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Der Zauber von Somerset Roman von Watson, Pippa (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 29.04.2019
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Der Zauber von Somerset

Im schönsten Teil Südenglands will Amber über den Sommer die zurückliegende schwere Zeit in London vergessen. Doch schon am ersten Morgen steht plötzlich der zerzaust wirkende Schriftsteller Finian samt Koffern in der Tür des Cottages, das er ebenfalls gemietet hat. Auch ihn umgibt die Aura des frisch Verlassenen, und sie beschließen eine Wohngemeinschaft auf Probe. Als die scheue Hündin Faye ihrem fiesen Besitzer entkommt und bei ihnen Schutz sucht, müssen die zufälligen Gefährten zusammenhalten ... Pippa Watson, Jahrgang 1969, lebt in Nordrhein-Westfalen auf dem Land, ist aber seit ihrer Kindheit innig mit Großbritannien verbunden. So oft wie möglich streift sie mit ihren Hunden durch die Landschaft der romantisch rauen Küsten und traumhaften Gärten. Und so liebt sie es, die Welt zwischen Cream Tea und Linksverkehr auch in ihren Romanen lebendig werden zu lassen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 365
    Erscheinungsdatum: 29.04.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732572045
    Verlag: Bastei Lübbe AG
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Der Zauber von Somerset

1. Amber

Ich habe davon gehört, von diesem Spruch, dass man weggehen muss, um anzukommen.

Aber ernsthaft darüber nachgedacht habe ich nie.

Weil es einfach nicht infrage gekommen wäre.

Wie sollte das denn auch funktionieren? Du kannst nicht weggehen, wenn da jemand ist, mit dem du dich so eng verbunden fühlst wie über eine Nabelschnur. Jemand, der dich braucht. Den du brauchst.

Ich lege den fünften Gang ein und fahre vom Beschleunigungsstreifen auf die Autobahn.

So früh am Morgen bin ich dem dicksten Londoner Verkehr entkommen, ehe er in seiner üblichen Gewohnheit zur lärmenden, stinkenden Zeitfressmaschine heranwachsen kann, in der man nur schrittweise vorwärtskommt. Alle behaupten immer, wer in London lebt, besitzt kein Auto. Ich frage mich aber jeden Morgen, wenn ich aus meiner Wohnung den Weg zur Tube-Station gehe, wer denn dann um Himmels willen Tag für Tag unsere Straßen verstopft. Das können doch nicht alles Touristen sein!

Obwohl ich eine der Londonerinnen bin, die tatsächlich kein Auto besitzt, bin ich jetzt gerade ziemlich froh darüber, dass meine kleine Schwester Phoebe mir für die nächsten drei Monate ihren Mini Cooper geborgt hat.

Als ich ihr vor drei Wochen von meinem Plan erzählte, den Sommer in Somerset zu verbringen, bot sie mir sofort ihren fahrbaren Untersatz an, als könne sie durch diesen Vorschlag meine Abreise beschleunigen. Was nicht bedeutet, dass sie mich dringend loswerden wollte. Eher zeugt es von ihrer Verzweiflung darüber, dass sie selbst wohl nicht mehr weiß, wie sie mir helfen könnte.

Phoebe und ich verstehen uns wirklich gut. Obwohl - oder vielleicht auch weil - ich schon neun Jahre alt war, als sie vor sechsunddreißig Jahren zur Welt kam. Seitdem sind wir beste Freundinnen, und ich liebe ihre Kinder Jacob und Evie und schätze meinen Schwager Logan sehr.

Weil wir uns so eng verbunden fühlen, vermute ich, dass Phoebe in den letzten Monaten mehr oder weniger das Herz gebrochen ist, wann immer sie aus Kingston zu mir heraufkam und gesehen hat, wie es mir ging. Daher war sie begeistert, als ich endlich wieder etwas Initiative zeigte und von der Reise sprach.

In den letzten Tagen hat mich auch tatsächlich so etwas wie ein vorfreudiges Kribbeln ergriffen, das jetzt immer noch in meinem Magen sitzt. Die Stadt für eine Weile zu verlassen fällt mir wirklich nicht schwer. Mein Herz hängt nicht an überfüllten Tube-Stations, hippen Bars und Tourischwärmen im St James's Park.

Phoebe hat es richtig gemacht, sie ist in Kingston geblieben, wo wir aufgewachsen sind, und wohnt nur einen Steinwurf von Mum und Dad entfernt. Kingston ist nah genug am Zentrum der großen Stadt und doch ein wenig ländlich, kleiner, beschaulicher, und beinahe ohne den Fluglärm, den die Maschinen veranstalten, die alle paar Minuten in Heathrow landen.

Während ich Phoebes Mini beschleunige und über die Kraft staune, die unter der kleinen, niedlich anmutenden Motorhaube vibriert, frage ich mich, wieso ich selbst nicht einfach wieder dorthin zurückgekehrt bin - nach meiner Ausbildung zur Steuerberaterin.

Aber dann taucht ein Paar blauer Augen vor mir auf, lächelt mich verschmitzt an.

Wie hätte ich denn weggehen können?

Ich schalte das Radio ein, um mich auf andere Gedanken zu bringen.

In der Talksendung am Morgen wird dem Unterschied zwischen preiswürdiger Literatur und sogenannter Konsumbelletristik auf den Grund gegangen.

Die Moderatorin bemüht sich wirklich um wertfreies Vorgehen, aber der Literaturprofessor aus Oxford, den ihr der zuständige Redakteur vor die Nase gesetzt hat, zerschlägt ihre Anstrengungen mühelos mit blasiertem Gefasel.

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