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Die Alphajägerin von Waltz, Franziska (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 15.04.2014
  • Verlag: books2read
eBook (ePUB)
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Die Alphajägerin

Die Alphajägerin ist Single, Mitte dreißig, tough und äußerst begehrt. Statt auf der Suche nach einem Ehemann Marke Kachelofen zu sein, ist sie vielmehr das: neurotisch, psychovokabelakrobatisch und selbstironisch. Genüsslich wildert sie im Biotop vermeintlicher Alphatiere und lässt sich dabei von ihrem sicheren Beuteinstinkt leiten. Doch sie muss erkennen, dass ihr bei den Streifzügen durch urbanes Gefilde nicht nur Prachtexemplare in die Falle gehen. Und wie das geschieht, wird jeder Frau für immer im Gedächtnis bleiben, egal ob Jägerin oder Sammlerin.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 217
    Erscheinungsdatum: 15.04.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783733783167
    Verlag: books2read
    Größe: 599 kBytes
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Die Alphajägerin

1. KAPITEL: Der Risotto-Mann - nur für Hartgesottene

Sind Musikproduzenten große Männer? Ist eine Anfänger-Rolex ein Must-Have oder schlimmer noch, ein Klassiker? Und haben nur kleine Männer schlechte Zähne?

Ein paar Tage waren vergangen, nachdem ich Julius, das Monte-Carlo-Kurzzeit-Affi, in den Wind geschossen hatte. War nicht zu vermeiden gewesen, denn sowohl seine dämlichen Rubin-Manschettenknöpfe als auch sein manischer Drang, täglich ins Fitness-Center zu gehen, hatten mir irgendwann eine diffuse Angst eingejagt. Obwohl mein Notprogramm in Sachen Männer zumeist mit gutem Nachschub befüllt war, befand ich mich gerade mitten in einer erbarmungslosen Trockenzeit. Die Reserven waren bis zum Limit aufgebraucht beziehungsweise die üblichen Verdächtigen im Ausland. Tote Hose auf voller Länge. Nicht anders könnte ich es mir heute auch erklären, wie es zu einem Blind Date mit einem Mann gekommen war, von dem letztendlich nur mehr der Risotto-Mann übrig geblieben ist. Denn, jetzt mal ganz realistisch, die Sache mit den Blind Dates ist doch so ein Ding. So irgendetwas zwischen Loserpartie und Lottodreier für Liebeseinzeller. Also mehr oder weniger der treffsichere Griff ins Klo und damit eindeutig zum Auslassen. Ja, zum nicht einmal aus Verzweiflung damit Anfangen! Aber bitte. Ich hatte mich über mich selbst hinweggesetzt und dem Typen förmlich zum Fraß vorgeworfen. Und nach meinem Risotto-Fiasko kann ich jetzt auch definitive Erklärungen abliefern, warum Blind Dates ungefähr so lustig sind wie Russisches Roulette für Rollmöpse.

Ich also vor einigen Monaten von einem mühsamen Geschäftsprojekt total gelangweilt und noch immer leicht angefressen auf das überkultivierte Rubin-Manschetten-Affi, saß an einem lähmend heißen Frühlingsnachmittag an meinem Schreibtisch und schwitzte still vor mich hin. Während ich gegen mich selbst Monopoly spielte und gerade ganz fürchterlich am Verlieren war, mich außerdem fragte, wie es im Frühling überhaupt zu so einer verdammten Hitze kommen konnte, rief mich Hugo an, ein befreundeter Unternehmer-Kollege. Einer von den sehr Schönen, sehr Intelligenten, aber leider auch mit einer sehr kleinen Nebenwirkung ausgestattet. Die war übrigens dafür verantwortlich, dass es der Hugo nicht ins Sortiment der Alphajägerin geschafft hatte, denn der Spruch "Besser einen Kurzen kurz drin, als einen Langen lang draußen" kann kein langfristig überzeugendes Argument sein. Umso witziger fand ich es, dass der Hugo mit dem Klitzekleinen mir jetzt einen seiner Single-Freunde unterjubeln wollte. Blind Date-mäßig. Und zwar mit allen Mitteln. Direkt ein bisschen angestrengt. Wie er darauf gekommen war, mich so merkwürdig mobilisiert zu verkuppeln, hatte ich nicht gleich erkennen können. Gut möglich, dass er zwei Neurotiker füreinander bestimmt und die Vereinigung derselben als seine kleine Wiedergutmachung ansah.

Während er mir von seiner erst kürzlich geschlossenen Las-Vegas-Ehe vorschwärmte, deren Übertragung man im Internet sehen konnte (sehr bedenklich), überlegte ich, ob so ein Blind Date wirklich den gewünschten Nachschub bringen könnte. Und überhaupt, würde ein Hugo-Freund die beste Heilung und Ablenkung sein, um mich über ein verflossenes Kurzzeit-Affi hinwegzutrösten? Ich war mir echt nicht sicher, fand diese Art der Beziehungsanbahnung garantiert nicht alphajägerisch, war aber von dem elenden Ehe-Gesülze auf der anderen Leitung schon so dermaßen eingelullt, sodass ich einen Teil meines Verstandes einbüßte. Letztendlich war ich aber noch nicht eingelullt genug, um zu erkennen, dass er selbst spätestens nach dem zweiten Kind wieder Zielgruppe für eine Alphajägerin sein und im Haifischbecken unbeseelter Business-Singles zweiter Wahl landen würde. Dann aber sich nicht mehr in meinem. Wegen, naja, eh schon wissen ... das wäre ja wirklich für'n Hugo.

Ich stieg in der Zwischenzeit von Monopoly auf Schiffeversenken um und kritzelt

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