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Die Bären von Hohen-Esp Heimatroman von Eschstruth, Nataly von (eBook)

  • Verlag: Null Papier Verlag
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Die Bären von Hohen-Esp

Neue Deutsche Rechtschreibung Nataly von Eschstruth war eine deutsche Schriftstellerin und eine der populärsten und berühmtesten Erzählerinnen der Gründerzeit. Null Papier Verlag Nataly von Eschstruth (1860-1939) war eine deutsche Schriftstellerin und eine der populärsten und berühmtesten Erzählerinnen der Gründerzeit. In ihren unterhaltsamen Romanen schilderte sie eingängig das Leben einer höflichen Gesellschaft, wie sie es aus eigener Erfahrung gelernt hatet.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 251
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783962810740
    Verlag: Null Papier Verlag
    Größe: 1827 kBytes
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Die Bären von Hohen-Esp

I.

" Wenn ein Mädchen einen reichen Mann bekommt, ist es immer glücklich verheiratet", hatte der alte Kammerherr von Wahnfried gesagt und dabei die weißbuschigen Augenbrauen noch grimmiger zusammengezogen als sonst. "Gundula kann Gott danken, dass der Bär von Hohen-Esp sie zum Weib begehrt! Ist wohl kein Nest so weich gepolstert wie das seine, und wenn man den Grafen ansieht, lacht selbst solch altem Kerl wie mir das Herz im Leibe, wie viel mehr meiner jungen Tochter."

Die alte Dame, die dem Sprecher gegenübersaß, richtete sich noch straffer empor und legte die großen, kräftigen, schneeweißen und ungeschmückten Hände im Schoß zusammen.

Ihre klaren, durchdringend ernsten Augen hefteten sich ruhig auf die hünenhafte Gestalt des Bruders, der, auf seinen Krückstock gestützt, vor ihr stand und sie herausfordernd anblickte.

"Jung, schön und reich", sagte sie langsam, "ja, das ist er, aber er ist noch mehr! Graf Friedrich Carl ist leichtsinnig. Er ist durch und durch Lebemann; die große Welt, in welcher er, der Frühverwaiste, so jung schon selbstständig ward, droht sein Verderben zu werden."

"So! Inwiefern, wenn man fragen darf?"

"Weil er sich ruiniert, weil er über seine Verhältnisse lebt."

Der Kammerherr lachte hart auf.

"Ein Hohen-Esp sich ruinieren! Ein Hohen-Esp über seine Verhältnisse leben! Ahnst du, wie reich der Mann ist?"

"Man kann in einer einzigen Nacht Hunderttausende verspielen! Der Graf ist ein leidenschaftlicher Spieler. Möglicherweise hat er bis jetzt Glück am grünen Tisch gehabt; wenn das aber einmal aufhört, wird er sich und die Seinen rücksichtslos an den Bettelstab bringen!"

"Lächerlich! Verlangst du etwa, dass ich ihm einen Korb geben soll, lediglich, weil er mal in fideler Gesellschaft ein Spielchen macht?" Herr von Wahnfried nahm seine Promenade durch den Salon wieder auf, dass der Krückstock auf dem Parkett dröhnte. "Das wäre mir freilich das liebste, denn das ganze Lebensglück unseres Lieblings einem Spieler anvertrauen ..."

"Blödsinn! Infamer Blödsinn! Du bist eifersüchtig, du willst das Mädel überhaupt nicht fortgeben ..."

"Einem Mann, der mir eine glückselige, sorgenfreie Zukunft garantiert - sofort! Aber dem Grafen von Hohen-Esp? Nein! Wenn du mich fragst, sage ich tausendmal nein, denn ich weiß, dass sie einem namenlosen Elend entgegengeht!"

"Sieh mal an - namenloses Elend! Nette Zukunftsmusik! Haha! Na, und was sagt Gundula selbst dazu?"

Da seufzte die große resolute Frau zum ersten Mal schwer auf, und über das ernste Gesicht zog es wie tiefe Schatten.

"Gundula ist verblendet", sagte sie leise, "sie ist ebenso wie alle anderen von der Schönheit und Liebenswürdigkeit dieses glänzendsten aller Kavaliere eingenommen!"

"Gut! Warum also diesen schönen Wahn zerreißen?"

"Weil es nicht immer bei einer Flitterwochenliebe bleibt! Wenn sie ihr Unglück erst einsieht und begreifen lernt, ist es zu spät."

"Hast du dich von all dem Unglück, welches dich im Leben getroffen hat, zu Boden schlagen lassen?"

"Nein, ebensowenig wie du; aber Gundula ..."

"...ist unser Fleisch und Blut, ist eine Wahnfried reinster Rasse. Komm einmal her, sieh mal da hinab! Na, gäbe es wohl auf der ganzen Welt eine bessere Bärin von Hohen-Esp, die mit stolzen, wehrhaften Pranken um ihr Glück kämpfen wird?"

Tante Agathe hatte sich erhoben und war hinter den Bruder getreten; ihr Blick flog hinab in den großen Hof, in dessen Mitte sich ihren Augen ein Bild zeigte, wahrlich dazu angetan, ihr besorgtes Herz zu beruhigen.

Baronesse Gundula kehrte vom Reiten heim. Sie hatte ihrem kleinen Groom die Zügel zugeworfen und verabschiedete sich eben noch von dem Rittmeister von Hammer und dessen Gattin, welche sie begleitet hatten, als eine hohe Leiter, welche seitlich an dem Hausflügel lehnte, ins Wanken geriet und mit lautem Krach neben dem Pferd niederschmetterte.

Der

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