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Die Ansiedler in Kanada von Marryat, Frederick (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 25.12.2015
  • Verlag: Saga Egmont
eBook (ePUB)
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Die Ansiedler in Kanada

Im Jahre 1794 schickt sich die englische Familie Campbell, die in der Heimat Not und Unglück zu leiden hat, zur Niederlassung in Kanada an. Vor dem Hintergrund der kanadischen Wildnis bauen sich die Campbells in der Neuen Welt eine neue Existenz auf. In ihrer neuen Heimat in Ontario haben sie eine Reihe von Schwierigkeiten zu bewältigen und viele Abenteuer durchzustehen, bis sie sich in der Fremde etabliert haben und sie zu ihrem neuen Zuhause geworden ist. Eine spannende Lesefreude für Jung und Alt und ein sehr interessantes und lesenswertes Dokument über die Siedlergeschichte in Kanada, das den Vergleich mit einem literarischen Meisterwerk wie James Fenimore Coopers Lederstrumpf-Roman 'Die Ansiedler' nicht zu scheuen braucht!

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 224
    Erscheinungsdatum: 25.12.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9788711447703
    Verlag: Saga Egmont
    Größe: 980 kBytes
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Die Ansiedler in Kanada

III.

Es mag seltsam erscheinen, daß Mr. Campbell, nachdem er zehn Jahre lang im Besitz des Gutes gewesen war, keine größere Summe erspart hatte. Indessen findet dieser Umstand volle Erklärung. Erstens war das Gut in schlechtem Zustande, als Mr. Campbell es übernahm, er benutzte daher einen großen Teil seines Einkommens, um es zu verbessern; zweitens hatte er eine beträchtliche Summe zur Errichtung von Armenhäusern und Schulen verwandt, gute Werke, die er nicht aufschieben mochte, da er sie als religiöse Pflichten ansah. Die Folge davon war, daß er erst ein Jahr, bevor der Anspruch auf das Gut geltend gemacht wurde, angefangen hatte, für seine jüngeren Kinder zu sparen, und da der Landsitz damals 2000 Pfund jährlich mehr brachte als zu der Zeit, wo er ihn übernahm, hatte er beschlossen, jedes Jahr 5000 Pfund zurückzulegen, was einmal bereits geschehen war. Diese Summe und mehr noch war indessen für die enormen Gerichtskosten aufgegangen, und so war er um Hunderte ärmer als zu der Zeit, wo ihm der Grundbesitz zufiel. Am Tage nach der Abschätzung traf der älteste Sohn Henry ein. Er schien sehr niedergeschlagen, mehr noch als seine Eltern und alle, die ihn kannten, es von ihm erwartet hatten. Doch war dies eher seinem Gefühle für die Eltern, als für sich selbst zuzuschreiben.

Zwischen Mr. und Mrs. Campbell fanden viele Beratungen über ihre Zukunftspläne statt, doch es fiel ihnen nichts ein, was versprechend für sie gewesen wäre. Sie wußten nicht, wohin sie mit 1600 bis 1700 Pfund gehen, und was sie unternehmen sollten. Mr. Campbell wußte, daß er bei der Rückkehr zu seinem früheren Berufe keine Chancen haben würde, seine Familie zu erhalten. Henry konnte eine Anstellung bekommen, doch paßte er nur zum Juristen oder zum Prediger, aber wie sollten sie so lange für ihn sorgen, bis er auf eigenen Füßen stand? Alfred, der jetzt Steuermann war, konnte sich freilich selbst erhalten, wenn auch nicht ohne Schwierigkeiten; auch hatte er wenig Aussicht auf Beförderung. Außerdem waren noch zwei Knaben und die schnell heranwachsenden Mädchen da, kurz eine Familie von acht Personen. Eine so geringe Summe in Wertpapieren anzulegen, würde nutzlos sein, da sie von den Zinsen nicht leben konnten. Was sollten sie also mit dem Gelde beginnen? Wieder und wieder erwogen sie die Sachlage, und jeden Abend legten sie ihr Haupt bekümmert auf die Kissen. Sie waren bereit, Wexton Hall zu verlassen, wußten aber nicht, wohin sie ihre Schritte lenken sollten, wenn es geschah. So schwankten sie, bis ihr Sohn Alfred eintraf, der, sobald sein Schiff abgelohnt worden war, in die Arme seiner Eltern eilte.

Als die erste Freude des Wiedersehens vorüber war, sagte Mr. Campbell: "Es tut mir leid, daß ich deinen Kameraden kein Vergnügen bereiten konnte."

"Sie empfinden dasselbe Bedauern um euretwillen wie ich. Doch wie es nun einmal ist - so ist es und daran kann nichts geändert werden; darum müssen wir es von der besten Seite ansehen. - Wo aber sind Henry und die Basen?"

"Sie sind im Park, Alfred, geh nur zu ihnen, sie erwarten dich mit Ungeduld."

"Das werde ich tun, Mutter, adieu für eine halbe Stunde", sagte Alfred, indem er seine Mutter nochmals küßte und dann hinaus eilte.

"Seine Laune ist keinesfalls getrübt", bemerkte Mrs. Campbell. "Gott sei gedankt dafür."

Alfred war bald bei seinem Bruder und seinen Basen, und nachdem das Umarmen und Küssen vorüber war, erkundigte er sich nach dem Stand der Angelegenheit seines Vaters.

Henry, der sehr niedergeschlagen war, sagte: "Mary und Emma, vielleicht geht ihr hinein; ich möchte gern mit Alfred allein sprechen."

"Du bist entsetzlich mutlos, Henry", bemerkte Alfred, als die Basen sie verlassen hatten. "Stehen die Sachen denn so schlecht?"

"Unserm Vater ist nur die geringe Summe von etwa 1700 Pfund geblieben, doch was mich quält, ist folgendes:

Als ich auf dem Kolleg war, geriet ich in eine Schuld von 200 Pfund, die ich zu Weihn

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