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Der Zwillingsbruder Roman von Noack, Barbara (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 04.10.2016
  • Verlag: dotbooks GmbH
eBook (ePUB)
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Der Zwillingsbruder

Ein Schicksalsschlag, der tiefe Wunden hinterlässt: 'Der Zwillingsbruder' von Barbara Noack jetzt als eBook bei dotbooks. Sie sind unzertrennlich - bis zu jenem Tag im Sommer 1943. Als eine Bombe das Leben der Bewohner eines Hamburger Wohnhauses auslöscht, verliert die zehnjährige Dagmar ihren geliebten Zwillingsbruder. Sie und die ältere Else sind die einzigen Überlebenden und fliehen gemeinsam nach Bayern zu Verwandten. Doch Dagmar kann den Verlust ihres Bruders nicht ertragen und verliert sich zunehmend in einer Traumwelt. Nur dem französischen Zwangsarbeiter Laurent gelingt es, für kurze Momente zu ihr durchzudringen. Und so beginnt eine zarte Freundschaft, die Dagmars Leben verändern wird ... 'Über vier Jahrzehnte deutscher Kriegs- und Nachkriegszeit umspannt der Roman von Barbara Noack. Er zeigt die Stärke der Autorin, ohne Pathos den Schrecken im Alltag zu schildern, Menschen zu zeichnen in ihren Schwächen und in ihrem Mut, in ihrer Selbstsucht und Hilfsbereitschaft, das Komische in unmittelbarer Nachbarschaft des Grauenhaften zu sehen.' Welt am Sonntag Jetzt als eBook kaufen und genießen: 'Der Zwillingsbruder' von Barbara Noack. Wer liest, hat mehr vom Leben: dotbooks - der eBook-Verlag. Barbara Noack, geboren 1924, hat mit ihren fröhlichen und humorvollen Bestsellern deutsche Unterhaltungsgeschichte geschrieben. In einer Zeit, in der die Männer meist die Alleinverdiener waren, beschritt sie bereits ihren eigenen Weg als berufstätige und alleinerziehende Mutter. Diese Erfahrungen wie auch die Erlebnisse mit ihrem Sohn und dessen Freunden inspirierten sie zu vieler ihrer Geschichten. Ihr erster Roman "Die Zürcher Verlobung" wurde zweimal verfilmt und besitzt noch heute Kultstatus. Auch die TV-Serien "Der Bastian" und "Drei sind einer zu viel", deren Drehbücher die Autorin verfasste, brachen in Deutschland alle Rekorde und verhalfen Horst Janson und Jutta Speidel zu großer Popularität. Barbara Noack veröffentlichte bei dotbooks bereits ihre Romane: "Auf einmal sind sie keine Kinder mehr" "Brombeerzeit" "Danziger Liebesgeschichte" "Das kommt davon, wenn man verreist" "Das Leuchten heller Sommernächte" "Der Bastian" "Der Duft von Sommer und Oliven" "Der Traum eines Sommers" "Der Zwillingsbruder" "Die Melodie des Glücks" "Drei sind einer zuviel" "Ein Stück vom Leben: Schwestern der Hoffnung - Band 2" "Flöhe hüten ist leichter" "Eine Handvoll Glück: Schwestern der Hoffnung - Band 1" "Eines Knaben Phantasie hat meistens schwarze Knie" "Ferien sind schöner" "Jennys Geschichte", "So muss es wohl im Paradies gewesen sein" "Valentine heißt man nicht & Der Duft von Sommer und Oliven" "Schwestern der Hoffnung - Die Saga in einem Band" "Valentine heißt man nicht" "Was halten Sie vom Mondschein?" Barbara Noack veröffentlichte bei dotbooks bereits ihre Romane "Die Zürcher Verlobung"

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 240
    Erscheinungsdatum: 04.10.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783958245129
    Verlag: dotbooks GmbH
    Größe: 1707 kBytes
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Der Zwillingsbruder

Kapitel 1

In dem kleinen oberbayerischen Ort Kornfeld sprach man anfangs nur von Dagmar, dem armen Kind, so, als ob es ihr Familienname wäre: Dagmar Dasarmekind.

