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Die erotischen Abenteuer des Monsieur Mathiot Bekenntnisse eines späten Liebenden von Mathiot, Marcel (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 12.05.2014
  • Verlag: Fahrenheit
eBook (ePUB)
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Die erotischen Abenteuer des Monsieur Mathiot

"Noch nie waren wir so zügellos." Als seine Frau Geneviève nach 68Jahren Ehe stirbt, beginnt für Marcel Mathiot alles andere als der trostlose Abend eines Witwers. Mit diesem Datum nämlich wird der fast 90-Jährige wieder zum Junggesellen- und der Reigen der Frauen, die ihn teilweise schon lange (Ehe-)Jahre begleiten, beginnt, sich noch einmal mit ungeahntem Schwung zu drehen. Hélène, Mado, Lili und Emma sind die Frauen, die ihn- jede auf ihre Weise- daran erinnern, dass er Zeit seines Lebens vor allem eines war: ein liebender Mann. Charmant, wunderbar selbstironisch und humorvoll widerlegt Mathiot, dass es im sogenannten vierten Lebensalter vorbei sei mit der Erotik. Und erinnert uns daran, dass Leben und Liebe doch eigentlich eines sind. In jedem Alter. Die Tagebücher des französischen Grundschullehrers Marcel Mathiot (1910 - 2004) haben seine Kinder in den Hinterlassenschaften ihres Vaters gefunden: 150 Hefte in 6 Schuhkartons. Marcel Mathiot dachte zu Lebzeiten nie daran, sie zu veröffentlichen. 2008 erschienen sie erstmals in Frankreich und wurden dort als "perfekte Überraschung" gefeiert.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 352
    Erscheinungsdatum: 12.05.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783492980999
    Verlag: Fahrenheit
    Größe: 4187 kBytes
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Die erotischen Abenteuer des Monsieur Mathiot

2000
1. Januar 2000
Das Ende der Unkenrufe
Ich habe das Jahr 2000 erreicht. Unfassbar! An diesem denkwürdigen Tag passiert nichts Besonderes. Angeblich sollten Katastrophen und Heimsuchungen über uns hereinbrechen, die Computer sollten wegen eines Bugs abstürzen und uns der Energieversorgung und der Kommunikationsmittel berauben.
Im Augenblick – es ist zehn Uhr – nichts außer der Reihe.
In alten Papieren stoße ich auf die folgende Notiz:
"Am 10. Dezember 1910 wurde morgens um 3.25 Uhr in der Route de Rouen 304 zu Amiens das Kind Marcel unehelich geboren, Sohn von Victor-Amédée Mathiot, zweiter Kapellmeister des Musikcorps der Garnison Amiens, Kaserne Friant, und Yvonne Marguerite Léocadie Ledien, 22 Jahre, Putzfrau."
Ich bin also ein Kind der Liebe, ein "natürliches Kind". Die Bezeichnung habe ich auf der Geburtsurkunde, die ich bei der Meldung zur Abschlussprüfung vorlegen musste, gesehen, was sie bedeutete, wusste ich nicht. Ich weiß noch, wie meine Tante Gabrielle aus Rumigny einmal im Gespräch erwähnte, ich sei bei der Hochzeit meiner Eltern am 31. Oktober 1912 dabei gewesen. Ihre Bemerkung hat mich aber nicht weiter beschäftigt, und mir gegenüber haben meine Eltern das Thema nie angeschnitten.
In einem Brief meines Vaters an meine Mutter aus dem Jahr 1912 heißt es: "Meine geliebte Yvonne, ich sehne mich so sehr nach Dir, dass ich darüber schier den Verstand verliere. Wir werden in einer Kleinstadt leben, wo man nichts verheimlichen kann. Deshalb habe ich vor, mich zu vermählen, und zwar ... mit Dir." Und in einem Brief meines Großvaters mütterlicherseits steht: "Ich bin glücklich darüber, dass Yvonnes Verhältnis legalisiert wird." Meine Eltern waren ihrer Zeit voraus, sie lebten bereits in wilder Ehe.
In meinem Heft vom 16. August 1999 finde ich die folgende biografische Notiz:
Wir unterhielten sehr freundschaftliche Beziehungen zu unseren Nachbarn, den Pasquets, Gemüse- und Weinbauern. Als der Krieg ausbrach, zogen Maman und ich zu ihnen. Die Familie bestand aus Jules, seiner Frau, für mich immer die Madame, ihrer Tochter Marcelline, die ich die Line nannte, und Cadet, dem Vater der Madame. Wir schliefen in großen Himmelbetten, deren Vorhänge aus rotem Tuch man zuziehen konnte. Ich teilte eines dieser breiten Betten mit meiner Mutter. Das andere war für Cadet. Er und ich gingen vor den anderen zu Bett, und zum Einschlafen erzählte er mir die Märchen von Perrault.
1915 kehrten wir wieder in unser Haus zurück, weil der Krieg länger dauerte als erwartet.
Bei uns wohnte eine Dame namens Héaulmé, die mit ihrem Sohn Gaston aus den Ardennen geflüchtet war. 1918 sollte sie an der spanischen Grippe sterben. Die Leute waren große Patrioten, sie blieben standhaft und ertrugen alle Entbehrungen, ohne zu murren. Allein aus Aberglauben fanden sie wieder zum Glauben. Als ich einmal "für meinen Papa" betete, fügte ich spontan hinzu: "und für alle anderen Papas". Die Begeisterung war groß.
Die große Stube der Madame, 1914
2. Januar 2000
Die große Stube der Madame, 1914
1. Das große Büfett, Stolz des Hauses. Die Etagere mit Kaffeebechern und bebilderten Tellern, auf denen unter anderem die Fabeln von La Fontaine dargestellt sind.
2. Das Himmelbett von Jules und Solange Debanne (der Madame) mit üppigen roten Vorhängen aus einem schweren Stoff.
3. Die Tür zur Scheune, über der ein Porträt des Generals Boulanger mit dem blonden Bart

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