text.skipToContent text.skipToNavigation

Die Dämonen von Lorch von Benz, Isabella (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 03.11.2014
  • Verlag: Ammianus-Verlag
eBook (ePUB)
9,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Die Dämonen von Lorch

Sie keucht. Sie zuckt. Und sie schlägt um sich. Wie eine Besessene. Johann von Badenberg tut alles, um die mysteriösen Anfälle seiner Geliebten zu verbergen. Doch dann fordert sein Halbbruder Konrad III seine Loyalität im zweiten Kreuzzug. Schweren Herzens lässt Johann die Vogtstochter im Kloster Lorch zurück. Wenn die abergläubischen Bauern oder gar die Mönche etwas merken! Zwei Jahre lang trennt der Kreuzzug die Geliebten, bis das Heer im Jahre 1149 endgültig versagt. Nach der Niederlage jagt die Angst Johann über die gefährlichen Alpen zurück. Er ahnt nicht, wie sehr die Zeit tatsächlich drängt. Denn in Lorch treibt ein geheimnisvoller Schatten sein Unwesen. Tote Hühner und verschwundene Ziegen erschüttern das Klosterdorf. Hat der Teufel seine Finger im Spiel? Zunächst schenkt Theodora dem Geschwätz der Bauern keinen Glauben, doch dann wird sie Zeugin, wie der vermeintliche Dieb ein dämonisches Ritual vollführt. Der Pariser Exorzist Wilhelm soll das Böse vertreiben. Bald fällt sein Verdacht auf Theodora. Sie leugnet verzweifelt - bis eine alte Frau ermordet wird und Theodora Zweifel an ihrer Unschuld kommen ...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 296
    Erscheinungsdatum: 03.11.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783945025215
    Verlag: Ammianus-Verlag
    Größe: 3094kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Die Dämonen von Lorch

Kapitel 01

Venedig, 18.03.1149

Der Wind zerrte an Johanns Mantel und trieb ihm den Geruch von Salz und Fisch in die Nase. Er stand an der Reling und betrachtete mit zusammengekniffenen Augen den Horizont. Allmählich vertrieb die Morgensonne den Nebel und gab den Blick auf einen schmalen Streifen Land frei. Johann atmete erleichtert durch. Die venezianische Küste. Endlich!

Der Bug des Handelsschiffes teilte die Wellen unter sich und hielt kontinuierlich auf das Festland zu. In der Geschwindigkeit hatten sie Venedig spätestens am Nachmittag erreicht. "Bald bin ich wieder bei dir", flüsterte Johann.

"Sprichst du mit dir selbst, Badenberger?"

Johann zuckte zusammen und wirbelte herum. Bero stand hinter ihm. Der alte Ritter hob seine Brauen und sah auf Johanns Hand, die an dessen Hüfte lag, dort, wo die letzten beiden Jahre über das Schwert seinen Platz gehabt hatte. Hastig verschränkte Johann die Arme vor der Brust und wandte sich wieder der See zu, in der Hoffnung, die Schamesröte zu verbergen.

Bero trat neben ihn. Der Wind fuhr durch das ergraute Haar des Ritters. "Ich wache nachts manchmal auf und greife als erstes nach meinem Dolch", sagte er. "Wenn er nicht an seinem Platz ist, fange ich an zu schimpfen und meine Knappen zu verfluchen, bis mich von irgendwo ein Stiefel trifft." Er grinste und rieb sich die vernarbte Schläfe. "Die Händler und Matrosen finden meine nächtlichen Tätigkeiten nicht sehr angenehm, aber es ist nicht meine Schuld. Genauso wenig, wie es deine ist. Es ist nichts, weswegen wir uns schämen müssen. Sie haben nicht im Krieg gekämpft. Wir schon."

Leider , brannte Johann auf der Zunge, doch er schluckte es.

"Woran hast du gedacht?", wechselte Bero gutmütig das Thema.

Einen Moment zögerte Johann, ehe er leise nuschelte: "An Theodora."

Lachend schüttelte Bero den Kopf.

Johann warf ihm einen lauernden Blick zu. "Was?"

"Nichts." Der alte Ritter grinste, wobei er seine gelblich verfärbten Zähne entblößte. Kameradschaftlich stieß er Johann in die Seite. "Es erstaunt mich nur immer wieder, wie sehr dich dieses Weib verzaubert hat. Bist du sicher, dass sie keine Hexe ist?"

Theodora sank neben ihm auf die Knie und blieb für einige Wimpernschläge apathisch sitzen. Erschrocken hockte er sich neben sie und legte vorsichtig einen Arm um ihre Schulter, flüsterte beruhigende Worte, bis sie sich wieder fing. Verwirrt blinzelte sie ihn an und sah sich um. "Warum sitzen wir hier?" Ehe die Erkenntnis über ihre Miene flackerte und sie düster fragte: "Es ist schon wieder passiert?"

"Bist du sicher, dass du keine Visionen hast?", versuchte er zu scherzen. "Vielleicht bist du ja eine Prophetin."

Theodora lachte bitter. "Eine miserable Prophetin, ich kann mich ja an nichts mehr erinnern."

Nein, seine Theodora war keine Hexe! Entschieden fauchte Johann: "So ein Blödsinn. Als ob du deine Frau nicht genauso vermissen würdest." Er stützte die Arme auf der Reling ab und drehte das Gesicht in den Fahrtwind, der mit seinen hellen Locken spielte und sie ihm immer wieder gegen die Wangen peitschte.

"Sicher. Sonst hätte ich dich nicht begleitet", brummte Bero neben ihm. "Allerdings weiß ich nicht, ob ich es für sie tatsächlich riskieren würde, bei meinem königlichen Bruder in Ungnade zu fallen. Vor allem, wo sie nicht einmal deine Ehefrau, sondern nur eine einfache Ministerialtochter ist."

"Konrad ist mein Halbbruder", verbesserte er. "Und Otto hat ihn bei Pula auch verlassen. Wir werden ihn ja zu Pfingsten in Salzburg wieder treffen. Er hat zugestimmt." Johann verschränkte die Hände ineinander, um zu verbergen, wie sehr seine Finger zitterten. War es Vorfreude? Oder Ne

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen