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Die Farben der Schönheit - Sophias Hoffnung Roman von Bomann, Corina (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 28.02.2020
  • Verlag: Ullstein
eBook (ePUB)
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Die Farben der Schönheit - Sophias Hoffnung

Ein unerwarteter Aufbruch
Berlin, 1926. Aufgewühlt verlässt Sophia ihr Elternhaus. Ihr Vater will sie nie wiedersehen, ihre Mutter ist in Tränen aufgelöst. Erst als sie vor ihrem Geliebten steht, begreift Sophia, dass sie das gemeinsame Kind alleine aufziehen muss. Noch dazu als Unverheiratete. Verzweifelt reist sie zu einer Freundin nach Paris, wo sich ihr eine unerhörte Möglichkeit bietet. Die große Helena Rubinstein ist von Sophias Ausstrahlung und von einer ihrer selbstgemachten Cremes begeistert. Und sie bietet ihr an, in ihrem Schönheits-Imperium zu arbeiten. Sophia reist nach New York, voller Hoffnung auf ein neues Glück.


Corina Bomann ist in einem kleinen Dorf in Mecklenburg-Vorpommern aufgewachsen und hat schon immer geschrieben. Mittlerweile ist sie eine der erfolgreichsten deutschen Autorinnen. Immer wieder begeistert sie ihre Leserinnen mit großen dramatischen Romanen und Heldinnen, die etwas Besonderes erreichen. Ihre Romane werden in zahlreiche Sprachen übersetzt und sind internationale Bestseller. Sie wohnt in Berlin.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 544
    Erscheinungsdatum: 28.02.2020
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783843722353
    Verlag: Ullstein
    Größe: 2952 kBytes
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Die Farben der Schönheit - Sophias Hoffnung

1. Kapitel

1926

Das Scheinwerferlicht vorbeifahrender Autos streifte mich, als ich das Haus verließ. Sofort drang die klamme Märzkühle unter meine Kleider. Schon den ganzen Tag über war die graue Wolkendecke nicht aufgebrochen. Nun begann es auch noch zu nieseln.

Obwohl es noch nicht mal fünf war, flackerten nach und nach die Straßenlampen auf. Geschäftsleute in Wollmänteln drängten an Frauen mit Regenpelerinen vorbei, Arbeiter mit Schiebermützen stapften mit hochgeschlagenen Jackenkragen nach Hause. Hin und wieder hockte eine Gestalt in abgerissenem Soldatenmantel an einer Hauswand und bettelte um Geld oder Arbeit.

Mit meinem blaugrünen Mantel und dem passenden Topfhut auf dem Kopf war ich nur eine Gestalt von vielen, die zur U_Bahn-Station Kaiserplatz eilten.

Fröstelnd schob ich die Hände in die Manteltaschen. Mein Herz pochte laut, und trotz der Kälte klebte mir der Schweiß das Unterhemd an Rücken und Bauch. Noch immer meinte ich die fremden Hände an meinem Körper zu spüren. Niemand wusste, dass sich meine größte Befürchtung soeben bestätigt hatte.

Meine Gedanken wanderten zu Georg. Würde er kommen?

Es war riskant, außerhalb des Labors mit ihm in Kontakt zu treten. Da er mein Dozent an der Chemiefakultät war, mussten wir vorsichtig sein. Zu lange und zu häufige Konsultationen in der Universität konnten Argwohn erwecken. Unsere Korrespondenz beschränkte sich auf kleine Zettel, die von Hand zu Hand weitergereicht wurden oder über bestimmte Bücher in der Bibliothek, von denen er sicher war, dass sie niemand ausleihen würde.

Fast immer war er derjenige gewesen, der Kontakt zu mir aufnahm, wenn wir uns außerplanmäßig treffen wollten. Doch an diesem Morgen drückte ich ihm nach der Vorlesung einen Zettel in die Hand. Er blickte mich erschrocken an, aber ich musste ihn unbedingt sprechen.

Ich tauchte in das schummrige Halbdunkel der U_Bahn-Station ein. Die Treppenstufen waren von Schmutz und Nässe glitschig. Der typische Geruch nach Öl und Zement strömte in meine Nase. Ich mochte es sehr, mit der U_Bahn zu fahren, den morgendlichen Weg zur Friedrich-Wilhelms-Universität legte ich meist damit zurück.

Am Bahnsteig drängten sich die Leute, dazwischen patrouillierte ein Schaffner auf und ab. Ein lautes Rattern kündigte die Ankunft des Zuges an. Einige Passagiere machten einen Schritt nach hinten, während andere unbeirrt stehen blieben, die Hälse reckten oder sich eine Zigarette anzündeten.

Der Zug hielt, die Waggontüren wurden geöffnet, und Aussteigende mischten sich mit Hinzuströmenden. Ich suchte mir einen Platz neben der Tür, während andere den hinteren Sitzbänken zustrebten. Als die U_Bahn anfuhr, versuchte ich, den Blicken der Mitreisenden auszuweichen, und starrte in die Schwärze vor den Fenstern.

Zwei Stationen weiter verließ ich den Zug wieder, erklomm die Treppe und folgte dem Gehsteig eine Weile, bis schließlich das Café Helene vor mir auftauchte. Nach dem Krieg hatte es die Frau eines Hauptmanns eröffnet, der von der Front nicht heimgekehrt war. Seine Pensionskasse zahlte gut, und sie schien nicht allzu traurig über dieses Schicksal zu sein. Wenn sie im Haus war, begrüßte sie fröhlich die Gäste.

Warme, nach Kaffee duftende Luft umfing mich. Augenblicklich beschlug meine Brille. Ich nahm sie ab und wischte den feinen Wasserfilm von den Gläsern. Als ich sie wieder aufsetzte, ließ ich meinen Blick über die Gäste schweifen. Die meisten Tische waren leer. Ein älteres Paar saß ganz hinten neben den Fenstern. Ein etwas derangiert aussehender junger Mann kramte mit nervösen Bewegungen in seiner Jackentasche. Erleichtert stellte ich fest, dass ich niemanden kannte.

Georg und ich würden ungestört reden können.

Ich wählte eine Sitzecke an der Wand. Hier wurde man nur gesehen, wenn man etwas tiefer in das Café hineinging. Ich zog mir den Hut vom Kopf, richtete nervös den Knoten in meinem Nacken und schälte mic

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