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Die errungene Zeit Beschreibung eines Aufbruchs von Weber, Markus (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 08.09.2015
  • Verlag: Pro BUSINESS digital printing
eBook (ePUB)
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Die errungene Zeit

Der alleinstehende Thomas Leitner erkrankt an Leukämie. Er erträgt zwangsläufig die zahlreichen Chemotherapien und überwindet schließlich die Angst, die mit dem ungewissen Ausgang der Behandlung verbunden ist. Schließlich gelingt es ihm, den Schicksalsschlag und das damit verbundene Leiden ins Gegenteil zu verkehren. Er definiert seine Ziele neu und findet sogar zu einer positiveren Lebenseinstellung als vor seiner Erkrankung. Der Autor Markus Weber hat früher als Arzt zahlreiche Leukämiepatienten behandelt. Nun versucht er vor dem Hintergrund dieses Themas Möglichkeiten einer konstruktiven Neuorientierung zu diskutieren.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 314
    Erscheinungsdatum: 08.09.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783864601552
    Verlag: Pro BUSINESS digital printing
    Größe: 912 kBytes
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Die errungene Zeit

3. Ein alter Freund

Die Freundschaft zwischen Thomas Leitner und Christian Talbach b e stand nun schon seit über zwanzig Jahren, obwohl die Treffen zuletzt immer seltener wurden, einerseits, weil Chri s tian beruflich extrem eingespannt war und wenig Zeit hatte, andererseits aber auch weil sich beide, wenn sie sich denn wieder trafen, einander nicht mehr so viel zu e r zählen hatten wie früher. Das große Gemeinschaftsgefühl ihrer Stud i enjahre hatte sich abgeschwächt, aber interessanterweise war der Kontakt niemals ganz abgerissen und ihre Beziehung war immer noch von gegenseitigem Vertrauen und einem aufrichtig empfundenen Freun d schaftsgefühl geprägt.

Nach ihrem zweiten Staatsexamen, das Christian mit Bravour besta n den hatte, während Thomas Leitner dafür einen zweiten Anlauf brauchte - und auch beim zweiten nicht gerade glä n zen konnte -, schlugen beide verschiedene Wege ein. Seitdem traten sie einander oft mit einer Art unterschwellig empfu n denem Mitleid gegenüber. Thomas empfand Mitleid gege n über seinem Freund Christian Talbach, weil sich dieser nie von dem Zwang befreien konnte, fast seine gesamte Energie der Karriere zu widmen. Schon als Referendar war er in eine renommierte Kanzlei eingestiegen und hatte sich dort innerhalb weniger Jahre unabköm m lich gemacht. Seine damalige Freundin Claudia hatte ihn anfangs auch unterstützt, bis kurze Zeit nach ihrer Hochzeit Claudias Stimmung umschlug und sie nicht mehr b e reit war, eine Ehe mit einem Mann zu führen, der in der Woche nur wenige Stunden Zeit für die Partnerschaft aufbrachte und bei den spärlichen gemeinsamen Aktivitäten zumeist völlig übermüdet war. Thomas Leitner war Trauzeuge bei Claudias und Christians Hochzeit gewesen und hatte oft versucht, zw i schen beiden zu vermitteln, weil er im Grunde Claudias Posit i on teilte und es, abgesehen von der Beziehung zwischen den beiden, grundsätzlich bedauerlich fand, dass Christian nie Zeit hatte, etwa um ein gutes Buch zu lesen oder sich einer Freizeitaktivität zu widmen, die regelm ä ßiges Engagement erforderte. Er war über die Jahre zum Sklaven seines Prädikatsexamens geworden und als Teilhaber der Kanzlei war es in der Tat i r gendwann fast unmöglich, kürzer zu treten.

Die Ehe zwischen Claudia und Christian wurde nach nur vier Jahren geschieden und Thomas Leitner musste mit ansehen, dass Christian selbst nach der Trennung nicht in der Lage war, seinen Lifestyle zu korrigieren, sondern sich im Gegenteil noch intensiver in die Arbeit stürzte und sogar an den W o chenenden kaum noch über private Zeit verfügte. Seit Christians Sche i dung waren nun vier Jahre vergangen und beide trafen sich seitdem noch seltener. Christians Leben spielte sich damals nur noch in einem Hamsterrad ab, das aus beruflichen Verpflic h tungen und Zwängen bestand. Zwar verdiente er mehr als do p pelt so viel wie Thomas, musste dafür aber fünfmal so viel a r beiten und hatte zehnmal so viel Stress und Ärger. Thomas fragte sich häufig, wozu Christian sich eigentlich so aufrieb, denn er selbst führte so etwas wie ein spiegelbildl i ches Leben. Seine Arbeit forderte ihm nämlich schon lange nichts mehr ab und er war jeden Nachmittag um fünf Uhr zu Hause. Sein Ei n kommen war für ihn mehr als ausreichend und er hatte die Langeweile, die durch die Tristesse seines Büroalltags veru r sacht war und die von Zeit zu Zeit in

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