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Die Antwort ist: Ja! von Ferrarella, Marie (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 27.09.2017
  • Verlag: CORA Verlag
eBook (ePUB)
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Die Antwort ist: Ja!

So gut auszusehen müsste verboten sein, denkt April, als sie zufällig Dr. James Quintano kennenlernt. So schmeichelhaft es auch ist, dass er ständig ihre Gesellschaft sucht, für April kommt eine Affäre nicht infrage. Dass James es ernst meinen könnte, kommt ihr gar nicht in den Sinn...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 130
    Erscheinungsdatum: 27.09.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783733753344
    Verlag: CORA Verlag
    Größe: 1348 kBytes
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Die Antwort ist: Ja!

1. KAPITEL

Seufzend zog April Yearling den Tischventilator näher zu sich heran. Es war sehr stickig in dem vorsintflutlichen Postamt. Stärker konnte sie den Ventilator jedoch nicht einstellen, denn dann hätte er Tonnen von Briefen, Zetteln und anderen Papieren durch die Luft gewirbelt.

Erst seit einer Woche war sie zurück in Hades und wusste schon wieder genau, warum sie diesen Ort verlassen hatte.

Sie strich sich mit dem Handrücken den Schweiß von der Stirn, was ihr jedoch sofort leidtat. Der Schmerz unter dem Verband erinnerte sie daran, dass sie sich einfach zu schnell bewegte.

April biss sich auf die Unterlippe und fuhr fort, die Post zu sortieren. Nach einem Blick auf die Uhr hätte sie schwören können, dass die Zeit hier am Ende der Welt im Schneckentempo verstrich.

Unerträglich für jemanden wie sie.

Gran hatte ihr stolz erzählt, dass sogar einige Leute aus südlichen Bundesstaaten hierher gezogen waren. Warum ein Ort wie Hades, in dem nur fünfhundert Einwohner lebten, überhaupt irgendjemanden bewegen konnte, hierher zu ziehen, überstieg Aprils Vorstellungskraft.

Sie rückte den Ventilator noch ein Stück näher heran und sehnte sich nach klimatisierten Räumen. Es war erst Frühling, aber dafür ungewöhnlich warm. April konnte sich nicht erinnern, hier jemals einen so warmen und schwülen Frühling erlebt zu haben.

Erinnerungsfetzen flackerten auf, in denen sie sich mit ihrem Bruder und ihrer Schwester vor dem offenen Kaminfeuer sitzen sah. Der Wind heulte um das Haus herum, und Großmutter las ihnen eine Geistergeschichte vor. Sie erinnerte sich, immer vergeblich darauf gewartet zu haben, dass sie Angst bekam.

Vielleicht ist das überhaupt mein Problem, sinnierte April, während sie den letzten Brief sein Fach schob. Sie war zu unerschrocken. Nichts machte ihr Angst - außer vielleicht die erschreckende Vorstellung, sich zu verlieben.

Ziemlich unwahrscheinlich, dass das passiert, beruhigte sie sich selbst. Dafür war sie zu schlau.

Sie bückte sich, um den nächsten Stapel Post aus dem Beutel zu holen, den Jeb Kellogg gerade abgeliefert hatte. April musste lächeln. Sie war eben durch und durch ein Stadtmensch. Nach dem Schulabschluss hatte sie als Erstes Seattle angesteuert und nach der Ankunft in der Stadt keine fünf Minuten gebraucht, um das bestätigt zu finden, was sie schon Jahre vor ihrer Flucht gewusst hatte.

Sie wusste, dass ihre Seele der Stadt gehörte - je größer, desto besser.

April sah auf den Umschlag in ihrer Hand und schob ihn in das Fach, wo er hingehörte. Ihr war sicherlich etwas Größeres bestimmt als dieses Kaff, das aus zwei Häuserreihen bestand.

Als sie damals abgehauen war, war sie felsenfest davon überzeugt gewesen, dass nichts auf der Welt sie jemals wieder hierher zurückbringen würde, in den Schnee und in diese Gegend, in der sich nie etwas veränderte. Aber schließlich war ihre Familie hier - Gran, Max und June. Und darum hatte sie im Laufe der Jahre kurze Stippvisiten gemacht. Und dann hatte sie den Brief von June bekommen, in dem ihre Schwester schrieb, dass Gran, die ihr Leben lang kerngesund gewesen war, an einer Herzerkrankung litt.

So einfach war das. Sie verdankte ihrer Großmutter unendlich viel. Sie selbst, Max und June, ja sie verdankten ihr einfach alles. April hätte sich nicht zu helfen gewusst, wenn Gran sie damals nicht aufgenommen hätte, als ihre Mutter sie zwar nicht physisch, aber sonst auf jede nur erdenkliche Art verlassen hatte und nur noch der Schatten eines Menschen gewesen war. Als ältestes der Kinder hätte sie etwas unternehmen müssen, und sie hatte es ja auch versucht. Sie hatte sich bemüht, sich um ihren elf Monate jüngeren Bruder und ihre kleine Schwester sowie um ihre Mutter zu kümmern. Aber mit elf Jahren war sie einfach noch zu jung gewesen, um plötzlich die Rolle einer Erwachsenen zu übernehmen.

Bis dahin hatte sie geglaubt, mit jeder Herausforderu

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