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Die Chocolatière Roman von Moran, Jan (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 18.11.2019
  • Verlag: Goldmann
eBook (ePUB)
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Die Chocolatière

An der malerischen Amalfiküste entscheidet sich das Schicksal einer jungen Chocolatière ... San Francisco 1953: Als ihr Ehemann Tony stirbt, sucht die junge Chocolatière Celina mit ihrem kleinen Sohn Zuflucht bei seiner warmherzigen Familie in Italien. An der malerischen Amalfiküste führt diese eine berühmte Schokoladenmanufaktur - die Cioccolata Savoia. Dort findet Celina neuen Mut und bringt mit ihren feinen Kreationen frischen Wind in das Familienunternehmen. So berührt sie auch das Herz des zurückhaltenden Lauro Savoia, Tonys jüngeren Bruders. Doch ein erschütterndes Geheimnis ihres verstorbenen Mannes droht alles, was Celina sich aufbaut und liebt, zu zerstören ... Neben dem Schreiben von Romanen reist Jan Moran leidenschaftlich gern und hat eine Vorliebe für dunkle Schokolade, den perfekten Cheesecake und ausgedehnte Strandspaziergänge. Sie lebt mit ihrer Familie im Süden Kaliforniens.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 544
    Erscheinungsdatum: 18.11.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641245238
    Verlag: Goldmann
    Originaltitel: The Italian Chocolatiers
    Größe: 1571 kBytes
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Die Chocolatière

KAPITEL EINS

San Francisco, 1953

Eine Schachtel Schokoladentrüffel sollten den Lauf ihres Lebens für immer verändern. Zugegeben, es waren beinahe die besten, die Celina je gemacht hatte - cremige, kakaobestäubte Trüffel mit dezenter Himbeernote in der dunklen Schokoladenganache, umhüllt von zartschmelzender Couverture , einer hauchdünnen Schicht kräftiger Schokolade, die auf der Zunge zerging.

Einen davon hatte sie dem müden, dunkelhaarigen Soldaten angeboten, der gerade von der Front in Europa zurückgekehrt war. Er stellte sich ihr als Tony Savoia vor, ein italienischer Einwanderer, dessen Familie der weltbekannten Schokoladenhersteller Cioccolata Savoia gehört hatte, bis die Lebensmittelrationierung im Krieg sie vor Probleme bei der Zuckerbeschaffung stellte. Der Trüffel hatte wieder Glanz in seine matten Augen gebracht. Obwohl sie kaum etwas wusste über diesen charmanten, temperamentvollen Mann, der sie mit Liebesschwüren umgarnte, heirateten sie nur wenige Monate später.

"Ja, richtig. Cioccolata Savoia in Neapel, Italien", sagte Celina zu der Dame bei der internationalen Telefonvermittlung, bemüht, sich den Gefühlsaufruhr in ihrem Inneren nicht anmerken zu lassen. Sie wiederholte die ausländische Telefonnummer der weltbekannten Chocolatiers und legte dann auf. Die Dame von der Vermittlung würde sie zurückrufen, sobald die Verbindung zustande gekommen war.

Ein Telegramm wäre nicht das Richtige. Nicht bei einer derartigen Nachricht.

Celina wollte Tonys Vater unbedingt persönlich sprechen und hatte bis nach Mitternacht gewartet, um während der Geschäftszeiten in der Fabrik anzurufen. Sie hockte auf einem kleinen Holzstuhl im engen Flur ihrer winzigen Wohnung in der Nähe vom Union Square, bereit, blitzschnell zum Telefon zu hechten, damit das Läuten ihren Sohn nicht weckte. Ein kalter Luftzug strich durch den Flur, und sie klappte zitternd den Kragen ihres Flanell-Bademantels hoch. Einen Notizzettel in der Hand, sah sie aus dem Wohnzimmerfenster hinaus auf die Lichter der Stadt und die Straßenlaternen, die die steil zur Bucht hinunter abfallende Straße säumten. Ein hell erleuchtetes Ghirardelli-Schild - Chocolatiers, die seit hundert Jahren San Francisco mit Schokolade belieferten - beschien die Golden-Gate-Meerenge. Wie oft hatte sie dieses Schild schon versonnen betrachtet, das Sinnbild all dessen, was sie mit viel Arbeit eines Tages zu erreichen hoffte? Doch die Zukunft schien ihr nun ähnlich schleierhaft wie der Nebel, der sich über die Stadt gelegt hatte.

Vor ein paar Monaten hatte Celina der Familie ihres Mannes in Italien geschrieben und sie, trotz des angespannten Verhältnisses ihres Mannes zu seinen Eltern, pflichtschuldig in Kenntnis gesetzt. Genau, wie er ihr immer prophezeit hatte, hatten sie nicht darauf geantwortet. Ob sie den Brief überhaupt bekommen hatten? Sie sah es als ihre Pflicht an, es ihnen zu sagen und versöhnlich die Hand zu reichen, und es sei es nur um Marcos willen - ihr Sohn und der Enkel ihrer Schwiegereltern -, obschon Tony ihr den Umgang mit ihnen strengstens untersagt hatte. Das war die einzige Regel gewesen, die er in ihrer Ehe aufgestellt und rigoros durchgesetzt hatte.

Mit zittrigen Fingern fuhr sie sich über die Stirn. Sechs Monate . Wie konnte das sein? Jeder Tag seither war eine monströse Kraftanstrengung gewesen, eine Prüfung ihrer Willensstärke, ihre Trauer immer wieder aufs Neue beiseitezuschieben und irgendwie den Tag zu überstehen. Sie fühlte sich verloren ohne ihren Mann, ohne ein echtes Zuhause oder eine Familie. Durch das offene Fenster hörte man das Tuten der Nebelhörner, wie eine eindringliche Warnung, sich nicht in den trüben Untiefen ihrer Erinnerung zu verlieren.

Der zweite Brief an Tonys Eltern war erst letzte Woche wieder zurückgekommen. Adresse nicht zu ermitteln. Als unzustellbar zurück . Sie hatte sich sogar schon gefragt, ob seine Eltern überhau

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