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Die drei Musketiere - 20 Jahre danach von Dumas, Alexandre, der Ältere (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 11.01.2016
  • Verlag: Nexx
eBook (ePUB)
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Die drei Musketiere - 20 Jahre danach

Vor zwanzig Jahren waren die drei Musketiere und ihr gewitzter gascognischer Freund d'Artagnan noch sehr jung und verwegen. Jetzt begegnen wir ihnen als nicht mehr ganz so jugendlichen Helden wieder; aber kühne Haudegen sind sie geblieben, und so stürzen sie sich erneut in Abenteuer. Alexandre Dumas der Ältere (1802 - 1870) wächst als Sohn eines napoleonischen Generals in der nordfranzösischen Provinz auf. Früh verwaist und arm, begibt er sich als Neunzehnjähriger nach Paris, wo er zum Theater will. Die Theaterstücke, die er zunächst schreibt, sind heute vergessen. Doch Jahre später ist er mit 'Der Grafen von Monte Christo' der König des literarischen Feuilletons. Fast zeitgleich schreibt er - nach einer historischen Quelle aus dem Jahre 1700, den 'Memoiren des Herrn d'Artagnan' von Gatien de Courtils de Sandras - den bis heute berühmtesten seiner Romane, 'Die drei Musketiere', der von 1844 bis 1847 in Fortsetzung erschien und Dumas' Welterfolg begründete.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Erscheinungsdatum: 11.01.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783958703964
    Verlag: Nexx
    Größe: 819 kBytes
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Die drei Musketiere - 20 Jahre danach

Der Schatten Richelieus

In einem uns schon bekannten Gemache des Kardinalspalasts, an einem Tisch mit vergoldeten Ecken, der mit Papieren, Büchern und Schriften beladen war, saß ein Mann, der seinen Kopf in beide Hände stützte. Hinter ihm war ein weiter, vom Feuer geröteter Kamin, worin die brennenden Scheiter auf breiten, vergoldeten Böcken ineinander fielen. Der Widerschein des Herdes erhellte die prächtige Kleidung dieses Träumers von rückwärts, während ihn vorn das Licht eines mit Kerzen ausgestatteten Kandelabers erleuchtete.

Wenn man diese rote Kleidung, diese reichen Spitzen, dazu diese blasse und gedankenvoll niedergebeugte Stirn sah, die Einsamkeit dieses Kabinetts, die Stille der Vorzimmer, den abgemessenen Schritt der Wachen am Vorplatz betrachtete, so konnte man meinen, der Schatten des Kardinals von Richelieu befinde sich noch in seinem Zimmer. Ach, es war in der Tat nur noch der Schatten des großen Mannes. Das geschwächte Frankreich, die verkannte Autorität des Königs, die abermals schwach und aufrührerisch gewordenen Großen, der über die Grenzen zurückgetriebene Feind, alles gab Zeugnis, dass Richelieu nicht mehr da sei.

Was aber noch mehr als alles das Angeführte zeigte, dass die rote Kleidung nicht die des alten Kardinals sei, war diese Absonderung, welche, wie schon bemerkt, viel mehr die eines Schattens als eines lebenden Menschen zu sein schien, das waren die von Hofleuten entvölkerten Gänge, diese Höfe, von Wachen angefüllt; das war diese höhnische Gesinnung, die sich auf der Straße kundgab und durch die Fenster dieses Zimmers drang, die der Hauch einer gegen den Minister vereinigten Stadt erschütterte; das war endlich ein fernes, stets wiederholtes Dröhnen von Flintenschüssen, welche zum Glück ohne Zweck und ohne Folgen und nur deshalb abgefeuert wurden, damit sie den Garden, den Schweizern, den Musketieren und Soldaten, die das Palais Royal umzingelten (denn der Kardinalspalast selber veränderte den Namen), zeigen sollten, dass auch das Volk im Besitz von Waffen sei.

Dieser Schatten Richelieus war Mazarin. Mazarin war allein und fühlte sich schwach.

"Ausländer!", murmelte er. "Italiener, das ist ihr ohnmächtiges Wort! Mit diesem Wort haben sie Concini erdolcht, aufgehängt und verschlungen, und ließe ich sie gewähren, würden sie mich gleichfalls umbringen, aufknüpfen und zerfleischen, wiewohl ich ihnen nie ein anderes Leid zufügte, als dass ich sie ein bisschen aussog. Die Schwachköpfe, sie fühlen also nicht, dass keineswegs dieser Welsche, der das Französisch so schlecht spricht, ihr Feind ist, sondern vielmehr jene, welche die Gabe besitzen, ihnen so glatte Worte im reinen und guten Pariser Dialekt vorzutragen. ... Ja, ja!", fuhr der Minister mit seinem feinen Lächeln fort, das jetzt seltsam von seinen bleichen Lippen abstach. "Ja, euer Geschrei sagte es mir, dass das Los der Günstlinge wandelbar ist; doch wenn ihr das wisst, so muss es euch bekannt sein, dass ich kein gewöhnlicher Günstling bin! Der Graf vor Essex besaß einen kostbaren, mit Diamanten übersäten Ring, den ihm seine königliche Gönnerin geschenkt hatte; ich besitze nur einen einfachen Ring mit Namenszug und Datum, doch dieser Ring ward in der Kapelle des Palais Royal gesegnet; somit werden sie mich nicht zugrunde richten, wie sie es wünschen. Sie gewahren es nicht, dass ich sie mit ihrem ewigen Geschrei: 'Nieder mit Mazarin!' bald werde rufen lassen: 'Es lebe Herr von Beaufort!' - bald: 'Es lebe der Prinz!' und bald ebenso lebhaft: 'Es lebe das Parlament!' - Nun, Herr von Beaufort ist in Vincennes; der Prinz wird heute oder morgen zu ihm kommen, und das Parlament ..." Hier verwandelte sich das Lächeln des Kardinals in einen Ausdruck von Hass, dessen sein freundliches Antlitz unfähig schien. "Und das Parlament ... ja nun, wir werden sehen, was wir aus dem Parlament machen; wir haben Orleans und Montargis. Oh, ich will die

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