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Die Blütensammlerin Roman von Durst-Benning, Petra (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 20.03.2017
  • Verlag: Blanvalet
eBook (ePUB)
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Die Blütensammlerin

Die Träume des Winters sind die Blumen des Frühlings ...
Nach ihrer Trennung soll Christine entweder aus ihrem Haus ausziehen oder ihren Mann auszahlen. Wer aber gewährt einer Hausfrau Ende vierzig ein Darlehen oder stellt sie ein? Doch die Maierhofener Frauen halten zusammen und helfen Christine, ihr Haus in ein Bed & Breakfast umzuwandeln. Und sie wird Single-Wochenenden ausrichten, an denen man nicht nur das Landleben, sondern auch neue Menschen kennenlernt. Sogar Marketingexpertin Greta ist begeistert: Im Juni findet doch der große Kochwettbewerb statt - und wie wäre es, wenn Christine ein Team zusammenstellte, das daran teilnimmt? So könnte jeder Topf seinen Deckel finden ...

Petra Durst-Benning wurde 1965 in Baden-Württemberg geboren. Seit über zwanzig Jahren schreibt sie historische und zeitgenössische Romane. Fast all ihre Bücher sind SPIEGEL-Bestseller und wurden in verschiedene Sprachen übersetzt. In Amerika ist Petra Durst-Benning ebenfalls eine gefeierte Bestsellerautorin. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren zwei Hunden südlich von Stuttgart auf dem Land.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 512
    Erscheinungsdatum: 20.03.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641200053
    Verlag: Blanvalet
    Größe: 1507 kBytes
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Die Blütensammlerin

1. Kapitel

Es hatte die ganze Nacht hindurch geschneit. Auch jetzt, am späten Vormittag im Januar, rieselten noch dicke, watteweiche Flocken vom Himmel herab. Kein Laut drang von draußen ins Haus, kein Vogelgesang, kein Motorengeräusch, nichts.

Gedankenverloren schaute Christine von ihrer Tageszeitung durch die raumhohe Fensterfront ihres Wohn-Esszimmers hinaus in den Garten. Über jedes Gehölz, jeden Rosenstock, sogar über den Weiher, der sich ans Ende des Gartens anschloss - über alles hatte der Winter seine weiße Decke gelegt. Kleine Erhebungen, große Hügel, dazwischen kleine Täler - der Garten sah fast aus wie die in der Ferne sichtbaren verschneiten Alpen, nur im Miniaturformat. Wenigstens waren ihre Rosen durch den Schnee gut vor der Kälte geschützt. Die Kletterrose an der Veranda mit den zartrosa Blüten, wie feinstes Porzellan! Ihre gelben Strauchrosen, die nach dem Maler Emil Nolde benannt worden waren. Und die historischen Rosen mit dem unglaublichen Duft. Ach, wenn es nur schon Sommer wäre und alles blühen würde!, dachte Christine sehnsüchtig. Dann hätte sie genügend im Garten zu tun und würde ihre Zeit nicht nur mit Schneeschippen verbringen müssen.

Doch der Winter würde das Allgäu noch lange fest im Griff haben. Nur wer unbedingt musste, setzte sich dieser Tage in seinen Wagen oder brachte Einkäufe und Erledigungen zu Fuß hinter sich oder ging mit dem Hund spazieren. Ansonsten vergruben sich die Menschen in ihren Häusern.

Der Januar war keine gute Zeit, um allein zu sein, das hatte Christine inzwischen erkannt. Es gab nichts mehr, was einen von der Einsamkeit ablenken konnte, keine Weihnachtsvorbereitungen, keine Feiertage, keine Gäste.

Und keine Touristen weit und breit.

Nicht nur das Wohngebiet, in dem Christines Haus stand, sondern ganz Maierhofen war wie ausgestorben. Dabei hatte sich der Ort dank einer großen Kampagne im letzten Jahr von einem verschlafenen Dorf zu einem kulinarischen Mekka für Feinschmecker gewandelt. Jung und Alt hatten Hand in Hand gearbeitet, um dieses kleine Wunder zu vollbringen, auch sie, Christine, hatte sich mit viel Freude engagiert. Sogar ein großes Genießerfest, zu dem Tausende von Touristen von nah und fern gekommen waren, hatte es gegeben! Im Dezember hatte außerdem ein Weihnachtsmarkt der besonderen Art stattgefunden, einer, der das Herz der Menschen erwärmte und ihnen nicht nur das Geld aus den Taschen zog wie andernorts. Und wieder waren die Menschen nach Maierhofen geströmt! Im leer stehenden SPAR -Laden war zudem ein Genießerladen eröffnet worden, in dem es nun sämtliche regionalen Feinschmeckerprodukte zu kaufen gab. Der gute Allgäuer Bergkäse, der vor Ort gebrannte Kräuterschnaps, die verschiedenen Öle aus der Maierhofener Ölmühle, der Honig ... Es hatte erst eine Auswärtige - Greta, eine Werbefachfrau aus Frankfurt - kommen müssen, um den Maierhofenern klarzumachen, wie viel Gutes bei ihnen und in ihrer Umgebung wuchs und hergestellt wurde.

Schaute man heute jedoch auf die zugeschneiten Straßen, fiel es einem schwer, sich an die Menschenmengen zu erinnern, die sich im letzten Jahr zum großen Genießerfest und Weihnachtsmarkt durch die Gassen gedrängt hatten. Oder an die saftig grünen Wiesen, auf denen die Kühe weideten, aus deren Milch die Sennerin Madara den würzigen Bergkäse machte.

Jetzt bloß nicht in Trübsal verfallen, mahnte sich Christine stumm. Abrupt schlug sie die Zeitung zu. Nun waren mindestens zwei Stunden Schneeschippen angesagt! Sie erhob sich, und die beiden braunen Labradore Jack und Joe, die ursprünglich ihren Töchtern gehört hatten, um die sich heute jedoch Christine kümmerte, sprangen sogleich aus dem Tiefschlaf auf.

"Natürlich dürft ihr mit raus", sagte Christine und ging in Richtung Garderobe. Im selben Moment läutete es an der Tür.

Christines Augen leuchteten auf. Kam womöglich Therese auf einen Sprung vorbei? Oder Greta? Schneeschippen hin oder her - Zeit

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