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Die Altruisten Roman - Das Sensationsdebüt aus den USA von Ridker, Andrew (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 23.09.2019
  • Verlag: Penguin Verlag
eBook (ePUB)
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Die Altruisten

Überraschend, lebensklug und mit feinem Humor erzählt - die Geschichte einer Familie, die die unsere sein könnte Das erste Familientreffen nach zwei Jahren Funkstille. Maggie und Ethan haben nach dem Krebstod der Mutter den Kontakt zum Vater abgebrochen. Doch jetzt steht Arthur Alter vor dem finanziellen Aus, und ihm wird schlagartig klar: Er ist auf die Hilfe seiner Kinder angewiesen. Unter dem Vorwand, sich mit ihnen versöhnen zu wollen, lädt er sie ein. Der eigentliche Grund: die Geschwister zu überreden, ihm das Erbe zu überlassen, damit er das Haus, das voller Erinnerungen an das glückliche Familienleben steckt, vor der Bank retten kann. Jeder in seiner eigenen Welt voller Sorgen und Hoffnungen gefangen, treffen sich die drei an einem Wochenende. Schnell stürzt die erzwungen freundliche Fassade in sich zusammen ... Kühn, klug, komisch - Andrew Ridker ist mit seinem genial konstruierten Erstling ein großer Wurf gelungen. "Die Altruisten" ist eine mit feiner Ironie erzählte Familiengeschichte über den Konflikt zwischen Babyboomern und Millennials, über die Kraft von familiären Banden, über Glaube und Vernunft, Privilegien und Politik - und über die Frage, was es kostet, ein guter Mensch zu sein. Andrew Ridker, 1991 geboren, zählt zu den jungen Stars der US-amerikanischen Literatur. Gerade einmal 25 Jahre alt, begeisterte er mit seinem Debütroman "Die Altruisten" Lektorinnen und Lektoren in aller Welt, sodass sich die Rechte lange vor Erscheinen in rund 20 Länder verkauften. Andrew Ridker lebt in New York und arbeitet an seinem zweiten Roman.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 400
    Erscheinungsdatum: 23.09.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641229108
    Verlag: Penguin Verlag
    Originaltitel: The Altruists
    Größe: 2502 kBytes
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Die Altruisten

D ie Familie Alter wurde von Feuer geplagt. Den ganzen Herbst hindurch kam es zu Zwischenfällen, zu voneinander unabhängigen Vorzeichen, die erst im Rückblick etwas Unheilvolles erhalten. Im September versengte sich Ethan beim Anzünden einer Zigarette den Daumen. Drei Tage später funktionierte der Küchenherd wegen einer defekten Kochplatte nicht richtig; die Zündvorrichtung machte ein bedenkliches Geräusch, eine Reihe verzweifelter Faucher, bis sie eine Flamme entfachte, die Francines Ärmelaufschlag erfasste. Und bei Arthurs fünfzigstem Geburtstag, einer bescheidenen Zusammenkunft auf dem Rasen hinterm Haus, fiel eine Trickkerze vom Karottenkuchen und setzte ein paar vertrocknete Blätter in Brand, den Maggie mit dem Fuß austrat.

Das größte Inferno jenes Herbstes ereignete sich an einem Donnerstagabend im November. Francine saß mit Marcus und Margot Washington in ihrem Arbeitszimmer, einem Ehepaar, das eine kleine Anwaltskanzlei betrieb, die sich dem Schutz geistigen Eigentums widmete. Es war ihr erstes Gespräch - eine gemeinsame Freundin hatte sie an Francine verwiesen -, doch den beiden eilte ihr Ruf voraus. Im Vorjahr hatten sie im April eine Peer-to-Peer-Tauschbörse erfolgreich gegen eine Hip-Hop-Crew verteidigt, die hinter einem bekannten Song mit nicht druckreifem Titel stand. Doch die Washingtons sahen nicht aus wie zwei Leute, die auf dem Gipfel ihres beruflichen Erfolgs waren. Margots Fuß wippte unruhig auf und ab. Marcus starrte auf seinen Schoß. Sie hatten Francine aufgesucht, damit sie zwischen ihnen vermittelte.

"Sie verstehen, dass unsere Situation ziemlich heikel ist", sagte Margot, die den Griff ihrer Handtasche umklammerte. "Von der Sache darf niemand erfahren."

Francine verstand das sehr gut. Margots Wurzeln in St. Louis reichten tief, ihre Familiengeschichte war ein veritables Gespinst aus Erbe und Geburtsrecht. Es hieß, sie stamme von dem französischen Granden Pierre Leclercq ab. Der Legende nach hatte Leclercq, ein Pelzhändler, der im kolonialzeitlichen St. Louis eine Million Morgen besaß, Bathsheba, eine seiner Konkubinen, freigelassen und ihr Land überschrieben, um sich vor Gläubigern zu schützen. Doch Bathsheba hatte den Grund und Boden verkauft und Leclercq verklagt, was über Generationen hinweg Prozesse um seinen Besitz nach sich gezogen hatte. Jahrelang waren Leclercqs Nachfahren die kampfbereiten, extravaganten Figuren an der Spitze der städtischen Aristokratie gewesen. Die Washingtons waren in den Überresten der hohen Gesellschaft von St. Louis bekannte Persönlichkeiten, umso mehr, als sie eins von zwei schwarzen Paaren waren, die am Lenox Place wohnten, einer Privatstraße unweit des Central West End.

"Natürlich", sagte Francine nickend.

Margot nahm das Zimmer in Augenschein. "Arbeiten Sie immer von zu Hause aus?"

"Seit wir hergezogen sind", sagte Francine. "Vor vier Jahren."

"Vier Jahre", sagte Margot. Wiederholte dann noch mal: "Vier Jahre", und wog das Maß jenes Zeitraums ab.

Bevor Arthur mit der Familie von Boston westwärts zog, war der Raum, der jetzt Francines Büro war, ein Wintergarten gewesen, ein Anbau auf der westlichen Seite des Hauses. Eine Wand bestand größtenteils aus Glas, durch das Francine beobachtete, wie die verdorrten Blätter des Rotahorns den ganzen Herbst hindurch eins nach dem anderen herunterfielen. An der Außenseite der Zimmertür verwies ein graviertes Messingschild auf die derzeitige Funktion des Zimmers. Arthur hatte sich über die Kosten für das Schild und die Schallschutzplatten an den Wänden beklagt, aber Francine hatte ihn ignoriert. Sie erkannte den Wert von Diskretion und der Errichtung einer soliden Fassade.

Das häusliche Büro war eine Art Trost, die Grundbedingung für ihre Zustimmung zum Umzug. Nachdem sie einen gut bezahlten Posten in einer Privatklinik in Newton aufgegeben hatte, brauchte sie einen Ort, an dem sie ihre Karriere vorantreiben konnte. Auch wenn sie gez

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