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Die Caravaggio-Verschwörung von Vosseler, Nicole C. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 12.07.2013
  • Verlag: Edel Elements
eBook (ePUB)
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Die Caravaggio-Verschwörung

Caterina und Riccardo sind ein heimliches Liebespaar. Als Riccardo in die Dienste des berühmt-berüchtigten Malers Caravaggio treten muss, flieht Caterina von zu Hause und schließt sich den beiden an. Und schon bald müssen Caterina und Riccardo erkennen, dass nicht die buntschillernde Welt eines begnadeten Künstlers auf sie wartet, sondern Verrat und tödliche Intrigen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 496
    Erscheinungsdatum: 12.07.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783955302115
    Verlag: Edel Elements
    Größe: 2969 kBytes
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Die Caravaggio-Verschwörung

Die Wahrheit war immer nur eine Tochter der Zeit. Leonardo da Vinci

Prolog

Anno Domini 1606, am achtundzwanzigsten Tag des Monats Mai

Rom feierte. Böller explodierten krachend, deren Schall sich hallend an den Wänden der Häuserschluchten vervielfältigte. Rote Feuerblumen zerplatzten am pechschwarzen Himmel; blaue Funkenfontänen, goldene Leuchtkugeln und silberne Zauberfäden löschten mit ihrer Pracht sogar die Sterne aus. Ihr farbiger Widerschein fiel über die Dächer der Stadt, troff an den Fassaden herunter und verglomm im Zwielicht aus Finsternis und Laternenschimmer.

Im Campo Marzio, dem Herzen der Stadt - manche sagten auch, ihr Gedärm -, wurde besonders kräftig gefeiert. Zwischen den Donnerschlägen des Feuerwerks dröhnte Musik durch die Gassen, darin verwoben Gelächter und schnelle Wortwechsel, die den drohenden Keim einer Rauferei in sich trugen.

Durch den Trubel marschierten vier Männer, forsch, ihre Stiefel bei jedem Schritt fest auf dem Straßenpflaster auftreffend, obwohl auch sie nicht mehr nüchtern waren. Berauscht waren sie nicht so sehr vom Wein der letzten Stunden, sondern allein vom Durst nach dem Mark des Lebens. Eine nie nachlassende Gier, der sie jede Stunde aufs Neue nachgaben, rastlos, schlaflos. Bei Tag und bei Nacht, im Kartenspiel, im Trinken und Feiern, im Kampf und in der Kunst. Nec spe, nec metu war ihr Wahlspruch, weder Hoffnung noch Furcht. Nur Kühnheit und Leidenschaft regierten ihre Welt.

"Merisi!"

Ein Ruf, der sie haltmachen ließ, zuallererst den Mann in ihrer Mitte, dem dieser Ruf gegolten hatte. Es war nicht das vertraute "Michele", mit dem seine Freunde ihn ansprachen, nicht das singende "Michelangelo", das so weich und sehnsüchtig über die Lippen der Frauenzimmer kam. Und nichts hätte ihm ferner sein können; ihm, dem stolzen "Caravaggio", wie man ihn allerorts respektvoll nannte, nach dem verschlafenen Städtchen in der Lombardei, nahe Bergamo, aus dem er vor vierzehn Jahren nach Rom gekommen war. Er - Michelangelo Merisi da Caravaggio.

Seine Augen, schwarz wie Kohlestücke, in denen es beständig glomm, wurden schmal, als sie den Mann erfassten, von dem der Ruf ausgegangen war. Edel gekleidet, der akkurat gestutzte Spitzbart und das Haar unter dem Barett golden aufschimmernd, war er in allem das Gegenteil Caravaggios. Trotzdem hatten sie früher zusammen getrunken, gefeiert und gelacht. Lang, lang ist's her . . .

"Ranuccio." Eine nüchterne Feststellung, die wie das Knurren eines Hundes klang.

Drei Männer rahmten Ranuccio Tomassoni da Terni ein, versperrten Caravaggio und seinen Freunden den Weg. Vier gegen vier, wie auf eine geheime Verabredung hin.

"Du schuldest mir noch Geld, Merisi."

"Ich schulde dir gar nichts", spie Caravaggio seine Widerworte aus, "keinen einzelnen Soldo!"

"Zehn Scudi, wenn ich dich Hohlkopf daran erinnern darf", blieb Ranuccio beharrlich. "Dein Einsatz im Pallacorda -Spiel, das du neulich gegen mich verloren hast. Mit deinen Wurstfingern wirst du nie geschickt genug den Ball über das Netz zurückschlagen, genauso wenig, wie du damit deinen Malerpinsel sinnvoll gebrauchen kannst. Geht das nicht in deinen lombardischen Bauernschädel?"

Caravaggios Hand fuhr zu dem Rapier an seiner Seite, doch Petronios Finger gruben sich von hinten in seine Schulter. "Bleib ruhig, Michele", raunte er ihm zu. "Sie sind uns überlegen - alle vier tragen Waffen; von uns jedoch nur du und ich. Spiel ihnen nicht noch den Trumpf in die Hände, uns schmachvoll im Kampf untergehen zu sehen!"

Caravaggios Atemzüge gingen noch immer schnell und flach und sein voller Mund krümmte sich zu einem verächtlichen Bogen abwärts. Doch Petronio spürte, wie sich die Muskeln seines Freundes entspannten, und er lockerte seinen Griff.

"Du hast recht", stimmte Caravaggio ihm grimmig und hörbar halbherzig zu, "kein spanischer Speichellec

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