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Die Brüder Roman von Guillou, Jan (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 30.09.2013
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Die Brüder

Das große Jahrhundertabenteuer geht weiter Der Verrat an seinen Brüdern wiegt schwer, doch Sverre, der jüngste der drei Brückenbauer, wird ihnen nicht nach Norwegen folgen. So sehr er sich auch wünscht, am ehrgeizigsten Ingenieursprojekt des Landes mitzuwirken, die Liebe ist stärker. Sverre folgt seinem Studienkollegen Albert nach England. Hier führen die beiden das wilde Leben der Boheme. Doch ihr Glück ist nur von kurzer Dauer. Die Brüder Lauritzen aus Bergen im Westen Norwegens kommen aus einfachen Verhältnissen, doch ein Zufall will es, dass sie am Polytechnikum in Dresden, der renommiertesten technischen Universität jener Zeit, ein Ingenieursstudium absolvieren können. Nach Abschluss des Studiums wartet in Norwegen eines der größten Bauprojekte des Landes auf sie - der spektakuläre Bau einer Eisenbahnverbindung zwischen Bergen und Oslo. Doch in der Nacht vor der Abreise aus Dresden verschwindet Sverre, der jüngste der drei Brüder. Er hat sich in seinen Studienfreund Graf Albert Manningham verliebt und folgt diesem nach London. Auf dem Familiensitz der Manninghams führen die beiden fortan ein unbeschwertes Leben. Sie widmen sich der Kunst, Musik und Literatur und nehmen an allen bahnbrechenden kulturellen Entwicklungen des beginnenden 20. Jahrhunderts teil. Die weltpolitischen Ereignisse aber werfen ihren Schatten auf das junge Glück, und plötzlich steht Sverre allein da. Jan Guillou wurde 1944 im schwedischen Södertälje geboren und ist einer der prominentesten Autoren seines Landes. Seine preisgekrönten Kriminalromane um den Helden Coq Rouge erreichten Millionenauflagen. Auch mit seiner historischen Romansaga um den Kreuzritter Arn gelang ihm ein Millionenseller, die Verfilmungen zählen in Schweden zu den erfolgreichsten aller Zeiten. Heute lebt Jan Guillou in Stockholm.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 448
    Erscheinungsdatum: 30.09.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641109608
    Verlag: Heyne
    Originaltitel: Dandy (Brückenbauer 2)
    Größe: 1627 kBytes
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Die Brüder

II - Die Liebe, die ihren Namen nicht zu nennen wagt

Manningham House, September 1901

Den ganzen Sommer über waren sie fleißig wie die Bienen und rackerten sich ab wie Galeerensklaven. Albies Beschreibung wechselte je nach Laune. Sverre hatte fast ein schlechtes Gewissen, weil ihre Arbeit so leicht von der Hand ging und oft in reines Vergnügen überging. Beispielsweise als ihm Albie das Reiten beibrachte. Oder als sie sich in das Pub in Andover (Albie war Viscount of Andover, ein Titel, den sein erster Sohn bei seiner Geburt übernehmen würde) fahren ließen, um Unmengen Bier zu trinken. Sie sangen, genauer gesagt grölten, auf dem gesamten Heimweg. Nein, nicht auf dem ganzen Weg, denn sie schliefen ein, bevor sie ihr Ziel erreichten. Oder als Albie Sverre dazu überredete, sein Porträt zu malen oder als sie wie früher einfach nur im Herrenzimmer saßen, Whisky tranken, Musik hörten und bis zum Sonnenaufgang ihre Gedanken schweifen ließen.

Trotzdem hatten sie einiges zustande gebracht. Sie hatten ihr Projekt mit der frischen Röte der Entschließung, die noch nicht von des Gedankens Blässe angekränkelt war , in Angriff genommen. Ausgangspunkt waren die Ideen, die sie während der Fahrt ausgeheckt hatten. Die Kohle als Antriebsmittel von Zügen musste durch etwas anderes ersetzt werden. Die Einbahnräder mussten flexibler werden, damit die Reise angenehmer und sicherer vonstattenging.

Auf Gut Manningham gab es wahrhaftig genug Material zum Experimentieren. Albies Vater war von dem Gedanken besessen gewesen, die Technik zur Rationalisierung der Landwirtschaft voranzutreiben, und hatte zu diesem Zweck eine unbrauchbare Maschine nach der anderen bestellt, die meisten aus Amerika. Die eigenartigen Apparate waren nach und nach in irgendwelchen Ecken verstaubt.

Das Beeindruckendste war eine Universalmaschine, die laut der amerikanischen Werbeschrift, die mit dem Wunderding aus Illinois geliefert worden war, sowohl dreschen als auch sägen, pumpen und sogar Äcker umpflügen konnte und zwar "ebenso effektiv wie sechzehn Männer und acht Pferde".

Es handelte sich um ein Robinson-Lokomobil, also eine fahrbare Dampfmaschine, die von einem van-Duzen-Motor, einem Glühkopfmotor, angetrieben wurde. Dreschen und Pumparbeiten wurden auf dem Gut von bedeutend geländegängigeren Maschinen bewältigt, aber noch bestand die kecke Hoffnung, die Wundermaschine ließe sich dazu bewegen, wie vom Hersteller versprochen Äcker zu pflügen. Auf die Frage, was geschehen sei, als Albies Vater mit der Maschine zu pflügen versucht habe, wiesen sie mit skeptischer Ironie auf den größten Nachteil des mechanischen Pfluges hin: Er kam nicht vom Fleck, weil die Räder auf der Stelle durchdrehten. Also waren sie wieder zu Pferden und anderen Zugtieren übergegangen.

Zwei Probleme galt es zu lösen: den unzureichenden Antrieb und, soweit Sverre das beurteilen konnte, die fehlerhafte Beschaffenheit der Antriebsräder. Die mannshohen Eisenräder auf beiden Seiten der Maschine waren fast vollkommen glatt, ein kurzer Blick genügte, um sich die abrutschenden Räder zu erklären.

Sie brachten ein paar Tage damit zu, die Maschine und den van-Duzen-Motor zu restaurieren, und führten dann eine Probefahrt von den Ställen zum Vorplatz und zurück durch. Die Gärtner benötigten anschließend mehrere Stunden, um die ordentlich geharkten Kiesflächen wiederherzustellen.

Nachdem sie fünf Pflugscharen an der Maschine montiert und eine Weide umzupflügen versucht hatten, blieben sie wie erwartet stecken. Selbst auf einer trockenen Wiese drehten die großen Antriebsräder durch und gruben sich dabei, je mehr Gas gegeben wurde, immer tiefer ein.

Dennoch waren sie sich einig, dass der Gedanke, Zugtiere durch Maschinen zu ersetzen, klug war und eine logische Entwicklung darstellte. Aber die Konstruktion musste grundlegend verbessert werden, es war also an der Zeit, sich dem Reißbrett zuzuwenden.

In ihre

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