Eines Abends, Ende Juli 1943, war sie mit Fräulein Else Pillkahn aus dem von München kommenden Personenzug gestiegen - eine dünne, verstörte Zehnjährige im dunkelblauen Matrosenkleid mit großem Kragen, der ihr im Wind um die Ohren klappte. Ein Kleid voller Flecken, mit zerknittertem Faltenrock. Die Hacken ihrer Lackschuhe waren heruntergetreten wegen der Wunden an ihren Füßen, die Wadenstrümpfe zerrissen und blutbefleckt.

Frau Janson, Dagmars Mutter, hatte Wert darauf gelegt, daß ihre Zwillinge selbst im Kriegsjahr '43 zu festlichen Gelegenheiten noch immer so gediegen teuer gekleidet waren wie die Schaufensterpuppen der "Hamburger Kinderstube". Dank der Jansonschen Konditorei besaß sie Beziehungen zu Textilien ohne Kleiderkarte und zu so unnützen Lederwaren wie eben diesen drückenden Lackschuhen.

Ihretwegen und wegen dem verhaßten Matrosenkleid, in dem Dagmar so unbehaglich herumstand, als ob man sie in einen Pappkarton gezwängt hätte, und vor allem wegen dem Mädchengeburtstag, zu dem sie nicht hatte gehen wollen, war es zu einer dramatischen Szene gekommen.

Dagmar hatte protestkreischend und ohne Abschied ihre Mutter verlassen, auch noch türenknallend, daß es im ganzen Haus zu hören war - und die Reue darüber sollte noch lange ihr Gewissen belasten. Aber wie konnte sie denn ahnen, daß sie ihre Mutter nie Wiedersehen würde?

Ihr Zwillingsbruder Dag, von Anfang an der Widerstandsfähigere von beiden gegen mütterliche Zumutungen modischer oder gesellschaftlicher Art, hatte sich weder durch Bitten noch angedrohte Prügel zur Teilnahme an diesem Kinderfest überreden lassen. Um ihn zu verprügeln, mußte Frau Janson ihn erst mal einfangen, und da lag ihr Problem: Dag war flink und wendig wie sein Terrier Jonny. Er dachte gar nicht daran, zu diesem Mädchenfest zu gehen.

Weil aber der Vater des Geburtstagskindes, das eingeladen hatte, ein gewisser Herr Krüger war, der die Jansonsche Konditorei unter der Hand mit Rosinen und Zitronat belieferte, mußte wenigstens ein Zwilling an der Festlichkeit teilnehmen, und da blieb nur Dagmar übrig.

Inge Janson hatte es nicht leicht mit ihrer Brut. Das war selbst den Zwillingen in einsichtigen Momenten bewußt. Im Grunde genommen hatte sie die falschen Kinder bekommen, und eins hätte ihr auch gereicht. Ihre Idealvorstellung wäre ein problemloses, fleißiges, folgsames Töchterchen gewesen, das sich niedlich anziehen ließ, sein Zimmer aufräumte, vor Erwachsenen freiwillig einen Knicks machte und äußerlich Inges entzückender Lieblingspuppe Lucie glich. Stattdessen hatte das Schicksal Inge Janson diese unbezähmbaren Teufel beschert.

Ihre Schwiegermutter hatte darauf bestanden, daß sie

Dag und Dagmar getauft wurden. Dag bedeutete "Tag" und war ein nordischer Königsname, und Dagmar hieß "berühmt wie der helle Tag".

Helene, Paulinchen Struwwelpeter, Zappelphilipp, Max und Moritz hätten treffender zu dieser Brut gepaßt als "Tag" und "Berühmt-wie-der-helle-Tag".

Nach jeder Auseinandersetzung mit den Zwillingen flüchtete sich Inge Janson zu dem nach einer Fotografie gemalten Ölbild ihres früh verstorbenen Mannes, das im Herrenzimmer hing, und klagte ihn an: "Oh, Kai- Uwe!", wobei sie die Fingerspitzen leidend gegen ihre Schläfen drückte. "Wie konntest du mich mit diesen beiden alleine lassen! Schließlich sind es ja auch deine Kinder!"

Und also sah Dagmar an jenem Sonnabend ihre Mutter zum letzten Mal: hochgesteckte, aschblonde Haare über gepunktetem Seidenkleid mit gepolsterten Schultern und Lackgürtel, schlanke Beine in Hauchstrümpfen mit leicht verrutschten Nähten auf sehr hohen Absätzen, eingehüllt in eine Duftwolke von Chanel Nr. 5. So stand sie anklagend vor dem Bild des Vaters, an den sich die Zwillinge nicht mehr e

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