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Der zauberhafte Sauerteig der Lois Clary Roman von Sloan, Robin (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 22.10.2018
  • Verlag: Blessing
eBook (ePUB)
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Der zauberhafte Sauerteig der Lois Clary

Lois Clary ist Software-Ingenieurin bei General Dexterity, einem Start-up in San Francisco, das Roboter herstellt. Sie programmiert den ganzen Tag und ist abends zu müde um ein Sozialleben zu pflegen. Ihre gesellschaftlichen Kontakte beschränken sich auf zwei Brüder, bei denen sie jeden Abend ihre Suppe und ein köstliches Sauerteigbrot bestellt. Als die beiden ihr Take-Away aufgeben müssen, hinterlassen sie ihr die Sauerteigkultur, aus der sie ihr Brot hergestellt haben.
Dieser Mikroorganismus ist ein sehr unberechenbarer Zeitgenosse, der viel Pflege erfordert und Lois' Leben von Grund auf verändert. Sie kündigt ihren Job, fängt an, ihr eigenes Brot zu backen, und entdeckt dabei eine völlig neue Welt: unter anderem einen experimentellen Street-Food-Markt um eine eingeschworene Gruppe von Leuten, die neuen Produzenten skeptisch gegenübersteht. Voller Neugier macht sich Louis daran, ihr Geheimnis zu lüften.
Ein inspirierender, ideenreicher Roman über den Konflikt zwischen Tradition und technologischer Gegenwart, der mithilfe einer liebenswerten, spitzfindigen Protagonistin aufzeigt, wie alte und neue Kulturtechniken sinnvoll kombiniert werden können.

Robin Sloan wurde 1979 in der Nähe von Detroit geboren, hat an der Michigan State University Wirtschaftswissenschaften studiert und anschließend für Twitter und verschiedene andere Onlineplattformen gearbeitet. Sein Debüt Die sonderbare Buchhandlung des Mr. Penumbra erschien 2014 bei Blessing. Robin Sloan lebt in San Francisco.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 272
    Erscheinungsdatum: 22.10.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641222017
    Verlag: Blessing
    Originaltitel: Sourdough
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Der zauberhafte Sauerteig der Lois Clary

DIE BESTE ESSERIN

I ch hätte Nährstoffgel zu Abend gegessen, wie immer, hätte ich nicht an meiner Wohnungstür die Speisekarte eines Restaurants aus der Nachbarschaft entdeckt, das mit seinem neuen Lieferservice warb.

Ich kam gerade von der Arbeit nach Hause, mein Gesicht vom Stress ganz spröde - was häufig vorkam -, und normalerweise hätte ich keinerlei Interesse an etwas gehabt, was ich nicht kannte. Meine allabendliche Portion Slurry wartete drinnen auf mich.

Doch die Speisekarte machte mich neugierig. Die Worte waren in einer dunklen, selbstbewussten Schriftart gedruckt - besser gesagt in zwei Schriftarten: Die Gerichte wurden zuerst in dem Alphabet beschrieben, das mir geläufig war, und dann in einem anderen, das ich nicht kannte und das in etwa wie Kyrillisch aussah, mit jeder Menge Punkte und verbindenden Schnörkeln. Das Menü war jedenfalls recht kompakt: Es gab Spicy Soup oder ein Spicy Sandwich oder eine Kombi (Double Spicy), alle Speisen waren, wie die Karte erklärte, vegetarisch.

Oben stand in riesigen, ausladenden Buchstaben der Name des Restaurants: CLEMENT STREET SUPPE UND SAUERTEIG . Darunter die Telefonnummer und das Versprechen, schnell zu liefern. Die Clement Street war ganz in der Nähe. Ich fand die Speisekarte charmant, und daraus ergab sich, dass mein Abend, und mein Leben an sich, einen anderen Verlauf nahmen als geplant.

Ich wählte die Nummer, und mein Anruf wurde sofort entgegengenommen. Eine Männerstimme antwortete leicht außer Atem. " Clement Street Suppe und Sauerteig ! Einen Moment, bitte!"

Ich wartete und hörte Musik dudeln - ein Lied in irgendeiner fremden Sprache. Die Clement Street war eine vielsprachige Arterie, durch die Kantonesisch, Burmesisch, Russisch und Thailändisch pulsierten, manchmal sogar Fetzen von Gälisch. Doch dies war eine andere Sprache.

Die Stimme war wieder dran. "Okay! Hallo! Was kann ich für Sie tun?"

Ich bestellte die Double-Spicy-Kombi.

Ich war von Michigan, wo ich aufgewachsen und zur Schule gegangen war, und wo meine Körperfunktionen größtenteils friedlich und vorhersehbar gearbeitet hatten, nach San Francisco gezogen.

Mein Vater war Datenbankprogrammierer bei General Motors und hatte es sich zur Aufgabe gemacht, mich von Kindesbeinen an mit Computern zu umgeben. Ein Plan, der aufging, denn nie zog ich etwas anderes in Betracht, als in seine Fußstapfen zu treten, besonders in einer Zeit, in der dem Programmieren eine schimmernde Dynamik anhaftete und Informatiklehrstühle aggressiv junge Frauen umwarben. Es ist schön, umworben zu werden.

Dass ich gut darin war, half natürlich. Mir gefiel der Rhythmus aus Herausforderung und Lösung, Programmierprobleme zu enträtseln war sehr befriedigend. Während meiner Zeit am College war ich zwei Sommer lang Praktikantin bei Crowley Control Systems gewesen, einer Firma in Southfield, die Software für die Motorensteuerung eines Elektroautos von Chevrolet herstellte, und als ich meinen Abschluss in der Tasche hatte, wartete dort ein Job auf mich.

Die Arbeit war minutiös vorgegeben und wurde sorgsam überprüft, und manchmal kam es mir vor, als wäre ich eine Maurerin: Man musste die Ziegel mit Bedacht ablegen, denn eine zweite Chance hatte man nicht. Der Computer auf meinem Schreibtisch war alt und vor mir von mindestens zwei anderen Programmierern benutzt worden, aber die Codebasis aktuell und interessant. Neben meinen Monitor stellte ich ein Bild von meinen Eltern und einen winzigen Kaktus, den ich Kubrick getauft hatte. Ich kaufte ein Haus zwei Städte weiter, in Ferndale.

Dann wurde ich gescoutet. Eine Frau kontaktierte mich über mein klägliches LinkedIn-Profil - ihr eigenes identifizierte sie als Talent Associate einer Firma namens General Dexterity mit Sitz in San Francisco -, bat mich um einen Anruf, um mir auf den Zahn zu fühlen, und ich willigte ein. Ihr strahlendes L

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