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Der Zauber zwischen den Seiten Roman von Caboni, Cristina (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 20.08.2018
  • Verlag: Blanvalet
eBook (ePUB)
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Der Zauber zwischen den Seiten

Denn Bücher duften nach Träumen ...
Seit sie denken kann, ist Sofia von Büchern fasziniert. Sie liebt das Rascheln der Seiten, den Geruch des Papiers und vor allem die darin beschriebenen Welten. Schon immer haben sie der schüchternen Frau geholfen, der Realität zu entkommen. Als sie eines Tages in einem Antiquariat ein altes Buch kauft, findet sie darin enthaltene Manuskripte und Briefe einer gewissen Clarice, die Mitte des 19. Jahrhunderts gelebt haben soll. Sofia und Clarice scheinen viel gemeinsam zu haben, und Sofia spürt eine Verbindung zu ihr. Um mehr über sie zu erfahren, reist Sofia quer durch Europa. Dabei stößt sie nicht nur auf eine unglaubliche Liebesgeschichte, sondern findet endlich auch ihr eigenes Glück ...

Cristina Caboni lebt mit ihrer Familie auf Sardinien, wo sie Bienen und Rosen züchtet. Ihr Debütroman Die Rosenfrauen verzauberte die Leser weltweit und stand in Deutschland wochenlang auf der Bestsellerliste. Ihr zweiter Roman Die Honigtöchter, der auf ihrer Heimatinsel spielt, und Die Oleanderschwestern waren ebenfalls große Erfolge. Der Zauber zwischen den Seiten ist nun Cristina Cabonis viertes Buch, das in der faszinierenden Welt der Bücher spielt.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 352
    Erscheinungsdatum: 20.08.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641221133
    Verlag: Blanvalet
    Originaltitel: La Rilegatrice dei libri proibiti
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Der Zauber zwischen den Seiten

1

"Denn ein Herz das sucht, fühlt wohl, dass ihm etwas mangle, ein Herz das verloren hat, fühlt, dass es entbehre."

Johann Wolfgang von Goethe, Die Wahlverwandtschaften

Das Buch war ein Meisterwerk der Buchbindekunst, der Einband aus rotem Leder mit kunstvollen Ornamenten aus Blattgold. Eine Erstausgabe von Goethes Wahlverwandtschafte n mit Unterschrift und Widmung des großen Dichters. Geschützt in einer Glasvitrine stehend, strahlte der Band etwas Geheimnisvolles aus, das die Besucher in seinen Bann zog.

Die Gäste der Wohltätigkeitsgala der Galileo-Gesellschaft wirkten beeindruckt. Einige wussten um den literarischen Wert des Werkes, andere musterten neugierig sein aufwendig gestaltetes Äußeres. Wie konnte ein vor mehr als zweihundert Jahren verfasster Roman ein so großes Interesse auslösen?

Sofia Bauer wartete geduldig, und als sie endlich vor der Vitrine stand, klopfte ihr Herz bis zum Hals, tausend Fragen gingen ihr durch den Kopf. Aufmerksam betrachtete sie Einband und Titelseite.

Dieses Buch hatte eine abenteuerliche Geschichte hinter sich. Der Dichter selbst hatte es einer geheimnisvollen Unbekannten geschenkt, darauf deutete jedenfalls die Widmung hin, doch war es dieser Dame irgendwann gestohlen worden. So weit die Gerüchte. Danach galt es lange als verschollen, und erst kürzlich hatte man es in einem kleinen Antiquariat in Bukarest wiedergefunden.

Als Sofia erfahren hatte, dass es in ihrer Heimatstadt Rom ausgestellt werde, hatte sie alles darangesetzt, eine Einladung zu dieser Gala zu bekommen. Was nicht allzu schwer gewesen war, da sie einige Jahre in der Bibliotheca Hertziana gearbeitet hatte.

"Einfach wunderschön."

Das war es in der Tat. Sofia lächelte dem jungen Mann neben sich zu, der mit diesen Worten seiner Bewunderung Ausdruck verliehen hatte. Der Band war erstaunlich gut erhalten, am liebsten hätte sie ihn in die Hand genommen, durch die Seiten geblättert, den Geruch eingesogen. Sie hatte den Eindruck, als wünschte sich das Buch, angefasst zu werden, statt hinter Panzerglas jeder Berührung entzogen zu werden.

Um sie herum standen zahlreiche Gäste, die auf den Beginn des Vortrags warteten. Sie grüßte nach rechts und links, suchte indes weder ein Gespräch, noch wurde sie angesprochen. Seit ihrer Hochzeit gehörte sie nicht mehr dazu, sie war aus dieser Welt ausgeschieden. Zurückgezogen in einer Ecke stehend, lauschte sie den Ausführungen des Sekretärs der Galileo-Gesellschaft, der über die ungewöhnlichen Umstände sprach, unter denen man dieses Exemplar von Goethes Meisterwerk wiederentdeckt hatte.

Kaum hatte er das Rednerpult verlassen, verließ Sofia unauffällig den Raum.

Kurze Zeit später stand sie auf der Terrasse, eine kühle Brise fuhr ihr durchs Haar und bewegte den Saum ihres Kleides. Sie ging langsam die Stufen zum Park hinunter und schaute sich interessiert um. Früher hatte sie häufig an solchen Veranstaltungen teilgenommen, das letzte Mal allerdings lag bereits geraume Zeit zurück. Sie ging ohnehin höchst selten aus, erst recht nicht allein. Und auch jetzt fühlte sie sich unsicher, als wäre sie aus Glas und könnte beim kleinsten Stoß zerbrechen.

Während sie durch den Park schlenderte, kamen ihr die Wahlverwandtschaften wieder in den Sinn. Die Liebe riss alles mit. Rationales Denken und Vernunft waren keine Hindernisse auf ihrem Weg. Mit einer gewissen Bitterkeit fragte sie sich, ob es jemals eine Liebe geben würde, die sich allein aus sich selbst nährte.

Die Nacht war lau, der Herbst ließ sich Zeit. Die Blumen blühten noch in voller Pracht, der Sommer schien nicht weichen zu wollen. Eine Übergangszeit, eine Klammer zwischen dem Davor und dem Danach, die sich nicht einigen konnten, wie es weiterging.

Der Ort, an dem die Galileo-Gesellschaft die Gala organisiert hatte, war eine der ältesten Villen Roms. Ein faszinierendes Ambiente, das sorgfältig restauriert wor

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