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Die Bestie von Weimar von Buttler, Michael (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.06.2013
  • Verlag: Verlag Saphir im Stahl
eBook (ePUB)
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Die Bestie von Weimar

Historischer Roman aus dem Jahr 1825 Das dritte Abenteuer um Luuk de Winter. Es gilt in Weimar mehrere Morde aufzuklären, bei denen Geheimrat Goethe durchaus behilflich ist. Michael Buttler lebt in Nauheim und ist bei einem grossen Finanzinstitut beschäftigt. Er gewann mit Geheimnisvolle Geschichten - Steampunk den Deutschen Phantastik Preis als beste Kurzgeschichtensammlung. Er veröffentlichte bereits viele Kurzgeschichten, dies ist sein erster Roman.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 283
    Erscheinungsdatum: 01.06.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783943948080
    Verlag: Verlag Saphir im Stahl
    Größe: 1918 kBytes
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Die Bestie von Weimar

2

Frederike lag seit Stunden im Bett. Nachdem Dr. Zöller den Tod ihrer Eltern festgestellt hatte, hatte er ihr Bettruhe verordnet und einen Trank eingeflößt, der sie tatsächlich beruhigte. Ihre Augen brannten von den Millionen Tränen, die sie vergossen hatte. Vor ein paar Minuten waren Kriminalpolizisten im Haus gewesen, doch sie hatte nicht mit ihnen sprechen können. Die Herren hatten das Schlafzimmer ihrer Eltern untersucht und sich für den Nachmittag noch einmal angemeldet. Dr. Zöller, der nicht nur der Arzt, sondern auch ein Freund der Familie war, wollte dafür sorgen, dass ihre toten Eltern so bald wie möglich ins Leichenhaus gebracht werden sollten.

"Das können Sie nicht machen!", hörte Frederike Hildes Stimme über den Flur.

Jemand ging auf und ab. Sie lauschte.

"Jemand muss sich um sie kümmern."

"Hilde pflegt Rike und ich mache den Laden", sagte Christoph.

"Das geht nicht so einfach, wie ihr euch das vorstellt. Frederike ist eine Waise. Sie braucht einen Vormund."

"Rike ist siebzehn und vernünftiger als so manch einer von den alten Eseln", sagte Hilde.

"Das Gesetz schreibt es vor. Ihr habt meine Frage noch nicht beantwortet. Lebt der Bruder ihres Vaters noch, Frederikes Pate?"

"Ja, ich glaube schon. Aber man ist in diesem Haus nicht gut auf ihn zu sprechen."

"Und es gibt keine anderen Verwandten? Auch nicht von Seiten der Mutter?"

"Nein."

"Dann müssen wir diesen Onkel benachrichtigen und ihn herbitten."

"Nein!", entfuhr es Hilde. "Das wäre dem alten Herrn nicht recht gewesen!"

"Ich kann verstehen, dass ihr um eure Anstellung bangt, zumal niemand euch ein Zeugnis ausstellen kann, aber ..."

"Herr Doktor, könnte man nicht ..."

"Es tut mir leid. Es geht nicht anders. Wir müssen diesen Herrn über die Geschehnisse verständigen."

"Sie haben keine Ahnung", fuhr Hilde auf. "Hausverbot hat er, seit dem, was damals passiert ist. Lebenslänglich. Das können Sie nicht einfach aufheben."

Wie schon so oft fragte Frederike sich, was damals geschehen war, dass Vater seinen eigenen Bruder nicht mehr sehen wollte. Sie hatten ihn den Onkel aus Jena genannt, nur um seinen Namen nicht auszusprechen. Ob Frederike ihn überhaupt wiedererkennen würde? Das letzte Mal, als sie ihn gesehen hatte, mochte sie im Alter von fünf oder sechs Jahren gewesen sein.

"Es ist zu Frederikes Wohl", sagte Dr. Zöller. "Christoph, du solltest diesen Herrn herholen. Und du, Hilde, tust in der Zwischenzeit dein Bestes, um das arme Kind zu trösten."

"Als wenn ich jemals nicht mein Bestes in diesem Haushalt gegeben hätte! Vor allem für Rike. Ich bin so etwas wie ihre zweite Mutter."

"Und ich soll wirklich zu diesem ...", begann Christoph. "Es geht nicht anders und damit gut. Gebt diesem Herrn doch erst einmal die Möglichkeit, sich zu zeigen, bevor ihr über ihn richtet."

Die Glocke vom Hoftor klingelte.

"Alles ist noch in Aufruhr, und schon kommt der erste Kondolenzbesuch. Nichts ist vorbereitet!", sagte Hilde.

"Christoph, machst du bitte auf?"

Einen Augenblick später hörte Frederike di

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