vermeiden, begannen ihre Gedanken zu schweifen.

Sie machte sich Sorgen um Samuele. Entgegen seiner erklärten Absicht hatte er nicht wieder angefangen zu studieren, und die Abstände zwischen den Bewerbungsgesprächen wurden auch immer größer; anscheinend hatte er vor lauter Absagen jeden Mut verloren, überhaupt noch weiterzusuchen. Er hing stundenlang am Computer oder chattete mit Freunden und früheren Kollegen, um eventuelle Jobmöglichkeiten auszutüfteln, aus denen meist nur flüchtige Schnapsideen hervorgingen, und später war er dann so niedergeschlagen und erledigt, dass er sich nur noch aufs Sofa fallen ließ oder aufs Essen stürzte. Der letzte Plan dieser Art hatte vorgesehen, in der Bahnhofsgegend eine Annahmestelle für Fußballwetten zu eröffnen, allerdings hatten ihn das fehlende Startkapital und der bürokratische Aufwand dann bald abgeschreckt.

Rina hörte die Tür zuschlagen und Schritte im Waschsalon.

»Bin gleich da!«

Sie verschnürte die Tischdecken und Servietten eilig zu einem Paket. Als sie aus der Bügelecke trat, stand dort ein junger Mann, den sie noch nie gesehen hatte. Er trug einen langen Mantel über einem eleganten Anzug und schaute sich neugierig um. Er war groß und stattlich, und seine Präsenz erfüllte den ganzen Raum, der nicht besonders groß, aber eben auch keine Besenkammer war, mit der Aura einer Berühmtheit. Ohne ersichtlichen Grund fühlte Rina sich gleich ein bisschen eingeschüchtert. Das Einzige, was nicht zu dem Business-Outfit des Mannes passte, war die schwarze Sporttasche über seiner Schulter, die Rina sofort an die miefenden Trainingsanzüge und T-Shirts voller Grasflecken und Matsch erinnerte, die Samuele immer vom Fußball mit nach Hause brachte.

»Guten Tag!«, begrüßte sie ihn und schob sich schnell an ihm vorbei, um den schweren Packen Tischdecken auf dem Ladentresen loszuwerden.

»Was für ein angenehmer Duft ...«, sagte er mit einem höflichen Lächeln. Rina fühlte sich überrumpelt und strich sich instinktiv über den Hals. Bevor sie in den Laden hinuntergegangen war, hatte sie eine neue Feuchtigkeitscreme mit Ginkgo ausprobiert, deren Geruch sie aber alles andere als überzeugt hatte.

»Seit meiner Zeit an der Uni war ich nicht mehr in einem Waschsalon«, erklärte er. »Ich hatte diesen angenehmen Waschmittelgeruch schon ganz vergessen.«

»Ach so!« Rina lachte über sich selbst und nickte nervös.

»Ich hätte ein paar Hemden zu waschen und zu bügeln.«

»Gern, zeigen Sie mal her«, und sie forderte ihn mit einer Geste auf, sie vor ihr auf dem Tresen auszubreiten.

Während er mit gesenktem Kopf in seiner Tasche wühlte und die Wäschestücke hervorzog, hatte Rina Gelegenheit, ihn eingehend aus der Nähe zu betrachten: Der vornehme Anzug passte nicht zu seinem Haar, das ihm ungekämmt in die Stirn fiel, über einem Gesicht mit hohen Wangenknochen, lebendigen und wachen Augen, einer langen und schmalen Nase, die ihm etwas Würdevolles gab, und einem fast kindlich lächelnden Mund. Rina tat sich schwer, sein genaues Alter zu schätzen. Fünfunddreißig? Höchstens achtunddreißig, mehr nicht.

»Wann sind die Sachen denn fe

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