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Die Erben von Snowshill Manor Roman von Kretz, Ingrid (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 23.06.2016
  • Verlag: Brunnen Verlag Gießen
eBook (ePUB)
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Die Erben von Snowshill Manor

England, Anfang des 19. Jahrhunderts: Die junge Catherine wird für einige Monate nach Snowshill Manor geschickt. Das feudale Herrenhaus gehört der Familie von Lord Darabont. Als Gesellschafterin der Lady nimmt Catherine am bunten Leben des Adels teil. Sie wird zu Bällen und Teegesellschaften eingeladen und gleich von mehreren Verehrern hofiert. Aber schon bald merkt sie: Das Haus der Darabonts scheint voller Geheimnisse zu stecken. Wie kommt es, dass der älteste Sohn des Lords spurlos verschwunden ist? Warum will sich keiner an ihn erinnern? Und wer ist die junge Frau auf dem Gemälde, das Catherine auf dem Dachboden entdeckt? Ingrid Kretz, Jahrgang 1959, lebt mit ihrem Mann in Dillenburg und hat vier erwachsene Kinder. Heute ist sie als Familienfrau, selbständige Autorin und Arztsekretärin tätig.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 368
    Erscheinungsdatum: 23.06.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783765574498
    Verlag: Brunnen Verlag Gießen
    Größe: 1868 kBytes
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Die Erben von Snowshill Manor

6

London

Noch während des Frühstücks verabschiedete sich Lord Darabont. "Erwarte mich nicht zum Dinner."

Lady Martha starrte ihm nach. Die Bemerkung gab ihr einen Stich. Wie in den Jahren zuvor hoffte sie jede Saison aufs Neue, Riley möge sich ihr wieder zuwenden. Ein gelegentlicher Ortswechsel bot die Chance, aufeinander zuzugehen. Aber er wollte nicht. Enttäuscht krallten sich ihre Hände in den Stoff ihres Seidenrocks. Warum war er so unnahbar geworden? Sie hatten sich doch einmal geliebt. Sie hatten drei gemeinsame Kinder, die wohlerzogen und bald alle bestens verheiratet waren.

Riley konnte von Glück reden, dass er ihr begegnet war. Nach dem frühen Tod seiner ersten Frau, mit der er ja nun wirklich nur kurz verheiratet gewesen war, hatten sie nach Ende des Trauerjahres eine Hochzeit in kleinem Rahmen gefeiert. Es hatte sie damals große Beherrschung gekostet, auf eine ihrer Herkunft angemessene Festlichkeit zu verzichten. Angesichts der Umstände, die ihn wie eine unsichtbare, schwarze Wolke umgaben, hatte er ihrer Familie bereits einige Wochen nach ihrer ersten Begegnung seine ernsten Absichten kundgetan.

Sie hatte sich geschmeichelt gefühlt. Eine tote Ehefrau war keine ernst zu nehmende Rivalin für sie, hatte sie in ihrer mädchenhaften Unbekümmertheit gedacht. Hätte diese Ehefrau ihm nicht etwas hinterlassen, das sie in Obhut der Dienerschaft auf Abstand halten wollte. Mit allem hatte sie gerechnet, nur nicht mit Zuneigung, etwas, mit dem sie nichts anfangen konnte. Hinter ihrem Rücken tuschelte man. Aber was ging sie das Getratsche der Untergebenen an? Das war etwas, mit dem man groß wurde und dem man keinerlei Beachtung schenken durfte, wenn man Herrin im Haus war. Man musste ihnen immer das Gefühl geben, dass man oben und sie unten auf der gesellschaftlichen Leiter standen. Dementsprechend waren ihre Gespräche einzuordnen.

In ihren Gedanken tauchte ein kleines Kind auf, das sie fragend ansah. Mit großen traurigen Augen. Sie biss sich auf die Lippen. Obwohl ihr Mann seine erste Frau sehr geliebt haben musste, hatte er sie, Martha, auf Händen getragen und ihr nicht das Gefühl gegeben, zweite Wahl zu sein. Doch dann wurden in kurzer Folge ihre Kinder geboren. Irgendwie hatte sich dann alles geändert ...

Lady Martha kniff die Augen zusammen angesichts der Erinnerungen, die in ihr aufstiegen. Tränen hatte sie längst keine mehr. Nein, sie wollte nicht mehr daran denken, wie dieses schreckliche Erlebnis sie in den Rollstuhl gezwungen hatte. Und welche Folgen daraus entstanden waren. Nein, sie trug keine Schuld, dass es war, wie es war. Warum hatte sich der Herr von Snowshill Manor nicht auf ihre Seite gestellt? Sie hatte doch damals die Darabonts durch die Verbindung mit den Edgecombs zusätzlich aufgewertet. Dankbarkeit sah anders aus. Es hatte deshalb nur eine Konsequenz gegeben. Zu seinem und ihrer aller Wohl. Warum konnte Riley nicht endlich akzeptieren, dass an ihr und ihren Kindern sein Aufstieg, sein Vorteil und Ansehen hingen?

Sie dachte an Eliza, ihre Älteste, die mit Henry Preston eine glänzende Partie gemacht hatte und allem Anschein nach sogar sehr glücklich auf Whitehaven House lebte. Sie kam aufgrund der Entfernung nicht oft zu Besuch. Und dann der reizende Peter Sterling, den sich ihre Helen geangelt hatte. Die Gesellschaften in der Hauptstadt sorgten dafür, dass feste Bande geschmiedet werden konnten. Verbindungen, die - wenn sie die Sprache von Reverend Bloomfield verwenden wollte - für die Ewigkeit gedacht waren. Callum, ihr Liebling, hatte zwar mal ein Mädchen in Nöte gebracht. Aber wenn sich dieses dumme Ding ihm nicht mit Macht an den Hals geworfen hätte, hätten sie einen Batzen Geld sparen können. Dieser bedauerliche Bastard! Seis drum, die Sache war ausgestanden und endlich hatte Callum zur Ehre zurückgefunden. Jetzt galt es, den lieben Freunden in London zu zeigen, wie bedeutend ihre Familie war.

"Er hat immense Verpflichtungen

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