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Die Amor-Agentur Roman von Madl, Johanna (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 21.12.2015
  • Verlag: Goldmann
eBook (ePUB)
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Die Amor-Agentur

Mit ihrer 'Amor-Agentur' bringt Fee einsame Herzen zusammen - und verliert dabei auch ihr eigenes ...
Als Treuetesterin verdreht Fee erfolgreich Männerköpfe, privat ist sie seit Jahren glücklich mit Dennis liiert. Weil der sich mit dem angekündigten Heiratsantrag Zeit lässt, beschließt Fee, ihm selbst die Frage aller Fragen zu stellen - und erlebt den Super-Gau: Sie ertappt Dennis mit einer anderen! Ist das noch Ironie des Schicksals oder schon mieses Liebeskarma - die Quittung für alle Ehen, die Fee zerstört hat? Gutes Karma muss her! Also gründet Fee die 'Amor-Agentur' und verkuppelt fortan einsame Herzen. Dass sie dabei auch das eigene verlieren könnte, damit hat sie nicht gerechnet ...

Johanna Madl ist das Pseudonym des deutschen Autors Jens Pantring. Jens Pantring wurde 1969 im sauerländischen Letmathe geboren. Nach dem Abitur arbeitete er freiberuflich für die Westfälische Rundschau in Iserlohn. Da der Journalismus sich nicht als Traumberuf entpuppte, folgte eine kaufmännische Ausbildung und eine kurze, fruchtlose Tätigkeit als Angestellter im öffentlichen Dienst, bevor er Film und Medien an der Filmakademie Baden-Württemberg studierte. Seit 1999 arbeitet Jens Pantring als freiberuflicher Lektor, Dramaturg, Drehbuchautor und Redakteur. Sein erster Roman entstand eher zufällig, fand auf Anhieb einen Verlag und wurde 2012 unter einem anderen Pseudonym veröffentlicht.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 448
    Erscheinungsdatum: 21.12.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641162429
    Verlag: Goldmann
    Größe: 575 kBytes
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Die Amor-Agentur

Der Lockvogel

F ee Meerfeldt betrachtete das Muster eines Spinnennetzes, das zwischen den Farnwedeln hing. Ein paar Regentropfen glänzten golden im Licht der Nachmittagssonne, die auf den Waldboden fiel. Die Luft war nach dem kurzen Schauer, der vor einer Stunde niedergegangen war, frisch, aber belebend, und es duftete nach Tannennadeln und Pilzen. Der Altweibersommer nahm langsam seinen Abschied und ging in den Herbst über. Vögel zwitscherten, doch Fee hätte nicht sagen können, um welche es sich dabei handelte.

Verstohlen blickte sie auf ihre Uhr und widerstand der Versuchung, sich gegen ihren Wagen zu lehnen. Der arg ramponierte Fiat hatte schon seit geraumer Zeit keine Waschanlage mehr von innen gesehen, und sie hatte Angst, ihr perlgraues Kostüm zu beschmutzen. Als sie den asphaltierten Waldweg hinunterblickte, erkannte sie in einigen Metern Entfernung eine einsame Gestalt. Der Mann trug schwarze Jogginghosen und ein ärmelloses Shirt und bewegte sich in einem gleichmäßigen Trott auf sie zu.

Fee lächelte und strich eine unsichtbare Falte in ihrem Rock glatt.

Ingo Reimers, der beim Laufen stumpfsinnig vor sich hin blickte, entdeckte die Frau praktisch erst, als sie direkt vor ihm stand. Der Weg stieg hier leicht an, er hatte Seitenstechen und schnaufte wie eine Dampflok. Er war sechsundvierzig und fest entschlossen, an seinem eher leichthin gefassten Vorsatz festzuhalten, sich gesünder zu ernähren und mehr Sport zu treiben. Seine Frau, die seinen Ehrgeiz anfänglich begrüßt hatte, stichelte nun jedes Mal, sobald er seine Turnschuhe zuband, was möglicherweise damit zusammenhing, dass ihre Saftkur nicht zu der gewünschten Gewichtsreduktion geführt hatte. Jedes Kilo, das er verlor, setzte sie unter Zugzwang.

Die junge Frau vor ihm kannte offensichtlich keine Gewichtsprobleme. Sie war nicht groß, dabei aber zierlich und schlank und an den richtigen Stellen wohlgeformt. Seine Marie hatte nie so ausgesehen, selbst vor der Geburt ihrer beiden Kinder nicht. Als die Unbekannte ihn freundlich anlächelte, blieb er stehen.

Fee bemerkte, wie er unwillkürlich den Bauch einzog und versuchte, nicht allzu stark zu schnaufen. Sein blondes Haar war dunkel vor Schweiß, und auf seinem Shirt zeigten sich feuchte Flecken. Sie deutete auf den aufgebockten Wagen und bat ihn freundlich um Hilfe.

"Sie haben einen Platten", stellte er überflüssigerweise fest.

"Ich hab's geschafft, ihn aufzubocken, aber die Schrauben sitzen einfach zu fest ..."

Ingo nickte und ging in die Knie, die dabei vernehmlich knackten. Der Kreuzschlüssel lag auf dem Boden, und er machte sich an die Arbeit. Doch sosehr er sich auch bemühte, die Radmuttern wollten sich einfach nicht lösen. "Mann, die Dinger sitzen wirklich verdammt fest", sagte er und schnaufte. Ein Schweißtropfen rann ihm über die hochrote Stirn. Die junge Frau lächelte ihn zuckersüß und mit banger Zuversicht in den hübschen braunen Augen an, und er verstärkte seinen Einsatz.

Fee befürchtete schon, er würde einen Kreislaufkollaps erleiden, als er es endlich schaffte, die erste Radmutter zu lockern. Zum Glück saßen die anderen nicht ganz so fest, und nach einer guten Viertelstunde hatte er den Reservereifen aufgezogen und wuchtete den anderen in den Kofferraum.

"Wow, Sie sind ganz schön stark", sagte sie bewundernd.

Ingo winkte lässig ab und wischte sich mit dem Handrücken über die Stirn. Seine Hände waren schwarz vor Dreck.

"Ich weiß gar nicht, wie ich Ihnen danken soll", sagte die junge Frau und legte ihm unbewusst eine Hand auf den Arm. "Wenn Sie nicht gekommen wären ..."

"Ach, was ..." Ingo wurde ganz verlegen. "Das ist doch selbstverständlich. Bei einer so reizenden, jungen Frau wäre jeder stehen geblieben."

"Ja, aber nicht unbedingt, um zu helfen. Nur gut, dass es noch echte Gentlemen wie Sie gibt."

"Was machen Sie eigentlich hier, mitten im Wald?"

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