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Die Erben von Gut Lerchengrund Roman von Rubin, Susanne (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 14.09.2020
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Die Erben von Gut Lerchengrund

Das bewegende Schicksal zweier Familien und ein Geheimnis, das beide für immer verbindet
Norddeutschland, 1898: Heinrich von Grootenlohe lebt glücklich mit seiner jungen Frau auf Gut Lerchengrund. Doch als er zufällig ein Geheimnis seines Nachbarn Wilhelm Brodersen entdeckt, trifft er eine folgenschwere Entscheidung, die das Leben beider Familien für immer verändert.
1921: Heinrichs Sohn Jonas erbt den Gutshof. Er verliebt sich unsterblich in Wilhelms Tochter Elise, mit der er die Leidenschaft für Pferde teilt. Aber das Geheimnis der Väter und die Familienfehde scheinen ihre Liebe für immer zu zerstören.
1952: Jonas' Tochter Sinje übernimmt die Leitung des Gutshofes. Als die Pferde erkranken, sucht sie Hilfe bei Tierarzt und Nachbarssohn Tim Brodersen. Sinje und Tim fühlen sich zueinander hingezogen und das Glück scheint diesmal zum Greifen nahe. Doch wieder versucht jemand mit aller Macht, eine Verbindung zwischen den beiden Familien zu verhindern.

Susanne Rubin ist eine waschechte "Hamburger Deern". Zusammen mit ihrem Mann, einem pensionierten Kriminalbeamten, lebt sie in ihrer geliebten Heimatstadt. Nach eigener Aussage ist ihr Mann ihr persönlicher Held, und ihre inzwischen erwachsenen Söhne sind die wunderbarsten der ganzen Welt. Sie liebt das Schreiben und Spieleabende mit ihrer Familie.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 432
    Erscheinungsdatum: 14.09.2020
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641250690
    Verlag: Heyne
    Serie: Heyne Bücher 42386
    Größe: 2749 kBytes
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Die Erben von Gut Lerchengrund

Prolog

Norddeutschland, im Spätsommer 1892

Das laute Klacken der Pferdehufe war einem dumpfen Klopfen gewichen, doch das machte die Situation für Gerlinde kaum erträglicher. Seit sie Hamburg mit seinen vertrauten Kopfsteinpflasterstraßen hinter sich gelassen hatten, gestaltete sich die Fahrt zwar leiser, aber auch deutlich holpriger. Die großen Räder ruckelten knirschend über eine unebene Sandpiste, und sie war heilfroh darüber, dass die Bänke in der Kutsche ihres Vaters weich gepolstert waren. Dennoch konnte sie dieser kleinen Reise nichts Gutes abgewinnen. Ihre Laune war an einem Tiefpunkt angelangt, und das Wetter spielte die passende Melodie dazu. Ein heftiger Regen prasselte unablässig auf das Kutschendach, und der Ausblick aus den Fenstern war alles andere als abwechslungsreich. Wenn sie durch Hamburg fuhren, gab es immer etwas zu sehen, doch hier, außerhalb der Stadtgrenzen, war das anders. Seit einer halben Stunde fuhren sie nun schon auf den vom Regenwasser aufgeweichten Sandwegen durch eine karge Heidelandschaft. Zwar blühte die Heide hier und da, doch die dunklen Wolken am Himmel ließen kaum Freude daran aufkommen; zumindest bei Gerlinde nicht. Viel lieber wäre sie jetzt in ihrem gemütlichen Zuhause und würde mit einer Freundin plaudern, heiße Schokolade trinken und Konfekt naschen.

»Nun mach nicht so ein störrisches Gesicht, mein Engel«, sagte ihre Mutter ungewohnt sanft, beugte sich vor und tätschelte leicht ihre Hand. »Dein umsichtiger Vater will uns schließlich nur vor dieser grauenvollen Epidemie in Sicherheit wissen.«

»Ach, ich weiß, Mama, aber muss er uns deshalb gleich ins Nirgendwo schicken?«

Mathilde Behrens schüttelte den Kopf und seufzte leise. »So viele Menschen sind schon an der Cholera gestorben, Kind. Ich bin jedenfalls froh, dass du und ich eine Weile aus der Stadt herauskommen. Außerdem schickt dein Vater uns nicht ins Nirgendwo, sondern auf das Gut eines seiner Geschäftsfreunde. Wir sind doch kaum zwei Stunden von zu Hause entfernt.« Ihre Mutter hob ein wenig ihr Kinn an, so wie sie es immer tat, wenn sie ihrer Meinung nach gerade etwas sehr Bedeutsames von sich gab oder jemanden in die Schranken wies, was ziemlich häufig vorkam. »Baron von Grootenlohe ist ein wirklich honoriger Mann. Dein Vater ist seit Jahren mit ihm befreundet und hält unendlich viel von ihm. Wir können also dankbar sein, dass der Baron uns beide bei sich aufnimmt, bis die furchtbare Epidemie hoffentlich bald ein Ende findet.«

Gerlinde lehnte sich zurück und schnaufte unwillig. In Gedanken sah sie ihn schon vor sich, den alten Geschäftsfreund ihres Vaters. Wahrscheinlich hatte er einen dicken Bauch, würde die ganze Zeit nur über die Landwirtschaft oder das Wetter reden und war insgesamt ein Hinterwäldler erster Güte. So sind diese Leute vom Land doch meistens, dachte sie missmutig, obwohl eine Stimme in ihrem Kopf sie gleichzeitig ermahnte, dass solche Gedanken höchstwahrscheinlich ungerecht und sicher nicht angebracht waren.

»Ich werde mich dort zu Tode langweilen.«

»Das glaube ich kaum. Auf dem Gutshof gibt es jede Menge Pferde. Du magst doch Pferde, nicht wahr?«

»Ja, schon ...«

»Siehst du, Engelchen, du wirst dich sicherlich nicht langweilen, glaub mir. Ach ja, bei der Gelegenheit möchte ich dich noch ermahnen, dich von den Stallburschen fernzuhalten. Mach uns ja keine Schande, Kind.«

»Oh, Mama, bitte.«

»Du weißt, dass du viel ...« Ihr Blick glitt vielsagend über Gerlindes bereits ausgereiften Körper. »Nun ja ... älter wirkst als fünfzehn. Versprich mir also, dich einwandfrei zu benehmen und darauf achtzugeben, dass du niemals allein auf dem Gut unterwegs bist.«

»Versprochen, Mama.«

Ihre Mutter nickte kurz und sah aus dem Fenster. Offenbar war das Thema damit für sie beendet. »Wir werden bald da sein, denke ich.«

Kurz bevor sie Gut Lerchengrund erreichten, riss wie durch Zauberhand

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