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Die Dame mit den grünen Augen von Leblanc, Maurice (eBook)

  • Verlag: Nexx
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Die Dame mit den grünen Augen

Arsène Lupin ist ein charmanter Dieb, ein liebenswerter Schwindler, ein galanter Frauenschwarm und als Meister der Verkleidung führt er die Polizei an der Nase herum. In diesem Abenteuer folgt Arsène der schönen und reichen Aurelie spontan nach Monte Carlo - eine gefährliche Reise beginnt ...

Maurice Leblanc (1864-1941) war ein französischer Schriftsteller. Er schrieb Kriminal- und Abenteuerromane, Theaterstücke und Kurzgeschichten. Seine bekannteste Kunstfigur ist der Meisterdieb Arsène Lupin.

Produktinformationen

    Größe: 537kBytes
    Herausgeber: Nexx
    Sprache: Deutsch
    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    ISBN: 9783958705265
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Die Dame mit den grünen Augen

I. ... und die Engländerin mit den blauen Augen

Raoul de Limézy spazierte heiter über die Boulevards, wie ein glücklicher Mensch, der nur um sich zu sehen braucht, um sich an den bezaubernden Schauspielen des Lebens zu erfreuen, und am leichten Frohsinn, dessen Abbild Paris an manchen Apriltagen ist. Er war mittelgroß und hatte eine schmale, aber trotzdem kraftvolle Gestalt. Man sah ihm kräftige Muskeln und einen machtvoll gewölbten Brustkasten an. Schnitt und Farbe seiner Kleidung kennzeichneten den Mann, der auf die Wahl der Stoffe Wert legt.

Gerade als er am Gymnasium vorbeiging, hatte er den Eindruck, dass ein Herr, der neben ihm ging, einer Dame folgte; der Eindruck sollte sich sogleich bestätigen.

Nichts schien Raoul komischer und belustigender als ein Herr, der einer Dame nachsteigt.

Er folgte also dem Herrn, der der Dame folgte, und alle drei gingen hintereinander in gemessenen Abständen über die Straße.

Nur ein erfahrener Mann, wie der Baron Limézy, konnte erkennen, dass der Herr die Dame verfolgte, denn der Verfolger ging äußerst diskret zu Werke. Raoul de Limézy war ebenso diskret und mischte sich unauffällig unter die Menge, um die beiden Menschen genau ins Auge zu fassen.

Von hinten gesehen fiel bei dem Herrn unter dem Hutrand die Fortsetzung eines untadeligen Scheitels auf, der die schwarzen, pomadisierten Haare bis in den Nacken teilte, ebenso untadelig war seine Kleidung, die seine breiten Schultern und seinen Wuchs vortrefflich zur Geltung kommen ließ. Von vorn gesehen bot er ein korrektes Gesicht, das einen zartrosa Teint hatte und mit einem gepflegten Bart geziert war. Etwa dreißig Jahre alt. Sehr sicherer Gang. Gewichtigkeit in allen Bewegungen. Trotzdem etwas gewöhnliches Aussehen. Ringe an den Fingern. Zigarette mit Goldmundstück im Mund.

Raoul ging schneller. Die Dame war groß, resolut, von guter Haltung und setzte zwei derbe Füße auf das Pflaster, für deren Anblick zierliche und zarte Gelenke entschädigten. Das Gesicht war sehr schön, herrliche blaue Augen und schwere blonde Haare. Die Vorübergehenden blieben stehen und sahen sich um. Sie schien der spontanen Huldigung der Masse gegenüber gleichgültig zu bleiben.

Teufel, dachte Raoul, die reinste Aristokratin! Sie verdient Besseres als diesen Pomadenburschen, der ihr nachsteigt! Was mag der nur wollen? Der eifersüchtige Ehemann? Ein abgewiesener Bewerber? Oder ein Geck, der ein Abenteuer sucht? Das wird es wohl sein. Dieser Mann sieht mir ganz danach aus wie einer, der sein Glück sucht und sich für unwiderstehlich hält.

Sie überschritt den Opernplatz, ohne sich um die Masse der Fahrzeuge zu kümmern. Ein Lastwagen mit Pferden versperrte den Durchgang. Sie packte die Zügel und riss eines der schweren Pferde beiseite. Wütend sprang der Kutscher von seinem Sitz, näherte sich ihr bedrohlich und schimpfte; ein kleiner, aber wohlgezielter Faustschlag, den sie ihm versetzte, brachte ihn mit Nasenbluten zur Strecke.

Ein Polizist näherte sich, um Feststellungen zu machen; sie drehte ihm den Rücken und ging in aller Ruhe davon. Auf dem Boulevard Haussmann betrat sie eine Konditorei, und Raoul sah von weitem, dass sie sich an einen Tisch setzte. Da der Herr, der ihr gefolgt war, die Konditorei nicht betrat, tat Limézy es an seiner Stelle; er setzte sich so, dass sie ihn nicht bemerken konnte.

Sie bestellte Tee und vier Toasts, die sie mit ihren herrlichen Zähnen zermalmte.

Ihre Nachbarn sahen sie an. Sie ließ sich nicht stören und bestellte sich vier weitere Toasts. Aber eine zweite junge Frau, die etwas weiter fort saß, erregte ebenfalls die Neugierde der Gäste. Blond, wie die Engländerin, war sie zwar nicht so reich, dafür aber mit desto besserem, echt Pariser Geschmack angezogen; um sie herum standen

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